Netzfund: »Lyrebird« – Was hat ein Vogel mit künstlicher Intelligenz zu tun?

Verfasst am 2. Februar 2018 von .
Quelle: PC MAG UK

Quelle: Lyrebird

Unsere Stimme ist nicht nur eines unserer Erkennungsmerkmale. Sie kann auch Auskunft über unsere innere Gefühlslage geben und ist oftmals ein wichtiges Kriterium dafür, wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden.

So mag es zunächst erst einmal erschreckend wirken, wenn wir lesen, dass das kanadisches Startup »Lyrebird« eine Software entwickelt hat, die unsere eigenen Stimmen imitieren kann und abhängig von Inhalt und Kontext auch Gefühle wie Ärger, Stress und Sympathie zum Ausdruck bringt.

Aber Entwarnung! Einen Grund zur Sorge gibt es (noch) nicht. Um die charakteristischen Merkmale einer Stimme zu erkennen, braucht das System, welches auf Basis eines »neuronalen Netzes« funktioniert, zwar nur wenige Minuten, allerdings kann es reale Geräusche der Atmung und Umgebung nicht reproduzieren. So ist die nachgeahmte Person zwar durchaus zu erkennen, die elektronische Erzeugung jedoch deutlich herauszuhören.

Dies soll aber in künftigen Entwicklungsphasen verbessert werden und auch soll das bisher nur auf Englisch basierende System durch weitere Sprachen erweitert werden.

Falls ihr das Ganze einfach mal selber ausprobieren wollt, findet ihr hier eine öffentliche Vorabversion der Software.

Aber wofür ist solch ein Stimmenimitator eigentlich nützlich und bietet das System nicht neue Anstöße für Fake News und Kriminalität?

Für den Mitbegründer Alexandre de Brébisson ist es wichtig, dass die sprachliche Interaktion mit elektronischen Geräten angenehmer wird. Vor allem Sprachbehinderte wären nicht mehr auf roboterähnliche Sprachsynthese angewiesen, sondern könnten mir real klingenden Stimmen ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Aber auch für die mediale Welt verspricht das System einige Vorteile. Zum Beispiel könnten Filme und Hörbücher zukünftig mit geringerem Zeitaufwand synchronisiert werden.

Trotzdem sollten wir diese Entwicklung mit Skepsis erwarten. Hat doch gerade erst das Unternehmen selbst ein Gespräch zwischen Trump und Obama imitiert.

Was uns hier zum Schmunzeln bringt, könnte in falschen Situationen verheerende Folgen haben.

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