Sehr ehrliche Apps – und wie man dafür wirbt [Netzfund]

Verfasst am 9. Juni 2017 von .

9,5 Millionen Menschen in Deutschland waren Ende 2015 in Fitnessstudios registriert. Das 2012 gegründete Fitness-Startup Freeletics schrieb 2015 einen Umsatz von 16 Millionen Euro – 300 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Fitness-Wearables machen den größten Anteil im Wearables-Markt aus. Sportkurse auf YouTube boomen, Daniel Aminati macht dich krass und Detlef D! Soost motiviert den eigenen Body zu changen. Obendrauf gibts noch zig Apps. Wahlweise rennt man vor Zombies weg oder lässt sich von Fremden applaudieren. Am Ende wird jeder Erfolg über die sozialen Kanäle geteilt.

Sehr her, wie fit ich bin! Wer es mit all diesen Tipps, Tricks und Helferlein nicht zum Traumbody schafft, den Damen- und Herrenmagazine propagieren und selbstverständlich ganz ohne Photoshop in Szene setzen, wird es auch so im Leben zu nichts bringen.

Ich bin so ein Mensch. Zwei Sessions Freeletics, ein geteilter Runtastic-Lauf, drei YouTube-Sportkurse im später-ansehen-Ordner und viel versenktes Geld in Fitnessstudios. Die letzte Chance: Lauf, dicke Sau!

Ja, „Lauf dicke Sau“ ist nicht nur gute Werbung für eine leider nicht erhältliche App. Es ist auch Fatshaming. Dennoch zeigt das Bohemian Browser Ballet ganz deutlich: Wir brauchen endlich App-Lösungen die wirklich unsere Probleme lösen. So auch der Elternbot.

Wer jetzt denkt: Ein Beweis mehr, dass Rundfunkgebühren Unfug sind, ich guck doch nur Internet. BBB ist eine Produktion von FUNK und damit sehr öffentlich-rechtlich. Und jetzt lauf, dicke Sau!

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Kategorie: Netzfund der Woche


Eine Reaktion zu “Sehr ehrliche Apps – und wie man dafür wirbt [Netzfund]”

  1. Phil

    Am 13. Juni 2017 um 16:01 Uhr

    Haha, das ist wirklich mal eine ehrliche App, wenn auch nur Fiktion. Vielleicht gibt es ja jemanden, der die App nun baut?

    Naja, ich gehe jetzt mal laufen – whoop whoop. 😀

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