Wohin entwickelt sich Alibabas „New Retail“ Vision? [5 Lesetipps]

Verfasst am 27. November 2017 von .

Quelle: Alibaba

Quelle: Alibaba

Das Einkaufsverhalten verändert sich langsam mit der Anwendung neuer Technologien und der Verbreitung des Internets. Produkte und Services sind jederzeit verfügbar, überall dort wo die potentiellen Kunden sind, während die Online- und die Offlinewelt verschmelzen. Das beweist, dass die heutigen Konsumenten »Omnichannel« sind. Sie surfen im Internet mit dem Handy, Tablet oder Laptop, unterwegs oder zu Hause. Der finale Kauf (bzw. Klick) erfolgt dann im Laden oder unterwegs durch mobile Geräte. Die Wahl ist abhängig von der Convenience.
 
Diese Realität wird von Onlineriesen und Pure Playern erkannt. In der letzten Zeit haben zahlreiche Pop-Up-Stores, smarte Läden und Flagship-Stores, ausgerüstet mit den neuesten Technologien, eröffnet. Mymuesli, Mister Spex, Amazon und Zalando sind gute Beispiele dafür. Traditionelle Marken wie Adidas oder Ikea verstärken ebenfalls ihre physische Präsenz als Strategie, um den Kunden ein umfassendes und erweitertes Einkaufserlebnis zu liefern, gleichzeitig bauen sie auch ihr digitales Business aus.

Alibabas „New Retail“ Vision

Auf der anderen Seite der Welt entwickelte Alibaba in den letzten Jahren ein neues Handelskonzept genannt „New Retail“, welches darauf abzielt, das Beste aus der online und der physischen Welt zu bündeln. Alibaba nutzet die letzten zwei Singles-Days, um die neuesten Fortschritte in dieser Umgebung vorzustellen.

Letztes Jahr war Alibaba sehr euphorisch mit der Umsetzung von VR und AR beim Einkaufserlebnis. Dieses Jahr haben sie mehr Zeit und Ressourcen dem Handel ihre neue Vision aufzuzeigen. Dabei geht es um den Einsatz von Big Data, um Online- und Offline-Aktivitäten nahtlos zu verknüpfen.

Für Alibaba ist der Singles Day nicht nur einen Shopping Festival, sondern auch die beste Chance ihre Innovationen im Retail zu testen. Neben der »see-now-buy-now« Fashion-Show und dem mobilen AR-Spiel „Catch the cat“ hat der chinesische Onlineriese erstmals 60 stationäre Pop-Up Stores überall in China ausprobiert. Man sagt, dass sich Alibaba mehr als 100 Marken für das Experiment angeschlossen haben. Zum Beispiel hat L’Oreal einen Warenautomaten voll mit der Gesichtsbürste Clarisonic bereitgestellt, so dass Konsumenten ohne Schlange den Kauf erledigen konnten.

Im Rahmen des 11.11. hat Alibaba auch 100.000 »Smart Stores« entwickelt, von denen Marken wie Casio oder Bose profitiert haben. Eine interessante Funktionalität dieser Läden war der sogenannte »Cloud Shelf«, ein digitaler, RFID-gestützter Bildschirm, der automatisch Etiketten von Produkten tracken und erkennen kann. Wenn ein Käufer also einen Artikel vor den Bildschirm stellt, zeigt er automatisch die Verfügbarkeit des Produktes, Kundenbewertungen und vieles mehr auf Tmall an. Der Käufer kann dann den QR-Code des Produktes scannen, um es bei Tmall zu kaufen.

Der Alibaba-Supermarkt »Hema« als Vorreiter

Die Idee dahinter ist, dass Konsumenten den Kauf ohne menschliche Hilfsmittel und auf automatisierte Weise abschließen können. Der Alibaba-Supermarkt »Hema« spiegelt wieder, wohin der Trend geht. Die Nutzererfahrung wird durch große Datenmengen verbessert. Da Kunden über die Hema Mobile App einkaufen, wird jeder Einkauf getrackt und Präferenzen werden gespeichert.

Auf Kundenseite bietet man eine personalisierte Produktseite, auf der Auslieferungsseite planen Maschinenalgorithmen Lieferwege. Die Barcodes ermöglichen es den Kunden nicht nur, die Herkunft der Produkte und die Lieferung zu verfolgen, sondern sind auch ein Mittel für Hema, ein intelligentes Supply-Chain-Management-System einzusetzen. Dies ermöglich es lokale Lebensmittel-Lieferungen in circa 30 Minuten zu erledigen.

Laut Alibaba kauft jeder Hema-Kunde durchschnittlich 4,5-mal im Monat und die Conversion-Rate der Hema-App liegt für einen Kauf bei bis zu 35 Prozent.

Weg von Alibaba

Als Folge des Einflusses dieses neuen Paradigmas wurde der rollenden Mini-Supermarkt „Moby Mart“ auf den Straßen von Shanghai eingeführt. Der mobile Supermarkt fährt mithilfe von Geolokalisierung direkt bis vor die Tür und hat keinen Kassierer. Der Einkaufsprozess ist nahtlos, mobil und intelligent. Anschließend wird der Einkauf ganz automatisch über die Moby-App abgerechnet.

Im Westen bietet Amazon maximale Convenience durch automatisierte und hochwertige digitale Services. Aber es gibt mehr als nur das Amazon-Universum. Es sieht so aus als würde Alibaba mit Abstand führen. Das Unternehmen hat den Vorteil, dass die chinesische Gesellschaft völlig mobil ist und aufgrund der hohen Bevölkerungszahl auch ein hohes Bestellvolumen zustandekommt.

Du willst immer auf dem neuesten Stand bleiben…

Quelle: WhatsApp

Quelle: WhatsApp

…und exklusive Inhalte von Handelskraft erhalten? Dann melde dich jetzt für unseren Handelskraft WhatsApp-Newsletter an.
 
 
 
 
 

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Wie sich Alibaba die Shopping-Zukunft vorstellt [Handelsblatt]

Intersport digital – Wenn der magische Spiegel den Verkäufer ruft [Etailment]

Sie sehen aus, als könnten Sie Vitamine brauchen [Der Spiegel]

Rewe, Takeoff und die Supermärkte von morgen [Excitingcommerce]

How Cainiao set new record delivery times for 11.11 [Alizila]

(2 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
Loading...



Einen Kommentar schreiben

Startseite zurück zur Startseite