Von AI bis VR: die Trends der Shoptalk Europe im Überblick [Recap]

Verfasst am 17. Oktober 2017 von .
Shoptalk Europe Trends

Foto: dotSource

Nach dem Besuch der Shoptalk Europe in Kopenhagen ist klar: Die Veranstaltung kann definitiv mit deutschen Formaten mithalten. Vom 8. bis 11. Oktober trafen sich hier Händler aus aller Welt, um über die neuesten Trends und Innovationen im Handel und E-Commerce zu diskutieren. Die internationalen Teilnehmer reichten von Start-Ups über weltbekannte Unternehmen wie Ikea und Zalando bis hin zu Tech-Giganten wie Google, Amazon und Ebay. Die Teilnehmerzahl, die hohe Qualität der Referenten und die Berichte über die Shoptalk-Veranstaltung in den USA haben meine Erwartungen entsprechend hoch geschraubt – und sie wurden erfüllt.

Das hochkarätige Line-Up war ein guter Mix aus Tech-Giganten, Start-Ups und Händlern, die praktische Einsichten lieferten. Wir haben für euch vier Trendthemen identifiziert und die Insights zusammengefasst:

Die Lücke zwischen Online und Offline schließen

Im Fokus der Konferenz stand nicht nur der klassische E-Commerce, sondern auch der stationäre Handel. Was schnell klar wurde: Offline-Stores werden nicht aussterben. Ganz im Gegenteil: Viele der reinen Online-Händler investieren mehr und mehr in den stationären Handel und sehen eine Chance, mögliche Schwächen des Onlinehandels wie Berührungs- oder Beratungsmangel auszugleichen. Im Vordergrund steht dabei die intelligente Kombination der beiden Handelsformen. Unter Anderem berichtet Max Wittrock von Mymuesli auf der Shoptalk, warum das Unternehmen den Sprung in den stationären Handel gewagt hat: »Es geht nicht darum, einen Laden zu eröffnen, sondern ein Ökosystem aufzubauen.«

Martin Wild zeigt zudem, wie Media Markt Saturn Kunden durch interaktive Technologien an das Unternehmen binden will. Er zeigte zum einen den Roboter Paul, der in einigen Filialen herumfährt, die Kunden begrüßt, nach ihren Wünschen fragt und sie zum richtigen Regal führt. Zum anderen zeigte er, wie das Unternehmen in den stationären Geschäften auf Augmented Reality setzt. Ähnlich wie beim Roboter Paul, erscheint beim Aufsetzen der Brille Avatar Paula und fliegt dann vor dem User her, um ihn zu den neuesten Produkten zu führen.

Don‘t copy Amazon – do it differently

Das Thema, wie man sich als Händler vom Allround-Marktplatz Amazon abheben könne, zog sich konsequent durch die ganze Veranstaltung. Dabei wurde eines klar: Man kann Amazon nicht mit deren eigenen Waffen schlagen. Mariangela Marseglia (Amazon Prime Now) machte das auch in ihrer Keynote deutlich, in der sie zeigte, wie Amazon Prime in nur 111 Tagen gestartet wurde und nun in mehr als 50 Ländern weltweit vertreten ist. Ein Service, den andere Unternehmen in so kurzer Zeit kaum hätten umsetzen können.

Wer es also genau wie Amazon machen will, wird wohl zwangsläufig scheitern. Händler versuchen daher immer stärker sich durch Mehrwerte hervorzuheben: Charlie Cole (Tumi) zum Beispiel sagte, dass man als Marke einen entscheidenden Vorteil hat. Und zwar, dass man sich eben nicht nur 30 Tage, sondern länger um Kunden kümmern kann (und auch sollte). Somit werden besonders After-Sales-Services, Personalisierung und intelligente Vermarktungsstrategien wichtig.

Combine all that data – Personalisierung

Das möglichst personalisierte Einkaufserlebnis schaffen – das ist der Traum vieler Onlinehändler. Daher kommt man natürlich auch auf der Shoptalk nicht am Thema vorbei: Claudia Roggenkamp von Levi Strauss & Co. präsentierte zum Beispiel den Virtual Stylist, den neuen Chatbot des Unternehmens, der das personalisierte Einkaufserlebnis aus den stationären Läden im Onlineshop abbilden soll.

Personalisierung bedeutet im Fall von Männer-Mode-Shop Outfittery, dass jeder Kunde seinen eigenen Stylisten hat. Ein personalisiertes Einkaufserlebnis ist laut Julia Bösch zentraler Erfolgsfaktor für Fashion-Händler, je mehr Daten dabei zur Verfügung stehen, umso besser wird auch der Service, den man den Kunden bieten kann. Artificial Intelligence hilft ihrem Unternehmen dabei, Personalisierung effizienter zu gestalten, die Arbeit der Stylisten also zu unterstützen.

In engem Zusammenhang mit dem Thema Personalisierung kam auch immer wieder das Thema Daten auf: Wer die meisten Daten besitzt und sie auch bestmöglich einsetzt ist am Ende wettbewerbsfähig und kann dem Kunde bestmögliche Personalisierung bieten.

Augmented & Virtual Reality

Natürlich durften auch auf der Shoptalk die Themen Augmented und Virtual Reality nicht fehlen. Diese waren in Form von Start-Ups an den Messeständen vorzufinden und wurden in Keynotes sowohl von Händlern als auch von den Techgiganten selbst thematisiert.

Greg Jones (Google) beschrieb Augmented Reality wie folgt: » Placing a layer of digital content on a physical world«. Jones meint, dass das Mobile-First-Shopping den Weg für Augmented Reality geebnet hat und dass 69% der Verbraucher erwarten, dass Händler innerhalb der nächsten sechs Monate eine AR-App auf den Markt bringen. Dabei will Google die Händler unterstützen: Das neue Tool ARCore erlaubt es Entwicklern eigene AR-Anwendungen zu programmieren.

Fazit

Ob die Veranstaltung im nächsten Jahr noch einmal in dieser Form und in Europa stattfinden wird, steht noch aus – meiner Meinung nach würde es sich durchaus lohnen. Viel Zeit zum Netzwerken mit internationalen Branchenkollegen, spannende Themen und ein tolles Rahmenprogramm haben die Shoptalk zu einem gelungenen Event gemacht.

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