Archiv der Kategorie 'Logistik & Distribution'

Neckermann versucht es auf ein Neues

Verfasst am 31. August 2010 von Sabine Bartmann.

Vor einige Zeit war Neckermann mutiger Vorreiter für den klassischen Online-Versandhandel.  In der Schweiz schaffte das Unternehmen kurzzeitig den Katalog ab, um gleich darauf festzustellen, dass es ohne ihn doch nicht funktioniert. Branchenexperte Jochen Krisch prognostizierte eine düstere Zukunft:

Natürlich kann man als Katalogversender den Spagat schaffen und mit einer sog. Multi-Channel-Strategie glücklich werden, aber man kann damit eben schwerlich ein nachhaltig erfolgreicher Online-Händler werden, wie die Erfahrungen aus der Schweiz im allgemeinen und der Fall Neckermann im Speziellen zeigen.

Neckermann

In diesem Jahr feiert der Versandhändler das 15jährige Bestehen des Onlineshops und versucht weiter seine Aktivitäten auf das E-Commerce auszurichten. Thorsten Franz, der seine Karriere bei der Karstadt Warenhaus AG begann, ist nun neuer Marketingchef und tritt die Nachfolge von Timo Beyer an.  In der ONEtoONE ist zu lesen:

Zu den neuen Aufgaben von Franz bei Neckermann.de gehört die strategische Weiterentwicklung des Marketings, dort soll er die notwendige Online-Orientierung des Marktauftritts gewährleisten und gleichzeitig das Kataloggeschäft auf das E-Commerce-Geschäft ausrichten.

Weg vom Katalog auf zum E-Commerce, heißt hier einmal mehr die Devise. Im Gegenzug zu Otto setzt Neckermann verstärkt auf Vertriebspartner wie zum Beispiel S. Oliver. Mit Schuplus.de ist vor kurzem ein neuer Fang hinzu gekommen. Das Unternehmen setzt im E-Commerce nicht vorrangig auf neue Geschäftsmodelle, sonder versucht, so wie es scheint, mit Bekleidung in Übergrößen eine neue Nische zu finden. Wie es damit weiter geht, bleibt abzuwarten.

Das Interesse am Online-Lebensmittelmarkt

Verfasst am 19. August 2010 von Sabine Bartmann.

Diesen Monat wurde der Erfolg des online Verkaufs von Lebensmitteln stark kritisiert. Hauptsächlich das Angebot von Amazon  wurde unter Beschuss genommen.  Trotz der Kritik blicken die Versandhändler mit Zuversicht in die Zukunft. So führt Chehab Wahby von der Strategieberatung OC&C in der Welt Online an:

“Die Akzeptanz wird zunehmen”

und prognostiziert dem Geschäftsmodell bis 2015 ein Umsatzwachstum von 50-70%.

froodiesaktuell

Auch Lutz Preußners, Geschäftsführer des Online-Lebensmittelmarkts froodies.de bleibt optimistisch:

Ich denke, es ist bei der aktuellen Studie wichtig, zwischen dem Status Quo und den Aussichten für den Online-Lebensmittelhandel zu unterscheiden. Der aktuelle Anteil ist mit 0,1% noch sehr gering. Das liegt aus meiner Sicht weniger am nicht vorhandenen Interesse bzw. Bedarf der Verbraucher, denn dieser ist auch in Deutschland bereits jetzt vorhanden. Der Grund liegt vielmehr in der Tatsache, dass es in Deutschland aktuell noch keinen nennenswerten überregionalen Anbieter gibt, wie bspw. Tesco in Groß Britannien. Der Einstieg von Amazon in den Markt ist hier sicherlich ein deutliches Zeichen. Dass das Potenzial ist auch in Deutschland riesig. Die Annahmen gehen von 2-3% Umsatzanteil aus, das sind ca. 6 Mrd. Euro!

Kritisch bei Amazon sieht er den Umstand, dass Kunden, sobald sie bei mehreren Anbietern bestellen, auch gleich mehrfach Versandkosten zahlen müssen. Er ist sich jedoch sicher, dass hier bald für mehr Transparenz im Bestellprozess gesorgt wird. Die Entwicklungen auf dem Online-Lebensmittelmarkt bleiben somit weiterhin spannend.

Nachgefragt: froodies.de gibt Einblicke in den Online-Lebensmittelmarkt

Verfasst am 20. Juli 2010 von Sabine Bartmann.

Wir haben uns gesagt:  „Ein zentraler Ansatz kann es nicht sein, wir müssen mit lokalen Händlern kooperieren“.

froodiesLogo_betaWährend sich der Onlinehandel mit Lebensmitteln in der Schweiz mit LeShop und in Großbritannien mit Tesco etabliert hat, läuft dieser hierzulange gerade erst an.

LutzPreußners2Einige Anbieter wie froodies.de, Rewe mit seinem Service Rewe Express oder Edeka mit Edeka24, versuchen mit ihrem Lieferservice Marktanteile zu sichern. Seit einigen Wochen hat Amazon sein Sortiment erweitert und vereint einige Anbieter für Lebensmittel auf einer Plattform. Aufgrund der zunehmenden Popularität des neuen Absatzweges fragte Jochen Krisch erst kürzlich auf Exciting Commerce: „Wer knackt den Online-Lebensmittelmarkt?“ und regte damit eine lebhafte Debatte an. Wir haben uns dafür interessiert, wie Geschäftsprozess bei einem Online-Lebensmittelhändler ablaufen können und haben dazu Lutz Preußners, Geschäftsführer von froodies.de befragt:

Bei der enormen Dichte der Supermarktketten: Was glauben Sie, wer kauft Lebensmittel online?

