»Dadurch, dass ich Bitcoin entdeckt habe, bin ich auf das Thema IT-Sicherheit überhaupt erst richtig aufmerksam geworden.« – Handelskraft-Speaker Adrian Hotz im Interview

Verfasst am 19. Dezember 2017 von .
Adrian Hotz Bitcoin Speaker Handelskraft

Adrian Hotz (Grafik: dotSource)

Am 20. Februar wollen wir in München den Handel mobilisieren – mit Trends, Best Practices und neuen Impulsen. Dabei wollen wir nicht nur mit Buzzwords um uns werfen, sondern diese mit konkreten Inhalten füllen.

Adrian Hotz widmet sich in seiner Session zur Handelskraft Konferenz 2018 dem Trendthema schlechthin: »In Bitcoin we trust – Warum wenige glauben, dass Bitcoin und die Bockchain vieles verändern werden«. Klar ist: die Technologie hat großes Potenzial. Bisher ist sie jedoch umgeben von unrealistischen Versprechungen und Spekulationen. Das will Adrian in seiner Session ändern, in dem er zeigt wie Blockchain und Bitcoin eigentlich funktionieren und welche Anwendungsmöglichkeiten sich heute und auch in Zukunft ergeben.

Im Interview mit Handelskraft erzählt uns Adrian warum Bitcoin und die Blockchain mehr sind als nur ein Hype, wieso Banken durch Bitcoin langfristig überflüssig werden, warum man sich durch Bitcoin zwangsläufig auch mit IT-Sicherheit beschäftigt und wie ihr zur Handelskraft Konferenz 2018 an echtes Geld kommt.

Hier findest du das Interview zum nachlesen:

Wie beurteilst du den derzeitigen Hype um Blockchain, Bitcoin und Co.?

Heutzutage schreibt ja sogar die Bild einen Artikel zum Thema Bitcoin, man kann also durchaus von einem Hype sprechen. Ich beschäftige mich ja schon seit langer Zeit mit dem Thema und stelle mir daher jedoch die Frage: Was ist eigentlich ein Hype und was ist die Entwicklung einer Technologie? Wo ist der Unterschied? Ich glaube ehrlich gesagt, dass es sich hierbei nicht um einen Hype handelt, sondern um die Verbreitung einer revolutionären, ultraspannenden Technologie.

Bei WhatsApp, Facebook oder Tinder sprechen wir ja auch nicht von einem Hype, sondern sie verbreiten sich einfach unheimlich schnell. Bei WhatsApp würde keiner sagen: Wir sind gerade im WhatsApp-Hype, sondern wir nutzen es einfach. Und genauso ist es mit Bitcoin. Bitcoins verbreiten sich gerade unheimlich schnell, deswegen muss man da differenzieren: Einen Hype haben wir derzeit bei der Preisentwicklung von Bitcoin. Daher habt ihr für die Handelskraft Konferenz auch genau den richtigen Zeitpunkt gewählt.  Denn wir haben euch ja auch versprochen in München auch Bitcoin zu verschenken – in kleinen Einheiten natürlich, keinen ganzen. Damit auch die Besucher der Handelskraft erfahren können, was das für eine Technologie ist. Ich glaube, beim Preis kann man durchaus von einem Hype sprechen. Auch viele Wirtschaftstheoretiker sind derzeit dabei, diese Entwicklung zu analysieren, weil wir so einen schnellen Anstieg in der Preisentwicklung bei einem Asset in so kurzer Zeit noch nie gesehen haben. Ich glaube, dass Bitcoin eine technologische Entwicklung ist, die sich weltweit unabhängig von Ländergrenzen etabliert. Unabhängig davon, ob die Leute einen Bank Account haben, wie wir hier in Deutschland, oder eben nicht und Bitcoin wirklich brauchen, um Transaktionen durchzuführen.

Also ich glaube, wir müssen da unterscheiden, aber es ist eine wirklich spannende Entwicklung. Ich bin wahnsinnig froh, dass Bitcoin jetzt durch diese Preisentwicklung auch wieder überall thematisiert wird. Das lockt Leute an, die sich damit beschäftigen wollen, Leute, die in diesem Bereich Unternehmen gründen. Und ich glaube, das brauchen wir auch, weil es eines der spannendsten Themen unserer Zeit ist.

Man liest ja auch oft, dass Banken durch Bitcoin überflüssig werden? Was denkst du denn dazu? Ist das so?

