bevh stellt zum 2. Fachkräftetag den neuen Ausbildungsberuf im E-Commerce vor

Verfasst am 6. September 2017 von .
E-Commerce Kaufleute

Bild: pexels

Das Ausbildungsjahr 2017 ist vor wenigen Tagen gestartet. Der Handel bietet für Schulabgänger viele interessante Ausbildungsmöglichkeiten im kaufmännischen und technischen Bereich: vom Groß- und Außenhandel über Marketingkommunikation und Dialogmarketing bis hin zu Logistik und IT. Doch den Onlinehandel, den Bereich mit den größten Wachstumszahlen, sucht man vergeblich in den Ausbildungsverordnungen. Die nötigen digitalen Kompetenzen, die für die Tätigkeit im Onlinehandel zwingend notwendig sind, müssen sich Auszubildende also gegebenenfalls selbst beibringen. Dies wird sich nun bald ändern.

Der Ausbildungsberuf „E-Commerce-Kaufleute“ steht in den Startlöchern

Mit der Digitalisierung gehen neue Tätigkeitsfelder und Personalanforderungen im Unternehmen einher. Der CTO verantwortet die digitale Transformation im Unternehmen, der E-Commerce Manager plant, koordiniert und überwacht die Prozesse. Und die klassischen Ausbildungsberufe? Diese passen nur noch bedingt zu den neuen Anforderungen, Inhalten und Arbeitsweisen. Aus diesem Grund setzt sich der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) schon seit 2012 für einen neuen Ausbildungsberuf im Bereich Onlinehandel ein. Und dieser wird aller Voraussicht nach am 1. August 2018 in Kraft treten. Nach dem Erlass der Ausbildungsverordnung im Bundesgesetzblatt, der im ersten Quartal 2018 erwartet wird, darf dann auch im E-Commerce spezialisiert ausgebildet werden.

Zum 2. bevh-Fachkräftetag stellte der Verband um Initiator Martin Groß-Albenhausen erstmals die Inhalte des neuen Ausbildungsberufs „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“ vor und betonte, dass das Wort „Retoure“ bewusst an keiner Stelle in der Ausbildungsverordnung zu finden sei. Denn die Ausbildung richtet sich nicht nur an den Einzel- und Großhandel, sondern auch an Touristikunternehmen, Dienstleistungsunternehmen, Logistik- und Mobilitätsdienstleister sowie Finanzdienstleister (Banken und Versicherungen).

Folgende Inhalte gehören zum Tätigkeitsprofil der Kaufleute im E-Commerce:

  • Vertriebskanäle des E-Commerce beurteilen, auswählen und einsetzen
  • Waren oder Dienstleistungssortimente für den E-Commerce konzipieren, online bewirtschaften und weiterentwickeln
  • Projektorientierte Arbeitsweisen im E-Commerce anwenden
  • Kundenkommunikation gestalten
  • Kennzahlenbasierte Instrumente der kaufmännischen Steuerung im E-Commerce einsetzen
  • Maßnahmen des Onlinemarketings vorbereiten und durchführen
  • Online-Waren- und Dienstleistungsverträge anbahnen
  • Online-Waren- und Dienstleistungsverträge abwickeln
Berufsbild Kauffrau/Kaufmann im E-Commerce

Quelle: bevh

Während der Einzelhändler die Besonderheiten einer Filiale kennt und ein Groß- und Außenhändler auf den Einkauf und die Logistikprozesse spezialisiert ist, kümmert sich der E-Commerce-Kaufmann um die digitalen Prozesse und Geschäftsmodelle. Dazu zählen die Entwicklung eines attraktiven Sortiments, die Beschaffung und Optimierung der Daten, der Onlineverkauf an sich, Onlinemarketing-Maßnahmen, Shopmanagement sowie das Testen, Analysieren und Optimieren des Shopangebots. Mit diesen Inhalten ist der „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“ der erste Ausbildungsberuf, der sich im Kern mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzt.

