Content und Commerce – zusammen was zusammen gehört

Verfasst am 12. Juli 2017 von .
Content Commerce

Quelle: pexels

Der Erlebnisfaktor beim Shoppen sollte für den Kunden besonders hoch sein, um sich als Verkäufer von den Wettbewerbern abzuheben. Das gilt nicht nur fürs Shoppen im Einkaufszentrum, sondern auch für den Online-Einkauf. Sinnvolle Informationen und interessante Inhalte rund um das Produkt bieten Kunden einen echten Mehrwert. Der Trend Content-Commerce bedeutet genau das – die Verschmelzung von ansprechenden und nützlichen Inhalten mit einem nahtlosen Einkaufserlebnis.

Und wie funktioniert das?

Im Content-Commerce dreht sich alles darum Kunden abzuholen, bevor sie überhaupt eine konkrete Kaufentscheidung getroffen haben. Das Konzept ist in der Theorie auch ziemlich simpel. Man bietet seinen Kunden hochwertigen Content, der sie informiert und inspiriert. Produkte werden direkt in diesen Content eingebunden. Die besten Beispiele finden sich vorrangig in den Branchen Mode, Kosmetik und Food: Durch Schminktutorials, Stylingtipps oder Rezepte werden Kunden zum Kauf angeregt. Das Ganze könnte dann wie folgt aussehen:

Content-Comnmerce-Prozess

Content-Commerce-Prozess (Quelle: dotSource)

Einige Unternehmen setzen das Konzept Content-Commerce bereits erfolgreich um. So zum Beispiel der Herren-Mode-Shop BRAUN Hamburg. Hier werden Magazin-artig Outfits präsentiert, die auch direkt so gekauft werden können. Besonders für Shopping-faule Männer wohl eine echte Erleichterung.

Aber wie kann lässt sich das Ganze technisch umsetzen?

Content-Management oder Shopsystem?

Ursprünglich wurden Content-Management– und E-Commerce-Systeme designt, um unterschiedliche Funktionen zu bedienen. Während der Fokus des E-Commerce-Systems auf der Darstellung und dem Verkauf von Produkten liegt, fokussiert sich das Content-Management-System (CMS) eher auf das Management des Content-Lifecycle. Trotz der unterschiedlichen Herkunft zeigen die führenden Plattformen zunehmend Überschneidungen in vielen Funktionsbereichen. Ein CMS kann daher unterschiedliche Rollen in der E-Commerce-Systemlandschaft einnehmen, je nachdem, auf welchem der Systeme der Fokus liegt oder ob eine hybride Lösung gewünscht ist.

Folgende Fragen sollte man sich bei der Auswahl der richtigen Systeme stellen:

1.) Welches soll das führende System sein?

Wird die Shoplösung als führendes System definiert, so ist das CMS meist lediglich für Content-Pflege verantwortlich. Es geht jedoch auch andersherum: Da Inhalte eine immer größere Bedeutung im E-Commerce einnehmen, wird häufig das CMS in den Fokus gerückt, da es seine Stärken in der optimalen Darstellung von Content auf allen Endgeräten hat. Das Shopsystem dient in diesem Zusammenhang eher als zusätzliche Datenquelle. Auch eine hybride Lösung, in der CMS und E-Commerce-System Seite an Seite arbeiten, ist möglich. Dabei bietet jede Variante Vor- und Nachteile:

Vor- und Nachteile der führenden Systeme

Vor- und Nachteile der führenden Systeme (Quelle: dotSource)

2.) Welche Schnittstellen werden benötigt?

Neben dem CMS und dem Shopsystem müssen oft weitere Systeme in die Systemlandschaft integriert werden. Ein PIM-System zum Beispiel, ist von Vorteil, um Produktdaten zwischen CMS und Shopsystem zu übertragen. Ein Marketing-Automation-System kann für eine individuelle Ausspielung von Inhalten sorgen.

Daher sollte man sich nicht nur die Frage stellen, ob die CMS- und E-Commerce-Systeme kompatibel sind – sondern auch, ob diese die Schnittstellen der vorhandenen Systemwelt unterstützen. Ist eine Integration ohne hohen Programmieraufwand möglich?

3.) Werden die Daten sinnvoll synchronisiert?

Um die Möglichkeiten, die eine gut integrierte Systemlandschaft um CMS und E-Commerce-System bietet, voll auszunutzen, müssen alle relevanten Daten innerhalb der Systeme synchronisiert werden. So stehen aktuelle Daten zu Produkten und Kunden auf allen Systemen zu Verfügung. Unter Umständen lohnt sich die zentrale Verwaltung der Daten in einem MDM. Durch die zentrale Verwaltung aller Stammdaten kann nicht nur die Datenqualität enorm erhöht, sondern auch die Korrektheit des Datenbestands sichergestellt werden.

4.) Wo soll der Content ausgespielt werden?

Auf welche Geräte und Kanäle wird jetzt und vielleicht auch in Zukunft gesetzt? „Mobile first“ sollte mittlerweile schon fast Pflicht sein, doch mit Wearables, Hearables und IoT-Geräten kommen immer mehr neue Devices, die Content ausspielen. Und auch die Anzahl an sozialen Netzwerken und Feeds steigt. Wer es zum Ziel hat, möglichst viele der Geräte und Kanäle mit Content zu bespielen, sollte über die Möglichkeit eines Headless CMS nachdenken. Dieses besteht ausschließlich aus einem Backend, einer Datenbank und einer API, welche das Frontend vollständig ersetzt. Das hat den Vorteil, dass Content nur noch einmal erstellt und bearbeitet werden muss und anschließend an alle Kanäle und Produkte ausgegeben werden kann.

5.) Arbeiten die verantwortlichen Mitarbeiter zusammen?

Marketing- und E-Commerce-Abteilungen verfolgen teilweise unterschiedliche Ziele und operieren oftmals getrennt voneinander. Die Folge bildet eine fragmentierte und schlecht integrierte digitale Präsenz. Daher sollte diese Trennung unbedingt überwunden werden. Denn damit alle Systeme gut miteinander harmonieren, müssen auch die Strategien und Ziele von Marketing- und E-Commerce-Mitarbeitern übereinstimmen.

6.) Auf welchen Anbieter sollte man setzen?

produktdatenmanagement-software-auswaehlen-coverEs gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, welcher Anbieter der beste sei. Die Entscheidung ist abhängig von den individuellen Bedürfnissen und Zielen jedes Unternehmens. Unser Whitepaper „Content-Management-Systeme auswählen“ bietet einen Leitfaden zu den verschiedenen Herangehensweisen und gibt Entscheidungshilfen für die passende Content-Management-Lösung. Zudem werden einige Anbieter genauer unter die Lupe genommen und anhand von 23 Kriterien gegenübergestellt. Jetzt kostenlos herunterladen!

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