Content-Strategie: Content und Commerce verbinden [Teil 4]

Verfasst am 24. Januar 2018 von .
Beispiel Content Commerce

Quelle: Pexels / Screenshot: home24

In den letzten drei Teilen unserer Artikelserie haben wir bereits gezeigt, wie wichtig eine definierte Content-Strategie ist, wie man Content an Zielgruppen und Business-Ziele anpassen kann und wie man relevanten Content identifiziert.

Doch seien wir ehrlich – als Onlineshopbetreiber ist es natürlich in erster Linie in unserem Sinne die Webseitenbesucher auch zum Kauf anzuregen. Content-driven-Commerce bedeutet genau das: Die Verbindung von Information, Unterhaltung und Shopping. Man möchte online eine Erlebniswelt schaffen, wie der Kunde sie auch aus dem stationären Handel kennt – Stichwort: Flagship Stores.

Marken- und Themenwelt schaffen

Denn Kunden suchen oft nicht direkt nach speziellen Produkten, sondern im ersten Schritt nach Informationen, Beratung, Tipps, Ideen und Trends. Guter Content holt den Kunden ab, bevor er überhaupt eine konkrete Kaufentscheidung getroffen hat. Es geht also im ersten Schritt darum, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten und daraufhin dezent auf ein Produkt aufmerksam zu machen.

Content-Commerce kann die Lösung sein, um sich vom Wettbewerb abzuheben – schließlich wird das hinsichtlich Preis, Sortiment usw. immer schwieriger. Der Markt wird immer transparenter und große Player (wie auch Amazon) drücken den Preis.

60 Prozent aller Käufer lassen sich durch hochwertige Inhalte rund um Marken und Produkte inspirieren und treffen ihre Kaufentscheidung auf Basis einer erfolgreichen Markenbildung. Schätzungsweise belaufen sich die Ausgaben für Content-Marketing in Deutschland bis 2020 auf 413 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 330 Prozent seit 2014 (96 Millionen Euro).

Beispiele für guten Content-Commerce

Die Herausforderung bei gutem Content-Commerce ist die visuelle Darstellung erklärungsbedürftiger Produkte als zusätzliches Beratungsangebot. Wichtige Content-Elemente sind hochwertige und umfassende Produktbeschreibungen. Immer noch ist der Glaube weit verbreitet, dass viele Produkte einfach nicht für den Onlinehandel gemacht sind – besonders Produkte, bei denen der Geschmack oder Geruch essentiell ist, ließen sich nicht online verkaufen.

rausch_content_commerce

Screenshot Rausch.de

Schokoladenhändler Rausch zeigt eine Möglichkeit, wie auch diese Produkte ebenso auf professionelle Weise online verkauft und promotet werden können. Der Kunde kann in die Welt der Schokolade und die Markengeschichte eintauchen. In einem Diagramm wird dargestellt, ob die jeweilige Schokolade nussig, fruchtig oder bitter schmeckt.

home24 content commerce

Screenshot home24.de

Neben der ansprechenden Produktpräsentation kann es für viele Unternehmen sinnvoll sein, Themenwelten rund um das Produkt zu schaffen, um den Kunden direkt am Beginn der Customer Journey abzuholen. Der Bereich »Inspiration« von home24 bietet Kunden inspirierende Inhalte für die Einrichtung der eigenen vier Wände – Einrichtungsgegenstände können einfach per Klick auf das Bild gekauft werden.

IKEA Content Commerce

Screenshot IKEA »hej«

Die Königdisziplin des Content-Commerce ist User-Generated-Content – Inhalte, die von den Kunden selbst erstellt werden. Denn wer ist schließlich ein glaubwürdigerer Werbeträger als der Kunde selbst? IKEA macht es vor. Im Online-Wohnmagazin »hej« präsentiert die IKEA-Online-Community anderen Menschen ihr eigenes Zuhause in einem Rundumblick. Die Möbel werden somit im individuellen Kontext präsentiert, Nutzer helfen einander bei Einrichtungsfragen oder zeigen DIY Ideen. Das ist authentisch und schafft Vertrauen, da es tatsächliche Nutzer sind, die Ihre Erfahrungen weitergeben.

Vorteile von Content-Commerce

Gut gepflegter und hochwertiger Content bedeutet für den Shoperfolg:

  • Stärkere Kundenbindung: Durch nützliche Zusatzinformationen oder gute Unterhaltung werden einfache Kunden zu emotionalen Fans
  • Positiver Imagetransfer: Interessante Inhalte und zusätzliche Angebote schaffen Markenloyalität und man setzt sich so von Wettbewerbern ab
  • Höhere Markenwahrnehmung: Die Sichtbarkeit im Netz erhöht sich. Shops, die auf Content-Commerce setzen, tauchen bei Suchanfragen nicht nur auf, wenn nach Produkten oder Kategorien gesucht wird, sondern auch bei der Suche nach Informationen, Ideen, Tipps – das steigert Markenwahrnehmung und Traffic
  • Besseres Google-Ranking: Content, der Mehrwert bietet und als relevant eingestuft wird, wird durch Google positiv bewertet, was zu einem besseren Ranking in den Suchergebnissen und somit zu mehr Sichtbarkeit & Traffic führt
  • Höhere Conversion: Besucher auf die Seite zu locken reicht nicht mehr. Der Kunde muss sich möglichst lange auf den Seiten aufhalten und sich so zum Kauf anregen lassen. Ein verlängerter Aufenthalt schafft Vertrauen, dies unterstützt die Kaufentscheidung.

Hier geht’s zu den anderen Teilen unserer Artikelserie:

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