Der DACH-Onlinehandel wächst weiterhin stetig [5 Lesetipps]

Verfasst am 16. Oktober 2017 von .

Der deutschsprachige Onlinehandel ist in Top-Form, wächst zweistellig und konzentriert sich immer stärker. Die größten Player behalten eine solide und führende Position, während die kleinen nicht mithalten können. Das ergaben die Rankings der 1.000 größten Onlineshops in Deutschland „E-Commerce-Markt Deutschland 2017“ und der Top 100-Onlineshops in Österreich und der Schweiz vom EHI und Statista.

Umsatzwachstum und hohe Konzentration

Deutschland

Der deutsche Online-Handel wächst weiter – um 11 Prozent hat der Umsatz der Top-1.000-Onlineshops 2016 in Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Allerdings stehen die zehn größten Shops mittlerweile für knapp 40 Prozent des Gesamtumsatzes.

Der erfolgreichste deutsche Onlineshop ist wenig überraschend Amazon.de, der den deutschen E-Commerce-Markt seit viele Jahren beherrscht und 2016 einen Umsatz von 8,1 Mrd. Euro erzielt hat. Otto.de folgt dem Seattle-Riesen mit 2,7 Mrd. Euro Umsatz und Zalando steht an dritte Stellte mit einem generierten Umsatz von 1,1 Mrd. Euro .

Quelle: EHI und Statista

Quelle: EHI und Statista

Insgesamt konnten die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland in 2016 rund 40 Mrd. Euro Umsatz verzeichnen, 4,1 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Die Top-10 generierten 15,7 Mrd. Euro, während die Shops ab Platz 501 im zweiten Jahr in Folge weniger Umsatz als im Vorjahr generiert haben.

Diese Situation fördert die starke Konzentration des Marktes, was vor allem für kleinere Shops ein Nachteil ist.

Schweiz und Österreich

Die Umsätze der Schweizer Top-100 Onlineshops sind um 12,8 Prozent auf rund 5,5 Mrd. CHF gestiegen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Österreich, wo die 100 umsatzstärksten Onlineshops in 2016 2,1 Mrd. Euro mit physischen Waren im Internet generiert haben.

Die Marktkonzentration bleibt hier (wie auch in Deutschland) auf einem hohen Stand. In Österreich generierten die Top 3 rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes der Top 100 und in der Schweiz rund 30 Prozent.

Quelle: EHI und Statista

Quelle: EHI und Statista

Die Spitzenreiter in Österreich sind Amazon.at (556 Mio. Euro Umsatz), gefolgt von Zalando.at (174,3 Mio. Euro) und Universal.at (111,1 Mio. Euro).

In der Schweiz hat Amazon, im Gegensatz zu Österreich und Deutschland, keine marktführende Position, die größten drei Onlineshops liegen jedoch sehr eng beieinander. Der Gewinner ist Digitech.ch (mit 602 Mio. CHF Umsatz), gefolgt von Zalando.ch (534 Mio. CHF) und Amazon.de (475 Mio. CHF).

Die Studie „E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2017“, in der die jeweils 250 umsatzstärksten Onlineshops untersucht wurden, erscheint am 29. November 2017 und kann im EHI-Shop vorbestellt werden.

Mobile Commerce etabliert sich

Sechs von zehn Usern meinen, dass ihre Erwartungen an das mobile Nutzererlebnis nicht vollständig erfüllt werden. Es sieht aus, als würden sich die Händler bemühen diesen Eindruck zu verändern. Laut der Studie haben knapp 90 Prozent der deutschen Händler ihre Onlineshops für mobile Endgeräte angepasst, was einer Steigerung um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das sind definitiv gute Nachrichten. Aber Händler sollten nicht in diesem Standard verharren, sondern neue Wege suchen, um das Nutzererlebnis immer stärker zu vereinfachen. Hier sollte mehr Budget in UX-Design und die Entwicklung eigener Apps investiert werden. Mobile-Commerce meistern mit unserem aktualisierten Whitepaper “Erfolg mit Mobile-Commerce”!

Bemerkenswert ist, dass immer mehr Händler auf die Omnichannel-Anforderungen der digitalen Kunden reagieren. Insgesamt hat der Anteil der Händler, die verschiedene Touchpoints anbieten (neben dem Desktop-Onlineshop auch Kataloge, mobile Version des Webshops oder stationäre Läden), leicht zugenommen, von 925 auf 959

Social Commerce im Aufschwung

Soziale Medien gewinnen an Bedeutung, um die Kundenbindung zu stärken.

„Soziale Medien können durch direkte Ansprache helfen, Kunden zu loyalen zu Fans machen“,

kommentiert Christoph Langenberg, E-Commerce-Experte beim EHI.

Quelle: EHI und Statista

Quelle: EHI und Statista

Wie die Grafik zeigt, ist Facebook das meistgenutzte soziale Netzwerk der Händler, gefolgt von Google+ und YouTube. Die Video-Plattform ist in letzter Zeit sehr beliebt und es ist keine Überraschung, dass sie Twitter überholt hat. Tatsächlich ziehen 29 Prozent der Kunden Produktvideos klassischen Produktexten vor.

Facebook ist also der unangefochtene Social-Media-König und Facebooks neues Shop-Feature ist ein wichtiger Teil, um Content und Commerce strategisch zu verknüpfen.

Es bietet in Sachen Social Commerce einige Ansatzpunkte, um aus Nutzern Käufer zu machen bzw. den Nutzer näher an die Kaufhandlung zu bringen. Hier gilt allerdings, dass eine langfristige Strategie die wichtigste Voraussetzung für die Präsenz auf Facebook und die Verwendung von Facebook als Absatzkanal ist. Außerdem sollte das soziale Netzwerk immer in die Gesamtheit der Marketing Mixes integriert werden, um Teil des Kaufprozesses zu werden.

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2 Reaktionen zu “Der DACH-Onlinehandel wächst weiterhin stetig [5 Lesetipps]”

  1. Tobias

    Am 17. Oktober 2017 um 15:44 Uhr

    Interessanter Beitrag. Dass Amazon mit großem Abstand der alleinige Marktführer ist, ist wenig verwunderlich. Umso überraschender ist jedoch, dass Ebay nicht in der Liste auftaucht. Hat das einen bestimmten Grund? Da durch die stetige Anzahl an Sofort-Kauf Angeboten auch dieser Marktplatz meiner Meinung nach mehr Umsatz macht als die meisten Player in der Liste.

  2. Sara Herrera

    Am 19. Oktober 2017 um 11:48 Uhr

    Hallo Tobias,

    vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren! Da hast du recht, allerdings werden laut Angabe vom EHI und Statista “Dienstleistungen und Nutzungsrechte (z.B. Mobilfunkverträge), Marktplätze (z.B. ebay) sowie Shops, welche nur digitale Güter verkaufen (z.B. Google Play), nicht für diese Studie betrachtet.”

    Viele Grüße,
    Sara

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