Ja, auch ich habe das Anfang des Jahres mal gesagt. Ich glaube, wenn man sich die Banken anschaut und sich fragt: Was haben die eigentlich? Was machen die eigentlich für mich als Kunden? Dann sind das einige Faktoren, wie z.B. Wertaufbewahrung. Die Bank hat ein Konto, darauf kann man Geld einzahlen und das ist am nächsten Tag wahrscheinlich immer noch da. Und dann sind da andere Sachen wie z.B. Überweisungen, die z.B. euch helfen die Eintrittsgelder der Handelskraft auch auf eurem Konto ankommen zu lassen. Dann gibt es andere Punkte wie z.B. das Vertrauen, was ein sehr wichtiger Punkt ist. Allerdings denke ich, dass Banken gar nicht mehr die unangefochtene Nummer eins sind, sondern eher hinterfragt werden, was das Vertrauen angeht.

Bei diesen Funktionen haben die Banken kurzfristig Vorteil, langfristig nicht. Langfristig ist es so, dass wir Transaktionen schneller und einfacher über das Bitcoin-Netzwerk schicken können als es eine Bank kann. Ich habe letztens für eine Blitzüberweisung 12 Euro bezahlt, damit die am selben Tag ankommt. Wenn man sich das Banksystem heute also anschaut, dann ist es sehr marode und wirklich anfällig für eine solche Technologie, die die Macht ergreift. Banken haben jedoch kurzfristig einen Vorteil, weil wir aktuell im Bitcoin-Netzwerk das Phänomen haben, dass die Transaktionskosten sehr hoch sind. Man könnte also argumentieren, dass Bitcoin sehr teuer zu transferieren sind. Jedoch glaube ich, das ist eher eine kurzfristige Problematik. Es gibt ja wahnsinnig viele Entwickler, die besten der Welt, die sich damit beschäftigen, das sieht man auch auf den Konferenzen. Und das Thema wird gelöst werden. Bitcoin wird durch Weiterentwicklungen, wie z.B. das Lightning Network Payment Channels, deutlich günstiger werden.

Es sind bereits erste Transaktionen bestätigt worden, bei denen die Transaktionskosten bei 0,0001 Cent pro Transaktion lagen. Das zeigt, was da für Potential dahintersteht. Ich glaube, dass langfristig genau diese Funktionen, die Banken übernehmen, also Überweisung und Geldaufbewahrung, genau die Funktionen sind, wo Bitcoin seine Stärke hat. Ich glaube, langfristig hat man als Bank ein Positionierungsproblem.

Das auf jeden Fall. Und denkst du auch, dass man sich als Händler über kurz oder lang mit dem Thema auseinandersetzen sollte?

Ihr und ich – wir kommen ja alle aus dem E-Commerce. Deswegen habe ich mich das auch immer gefragt. Als ich mich damals 2013 das erste Mal mit dem Thema Bitcoin beschäftigt habe, war meine erste Frage: Was könnte das jetzt für den E-Commerce bedeuten? Was bedeutet das für Händler? Was bedeutet das für Onlineshops? Und ich war – und bin auch heute noch – total begeistert, wenn ein neuer Onlineshop Bitcoin als Zahlverfahren akzeptiert und kaufe dann da auch ein. Ich versuche auch oftmals Onlineshops davon zu überzeugen, weil es tatsächlich im häufigsten Fall einfach zu implementieren ist. Es gibt Dienstleister, die es Onlineshopbetreibern ermöglichen, das Geld in Echtzeit umzuwandeln. Die größten Bedenken, nämlich die Kursschwankungen, werden dann minimiert. Das heißt, der Händler bietet die Zahlung in Bitcoin an und erst im Backlog wird die Zahlung umgerechnet. Das kann für einen Onlineshopbetreiber durchaus sinnvoll sein: Die Einführungskosten sind nicht sonderlich hoch und man erreicht die spitze Zielgruppe der Bitcoiner, die z.B. sehr technikaffin sind. Ein Elektronikhändler hätte Bitcoin am Besten schon 2013 einführen müssen. Das sieht man ja auch in den USA: TigerDirect hat Bitcoin als Zahlungsmittel eingeführt, Expedia auch. Also ich glaube es gibt wenige Argumente, die dagegensprechen.

Bitcoin und Blockchain werden ja oftmals auch mit dem Thema Sicherheit in Verbindung gebracht, was siehst du für Potenzial auf dem Gebiet, auch in Bezug auf Smart Contracts?

