Wie digital ist der deutsche DIY-Handel? [5 Lesetipps]

Verfasst am 29. Mai 2017 von .

Quelle: pexels.com

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Nun, da das Sommerwetter Einzug gehalten hat, beginnt die Saison der Heimwerker und Hobbygärtner, die ihre Häuser und Gärten aufmöbeln und generalüberholen. Die Suche nach farbenfrohen Pflanzen und passenden Übertöpfen scheint kein Ende zu nehmen. Balkons werden mit trendy Dekoartikeln ausstaffiert. Es braucht neue Möbel für unvergessliche Nächte im Mondschein und Grills sind die absoluten Bestseller.
 
Viele dieser Käufe werden online getätigt. Aber wie stabil verläuft die Digitalisierung des deutschen DIY-Handels? Wie entwickelt sich der DIY-Sektor? Wer ist in der Branche führend und wo liegen ihre Schmerzpunkte?

Erlangt die DIY-Branche digitale Reife?

Die gute Neuigkeit: E-Commerce ist auch weiterhin ein entscheidender Wachstumstreiber. Dem HDE-Online-Monitor zufolge wird der deutsche Online-Einzelhandel seinen Umsatz in diesem Jahr um etwa zehn Prozent auf 48,7 Milliarden Euro steigern. Das entspricht wiederum rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel, der 2017 etwa 493 Milliarden Euro betragen soll.

links: Gesamtumsatz Einzelhandel inkl. Anteil Onlinehandel, rechts: Gesamtumsatz Onlinehandel mit Anteilen einzelner Branchen (HDE)

links: Gesamtumsatz Einzelhandel inkl. Anteil Onlinehandel, rechts: Gesamtumsatz Onlinehandel mit Anteilen einzelner Branchen (HDE)

Betrachtet man den deutschen Onlinehandel genauer, zeigt sich, dass der Onlineanteil in folgenden Branchen am größten ist: Unterhaltungselektronik (25,7 %), Fashion & Accessoires (23,5 %) und Freizeit & Hobby (22,9 %). DIY hingegen hat nach FMCG (1,7 %) den zweitgeringsten Onlineanteil (4,6 %).

Obwohl die Branche demnach in Sachen Onlinehandel ein ziemlicher Spätzünder ist, konnte sie laut der Studie in den letzten Jahren die größte Wachstumsrate verzeichnen.

Immerhin besitzt bereits mehr als die Hälfte (55 %) der DIY-Onlineshops einen hohen digitalen Reifegrad, wie der „Onlineshop-Maturity-Index 2017 – Baumärkte” vom EHI ergab.

Die zehn besten DIY-Onlineshops

Der Onlineshop-Maturity-Index (OMI) analysiert, in welchem Maße DIY-Onlineshops ein Weltklasse-Einkaufserlebnis bieten. Onlineshops, die mehr als 99 von 150 möglichen Punkten erreichten, gelten dabei als “Shopping-Highlights”, Shops mit 80 bis 99 Punkten (35 %) fallen in die Kategorie “Fine Shopping-Experience”. Die übrigen zehn Prozent der in der Studie untersuchten Onlineshops erfüllen zumindest sämtliche Standardanforderungen.

Quelle: EHI study „Onlineshop-Maturity-Index 2017 – Baumärkte"

Quelle: EHI study „Onlineshop-Maturity-Index 2017 – Baumärkte”

Oben kann das gesamte Ranking eingesehen werden. Mit 123,25 OMI-Punkten belegt der Onlineshop von OBI den ersten Platz, gefolgt von Hornbach.de (121,75 Punkte) und Norax.de (116 Punkte).

Omnichannel – noch immer ein ungelöstes Problem

Die Top 10 tun sich vor allem in zwei Kernbereichen hervor: Bestellung (wo die Shops insgesamt 93 Prozent der möglichen Punktzahl erreichten) und Suche (mit 89 Prozent der Gesamtpunktzahl). Im Bereich Benutzerführung & Benutzerfreundlichkeit erzielten die zehn besten Shops immerhin 75 Prozent der möglichen Gesamtpunktzahl.

In diesem Zusammenhang erinnern wir uns auch gern an den Erfolg unseres Kunden Garten XXL, der Anfang des Jahres beim deutschen Online-Handels-Award in der Kategorie “Heimwerken & Garten” auf dem ersten Platz landete.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Obwohl sich Omnichannel inzwischen etabliert hat, bieten die vom EHI ermittelten zehn besten Onlineshops noch kein nahtloses kanalübergreifendes Einkaufserlebnis (hier erreichten sie nur 48 Prozent der Gesamtpunktzahl). Dieses Problem lässt sich auf den gesamten Einzelhandel übertragen. Unternehmen müssen begreifen, dass sich das Kundenverhalten in Richtung Omnichannel entwickelt. Die einzelnen Stationen der Customer-Journey können abwechselnd in der Filiale, über mobile Endgeräte oder am stationären Rechner durchlaufen werden.

Daher ist es unerlässlich, dass Unternehmen endlich anfangen, diese Nachfrage zu bedienen, indem sie nicht nur Online- und Offlinekanäle parallel anbieten, sondern beide Welten nahtlos miteinander verknüpfen.

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