Ganz einfach ausgedrückt: Jeder der die klaren Vorteile  eines Internetkaufs erkennt.

weiter »

Rechtstipps für Shopbetreiber

Verfasst am 24. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

Im Rahmen des neuen Widerufsrecht stehen für Onlineshopbetreiber nun einige Änderungen bevor. Rechtsanwalt Rolf Becker veröffentlichte auf der Seite des E-Commerce-Center Handel unter der Rubrik „Rechtliche Fragen“  einige Tipps für Shopbetreiber. Auf Youtube wurde dazu extra ein Channel eingerichtet. Hier steht Bereichsleiter des ECC Handel Dr. Kai Hudetz im Interview mit dem Rechtsanwalt.

ECCHandel

Siehe auch:

Wachstumsbremse Multichannelmarketing?

Verfasst am 26. Mai 2010 von Sabine Bartmann.

Nochmal kurz zur Erinnerung: Durch ein Multichannelmarketing wird versucht Endkunden über verschiedene Wege zu erreichen –  in der Regel sind dies Vertriebs, Leistungs oder Kommunikationskanäle. Diese Strategie kann vorteilhaft sein, um zum Beispiel neue Kundengruppen zu erschließen oder bestehenden Kunden mehr Komfort bei ihrer Bestellung zu bieten. Eines der Hauptproblemfelder des Multichannelmarketings ist die Kannibalisierung, bei der ein Unternehmen mit sich selbst konkurriert, weil ein Kanal mehr genutzt wird, als ein anderer.  Aus Vorsicht wählten Unternehmen eine „ausgewogene Mehrkanalstrategie“, bei der jeder Weg dem anderen nicht entgegensteht.  Der Onlinehandel wurde dabei weitestgehend vernachlässigt. Die ernüchternde Erkenntnis folgte: Laut dem Schweizer E-Commerce Report 2010 der Fachhochschule Nordwestschweiz wurde gerade diese Strategie als Wachstumsbremse entlarvt.

ECommerceReport2

Eine Absage an das Multichannelmarketing bedeutet dies jedoch nicht:

„Einige der betroffenen Firmen stehen mitten in äusserst anspruchsvollen Neupositionierungen. Sie nehmen jetzt eine gewisse Selbstkannibalisierung in Kauf und versuchen, die verschiedenen Verkaufskanäle so aufeinander abzustimmen, dass durch ein vorteilhaftes Zusammenspiel das Leistungsniveau insgesamt erhöht werden kann.”

Eine Strategie in Richtung des Kanals, der sich in einem Wachstumsmarkt befindet, ist hier entscheidend für den Erfolg. Diesen Sinneswandel beschreibt auch Jochen Krisch in einem seiner neusten Blogeinträge mit der Hoffnung darauf, dass dieser anhält.  Die Frage ist natürlich immer noch, ob ein Multichanneling sinnvoll ist und wenn ja, wie die Kanäle miteinander kombiniert werden. Einige positive Beispiele aus Deutschland gibt es bereits, so wie Tchibo oder die Supermarktkette Plus, die das E-Commerce-Potential ausnutzen. Das Onlineangebot deckt sich hier nicht hundertprozentig mit dem stationären Handel. Die Käufer können aus einer breiten Produktpalette wählen, die nicht in vollem Umfang in den Filialen erhältlich ist. Das Angebot stellt hier eine Erweiterung des stationären Sortiments dar, weshalb der Kanibalisierungseffekt wohl eher gering ausfällt. Zu hoffen bleibt aber dennoch, dass dieser generelle Wandel nicht nur hauptsächlich den befragten Schweizer Unternehmen vorbehalten bleibt.

Amazon: Versandpauschale nun auch für deutsche Kunden

Verfasst am 12. November 2007 von Christian Grötsch.

amazon.pngWer wird kein Weihnachts-Geschenk online kaufen? Vielbesteller bei Amazon kommen jetzt jedenfalls in den Genuss der Versandpauschale. Für die Einmalzahlung von 29 Euro jährlich, entfallen bei jeder Bestellung die Versandkosten. Diese schlugen schnell mal eben mit 3 bis 4,95 Euro zu Buche und entfielen erst jenseits eines Bestellwertes von 20 Euro.

Eine spontane Aufmerksamkeit für Zwischendurch oder so manche CD dürfte da oft gut überlegt worden sein – Bücher waren von diesen Versandkosten jedenfalls schon immer befreit. Amazon verrrät mir jetzt aber leider nicht, wer als Vielbesteller durchgeht. Vielleicht werden diese Kunden auch gesondert, sprich exklusiv informiert, dürfte gut ankommen die Mail.

Quelle: emar

Robotron gegen SAP

Verfasst am 30. Oktober 2007 von Christian Grötsch.

Schon Anfang der 70er entwickelte Robotron eine Software zur Rationalisierung von geschäftlichen Abläufen, wie zum Beispiel Finanzbuchhaltung und Verwaltung von Lagerbeständen sozialistischer Kombinate. Sachgebietsorientierte Programmiersysteme (SOPS) hieß das dazumal bei Robotron.

Laut einem Bericht der Welt Online arbeiteten die späteren SAP-Gründer damals an einer Software für Finanzbuchhaltung – auf Grundlage der Vorarbeit von Robotron! weiter »