Google verbessert Online-Shopping-Angebot für Händler [5 Lesetipps]

Verfasst am 9. April 2018 von .
Quelle: pexels.com

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Die Übermacht von Amazon im Leben eines Käufers wurde deutlich, als Amazon SEO an Bedeutung zu gewinnen begann und seit die Mehrheit der Suchanfragen auf Amazon stattfinden. Seitdem hat Google, als größte Suchmaschine der Welt, die eigene Führungsposition in der Produktsuche bedroht gesehen. Aber sie ist nicht untätig geblieben.

Die letzte Erweiterung, das „Shopping Actions Programm“, bietet große Vorteile für Nutzer, Händler und Marken. Davon können vor allem Einzelhändler profitieren und ihre Produkte nun ohne Amazon erfolgreich verkaufen.

Universales Einkaufserlebnis über viele Kanäle hinweg

Die Suchmaschine hat in den letzten zwei Jahren beobachtet, dass mobile Suchanfragen wie „wo kann ich … kaufen?“ um 85 Prozent gestiegen sind. Dazu kommt, dass immer mehr US-Kunden über Sprachassistenten einkaufen. Tatsächlich bestellen 44 Prozent der Sprachassistenten-Nutzer wöchentlich mittels Sprachbefehl alltägliche Produkte.

Google hat die wachsende Nachfrage von Mobile-Shopping und Voice-Search erkannt und begegnet dieser nun mit dem Shopping Actions Programm. Außerdem wird die Benutzerfreundlichkeit an das wandelnde Verbraucherverhalten angepasst und optimiert. Egal ob per Handy, Laptop oder Google Home – Produkte können direkter und einfacher zum Warenkorb hinzufügt werden.

„Google Shopping Actions“ ist eine E-Commerce-Funktion, die Suche und Produktkauf unmittelbar über Suchanfrage, Assistent und Google Express verknüpft – ohne Einfluss auf das organische Ranking.

Mit Shopping Actions soll der Weg von der Produktsuche bis zum Kauf optimiert werden. Google möchte, wie auch Instagram und Pinterest, keine untergeordnete Rolle mehr im Einkaufsprozess spielen. Die Suchmaschine will am Verkauf mitverdienen.

Worin liegen die größten Vorteile für Händler?

In einem Moment steigender Nachfrage von Voice-Search-Optimierung hat Google schnell reagiert. Mit dem Shopping Actions Programm können Händler ihre Produkte auf Plattformen wie Google Assistant für Voice-Shopping bereitstellen. Es ist so einfach wie es klingt: Damit werden sie in den gesprochenen Suchanfragen gefunden.

Einkaufserlebnisse über die Google-Plattformen werden auch weiterentwickelt, so dass die Nutzer – egal mit welchem Gerät – unmittelbar Produkte bestellen können. Das Ziel ist ein universeller Warenkorb, in dem durch Sponsored Listings und Express-Checkout surfen und einkaufen nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Alles ist vollkommen nahtlos integriert.

Das Beispiel aus dem Google-Blogzeigt erklärt sehr gut, wie es funktioniert: Ein Nutzer sucht nach Waschpulver. Dann sieht er ein Sponsored Listing von einem Einzelhändler, zum Beispiel Target, der Teil des Shopping-Actions-Programms ist. Der Nutzer mag ein Suchergebnis besonders und entscheidet sich das gewünschte Produkt in den Warenkorb zu legen, den Google Express Cart. Zu diesem Zeitpunkt ist der Einkauf noch nicht abgeschlossen. Später will der Nutzer zu Hause über Google Home ein weiteres Produkt zum Warenkorb hinzufügen. Kein Problem. Am Ende kann er das zusätzliche Produkt mit allen bereits hinzugefügten Artikeln über einen eigenen Google Checkout bestellen.

Quelle: Google

Quelle: Google

Die Produktsuche ist nahtlos, einfach und schnell, so dass der Nutzer bei Google bleiben möchte und auch den Einkauf bei der Suchmaschine abschließt.

Diesen Service lässt Google sich von den Händlern natürlich bezahlen. Das Shopping Actions Programm läuft über ein Pay-per-Sale-Verfahren. Das heißt, dass die Händler Google eine gewisse Summe pro Verkauf zahlen müssen. Diese Gebühr wird für die Zahlungsabwicklung im Checkout abgerechnet.

Shopping Actions hilft Unternehmen auch dabei die Kundenbindung zu steigern. Durch Googles Daten und KI-Anwendungen können Händler bestimmte Optionen anwenden. Die Ein-Click-Nachbestellung oder personalisierte Empfehlungen können zum passenden Zeitpunkt das entsprechende Produkte bei Google darstellen.

Wird Google Amazon Konkurrenz machen?

Einzelhändler wie Target, Walmart und Home Depot haben das Programm bereits getestet. Die Ergebnisse sind vielversprechend: bei den Händlern, die am Shopping Programm teilnahmen, konnte Google eine durchschnittliche Zunahme der Warenkorbgröße von circa 30 Prozent feststellen. Target hat innerhalb von sechs Monaten den Express-Warenkorbwert um knapp 20 Prozent erhöht, mit starker Akzeptanz in neuen Märkten.

Der Weg zu einem universellen und lernfähigen Warenkorb ist dann nicht mehr weit. Und die Google Shopping Actions vereinfachen den Produktkauf in der Suche. Die Botschaft ist klar: es gibt ein Leben neben Amazon. Google setzt auf die Macht ihrer Daten, um sich von Amazon und Co. abzuheben und verstärkt ihre Position mit mehr personalisierten Angebotsdarstellungen für Händler.

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