Bis die inhaltliche Erarbeitung des neuen Ausbildungsberufs abgeschlossen werden konnte, war es ein langer Weg. Dies lag daran, dass man zunächst keine neuen „Splitterberufe“ schaffen und stattdessen bestehende Ausbildungsberufe reformieren wollte. Eine Ergänzung der bestehenden Ausbildungsberufe um E-Commerce Themen hätte allerdings den Ausbildungsrahmen gesprengt. Ein neuer Ausbildungsberuf musste her und vervollständigt nun die Bildungspyramide.

Bildungspyramide E-Commerce

Quelle: bevh

„Wir brauchen auch Indianer, nicht nur Häuptlinge“

Mit dem neuen Ausbildungsberuf sollen viele neue Fachkräfte für den Onlinehandel gewonnen werden. Die zukünftigen Kaufleute im E-Commerce werden laut bevh vor allem für die operativen Prozesse im E-Commerce, z.B. für das Shopmanagement, einsetzbar sein – „mehr Indianer“ wie Martin Groß-Albenhausen zum Fachkräftetag mit einem Augenzwinkern bemerkt. Doch auch strategische Themen, wie der Umgang mit Veränderungen in Form von neuen Geschäftsmodellen, wurden in den Ausbildungsplan der E-Commerce Kaufleute integriert. Damit werden die zukünftigen E-Commerce Kaufleute neben den „Häuptlingen“, den Hochschulabsolventen aus den Bereichen (Wirtschafts)Informatik und Wirtschaftswissenschaften, eine große Bereicherung für den Onlinehandel darstellen.

Kontinuierliche berufliche Weiterbildung notwendig

Doch eine gute Ausbildung reicht in der Regel für die komplexe digitale Transformation nicht aus. Die Digitalbranche entwickelt sich rasend schnell und Kompetenzen und Fähigkeiten in diesem Bereich sind damit schnell überholt. Um mit der Dynamik im E-Commerce und in der Digitalisierung Schritt halten zu können, ist daher eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung essentiell notwendig.

An der Digital Business School können sich Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Marketing, IT, Vertrieb und Business Development zum „E-Commerce Manager“ und zum „Digital Transformation Architect“ zertifizieren lassen. Die Seminarteilnehmer beschäftigen sich dabei mit einem Digitalprojekt von der Strategie bis zur Umsetzung und lernen, wie sich bestehende Geschäftsmodelle transformieren lassen – und das nicht nur in der Theorie, sondern anhand eines eigenen Fallbeispiels (Business Case).

Was können Händler nun tun?

Wenn Sie nun in der Aus- und Weiterbildung im Bereich E-Commerce Fahrt aufnehmen wollen, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung

  • Betreuung von Azubis klären: Im Unternehmen selbst muss jemand arbeiten, der sowohl fachlich, z.B. als Shopmanager, die Azubis betreuen kann, als auch die pädagogischen und formalen Voraussetzungen der IHK erfüllt.
  • Kontakt zu Partnerunternehmen aufnehmen: Wenn Sie nicht in allen Bereichen selbst ausbilden können, lässt sich dies auch über Partner organisieren.
  • Kontakt zu Ihrer IHK aufnehmen: Beantragen Sie dort die Zulassung für die Ausbildung im Beruf „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“ und melden Sie damit Bedarf an! Je mehr Unternehmen sich melden, desto wahrscheinlicher ist, dass eine Berufsschulklasse in Ihrer Region organisiert wird (auch die Berufsschulen brauchen Vorbereitungszeit!)
  • Ausbildungsplätze ausschreiben: Seien Sie Vorreiter und schreiben Sie die ersten Ausbildungsplätze in diesem Bereich aus (Ausbildungsverträge können allerdings erst nach Erlass der Ausbildungsverordnung im Bundesgesetzblatt in Q1 2018 geschlossen werden)
  • Digital-Business-SchoolWeiterbildungen anbieten: Um auch Ihre langjährigen Mitarbeiter fit für die digitale Transformation zu machen, können Sie sich jetzt noch schnell einen der letzten Plätze inkl. Last-Minute-Rabatt für die Seminarreihen „E-Commerce Manager“ und „Digital Transformation Architect“ sichern (Beginn 20. September 2017)!
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