Dadurch, dass ich Bitcoin entdeckt habe, bin ich auf das Thema IT-Sicherheit überhaupt erst richtig aufmerksam geworden. Ich finde es allein deswegen wichtig, weil die Leute, die sich damit beschäftigen, auf einmal verstehen, dass viele Kommunikationskanäle, die wir nutzen, nicht sicher sind. Und dass viele Arten, auf die wir Dateien abspeichern, nicht sicher sind. Und das versteht man erst, wenn man Bitcoin sicher aufbewahren muss. Dann wird man diesen Schlüssel auf keinen Fall in Google Drive abspeichern oder über WhatsApp verschicken.

Bitcoin erfordert sehr gute Kenntnisse über IT-Sicherheit, insofern hat Bitcoin, oder die Blockchain-Technologie an sich, schonmal einen wahnsinnigen Vorteil, denn mehr Leute beschäftigen sich mit dem Thema Kryptografie. Und ein zweiter Punkt ist, dass Blockchain-Anwendungen derzeit wirklich dezentral sind. Es gibt natürlich immer Anwendungen, bei denen es eher darum geht, die Technologie als Hype einzusetzen, aber es sind nicht wirklich dezentrale Systeme. Wenn man es aber z.B. mit Bitcoin oder Etherium zu tun hat, bei denen man eine dezentrale Blockchain hat, dann ist das vor allem für die Nutzer ein wahnsinniger Gewinn an Sicherheit. Man muss nicht mehr auf eine zentrale Kraft zurückgreifen, die unter Umständen zensieren kann. Dadurch gewinnt das System an Sicherheit.

Und Smart Contracts werden dazu führen, dass wir viel mehr Anwendungsfälle sehen können. Aktuell ist ja der einfachste Anwendungsfall, via Bitcoin Wert durch das Internet zu schicken. Aber natürlich werden wir über Smart Contracts deutlich spannendere Geschichten sehen.

Aktuell gibt es z.B. einen Hype, der auf Etherium basiert, bei dem Katzen gezüchtet werden. Auch das ist ein Smart Contract. Es wird ein Wert geschaffen, eine virtuelle Katze, die im Wert steigen kann, wenn man sie gut pflegt. Dann gibt es einen Marktplatz, wo diese Katzen gehandelt werden, das alles ist ein Smart Contract. Was daran so sicher ist, ist dass keiner eingreifen kann. Wenn der Code einmal läuft, dann läuft er. Das heißt, ich kann daran teilnehmen, aber die Regeln sind bestimmt und niemand kann den Code stoppen und das ist, was es wirklich sicher macht. Wenn man also das Katzenspiel stoppen wollen würde, dann könnte das niemand außerhalb des Systems. Bitcoin läuft seit 2009 durchgehend »Unstoppable Code« sagt Andreas Antonopoulos immer dazu.

Ich glaube, das ist das wirklich Spannende und da werden wir noch einige Fälle sehen, z.B. Notare, bei denen man dann Grundstückseinträge über die Blockchain verwalten kann. In jedem Fall wird das Thema noch sehr spannend und die Sicherheit für uns als Konsumenten deutlich erhöhen.

Zu Handelskraft werden ja parallel auch noch zwei weitere Sessions stattfinden. Warum sollten die Teilnehmer genau in deine Session kommen?

Also aus meine Sicht gibt’s kein spannenderes Thema aus unserer Zeit als Bitcoin. Ich habe mich jetzt sehr lange damit beschäftigt, es ist sehr lange schon ein Hobby von mir. Und wenn ich Hobby sage, dann meine ich, dass ich mich abends hinsetze und zum Entspannen etwas darüber lese, weil es mir einfach Spaß macht. Und ich werde versuchen, diese Begeisterung weiterzutragen. Es ist das spannendste Thema dieser Zeit – also kommt vorbei. Und wenn das alles nichts hilft bzw. wenn das nicht euer Interesse weckt: Ich verschenke auch noch kleine Teile von Bitcoin. Also lohnt es sich. Es ist die einzige Session, bei der ihr Geld bekommt für die Teilnahme.

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Namhafte Unternehmen wie Würth, MusicStore oder Grohe sind bereits dabei.

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Eine Reaktion zu “»Dadurch, dass ich Bitcoin entdeckt habe, bin ich auf das Thema IT-Sicherheit überhaupt erst richtig aufmerksam geworden.« – Handelskraft-Speaker Adrian Hotz im Interview”

  1. Frederik

    Am 21. Dezember 2017 um 01:51 Uhr

    Endlich mal ein transparente und authentische Informationen über Bitcoin & Co. Sehr lesenswert, danke dafür!

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