Archiv der Kategorie 'Preispolitisches'

Das Interesse am Online-Lebensmittelmarkt

Verfasst am 19. August 2010 von Sabine Bartmann.

Diesen Monat wurde der Erfolg des online Verkaufs von Lebensmitteln stark kritisiert. Hauptsächlich das Angebot von Amazon  wurde unter Beschuss genommen.  Trotz der Kritik blicken die Versandhändler mit Zuversicht in die Zukunft. So führt Chehab Wahby von der Strategieberatung OC&C in der Welt Online an:

“Die Akzeptanz wird zunehmen”

und prognostiziert dem Geschäftsmodell bis 2015 ein Umsatzwachstum von 50-70%.

froodiesaktuell

Auch Lutz Preußners, Geschäftsführer des Online-Lebensmittelmarkts froodies.de bleibt optimistisch:

Ich denke, es ist bei der aktuellen Studie wichtig, zwischen dem Status Quo und den Aussichten für den Online-Lebensmittelhandel zu unterscheiden. Der aktuelle Anteil ist mit 0,1% noch sehr gering. Das liegt aus meiner Sicht weniger am nicht vorhandenen Interesse bzw. Bedarf der Verbraucher, denn dieser ist auch in Deutschland bereits jetzt vorhanden. Der Grund liegt vielmehr in der Tatsache, dass es in Deutschland aktuell noch keinen nennenswerten überregionalen Anbieter gibt, wie bspw. Tesco in Groß Britannien. Der Einstieg von Amazon in den Markt ist hier sicherlich ein deutliches Zeichen. Dass das Potenzial ist auch in Deutschland riesig. Die Annahmen gehen von 2-3% Umsatzanteil aus, das sind ca. 6 Mrd. Euro!

Kritisch bei Amazon sieht er den Umstand, dass Kunden, sobald sie bei mehreren Anbietern bestellen, auch gleich mehrfach Versandkosten zahlen müssen. Er ist sich jedoch sicher, dass hier bald für mehr Transparenz im Bestellprozess gesorgt wird. Die Entwicklungen auf dem Online-Lebensmittelmarkt bleiben somit weiterhin spannend.

Myfab.com untergräbt den Zwischenhandel

Verfasst am 16. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

myfabDas französische Designmöbel-Portal und Startup myfab.com (gegründet 2008) steigt in naher Zukunft mit fünf Millionen Euro Kapital in der Tasche in den deutschen Markt ein, das von Risikokapitalgesellschaften Alven Capital und BV Capital stammt. Geplant ist der Eintritt Ende August bis Anfang September diesen Jahres.

Das Prinzip von myfab.com ist sehr interessant, da hier die Nachfrage klar dominiert. Es sind die Kunden, die per Onlineabstimmung entscheiden können, welche Produkte angeboten werden. Myfab orientiert sich an diesen Abstimmungsergebnissen, nimmt die Produkte in den Vertrieb auf und bestellt diese bei den entsprechenden Herstellern. Auch hier gewinnt wieder mein Unwort des Jahres: die Echtzeit. Denn der Kunde kann sämtliche Produktionsphasen auf der Website live mitverfolgen und bekommt dann seine Ware an die Haustür geliefert.

Allerdings, und das ist interessant, wird der Zwischenhändler einfach umgangen. Der Vorteil für myfab? Siehe IWB:

Durch die Produktion auf Bestellung vermeidet myfab Fehl- oder Überproduktionen, Lagerkosten und teure Ladenmieten. Seit dem Launch im April 2008 wurden in Frankreich über 80.000 Artikel verkauft.

myfab2

In einem sehr lesenswerten Beitrag vom Netzökonomen, wird diese Idee genauer unter die Lupe genommen.

Jesper Wahrendorf, (neuer) Geschäftsführer im deutschen Ableger von myfab und ehemaliger Business-Developer-Leiter bei Otto, äußerte sich dazu folgendermaßen:

Ein Designersofa, das im Laden 4000 Euro kostet, wird für 200 Euro produziert. Der Rest geht für Zwischenhandel, Transport, Lagerung und natürlich die Margen drauf. Myfab.com schaltet diese Zwischenstufen aus.

Design on demand” und die Beseitigung von „verkrusteten Strukturen” stehen auf der Tagesordnung von Wahrendorf.

Das 4000-Euro-Sofa kostet dann „dank” myfab nur noch 700 Euro; generell sollen die Ersparnisse bei knapp 70 Prozent gegenüber dem Ladenpreis liegen. Möbel sind im Übrigen erst der Anfang, da hier noch die größte Differenz zwischen Herstellkosten und Verkaufspreis. Denkbar sind auch Textilien, Schmuck oder Elektronikhandel. Alles Bereiche indem, laut Wahrendorf, Preisvorteile durch myfab verschafft werden können.

Die Vision von myfab ist einleuchtend: Die Umgehung von Warenhäusern, Zwischenlagern und Großhändlern, zu diesem Fazit kommt auch der Netzökonom. In gewisser Hinsicht, ist myfab jedoch selbst eine Art individualisierter Zwischenhändler, der dem Kunden Geld spart und damit selbst verdient. Die „verkrusteten Strukturen” wie Wahrendorf sie tituliert, werden grob gesagt nur anders und neu ausgelegt. Aus der Ich-Perspektive (Stichwort: Marge). Myfab – Meine Fabrik?

Die Hersteller sitzen übrigens überwiegend in China. Das will ich jetzt mal unkommentiert stehen lassen.

Und was mich außerdem interessieren würde, wer die Designer sind, die die Produktvorschläge auf der myfab-Website erstellen, und wer diese womit bezahlt?

Das Selbstmix-Portal Saftfabrik.de – Teil 2

Verfasst am 13. Mai 2009 von Sebastian (Handelskraft).

saftfabrikGestern kam die ersehnte Lieferung der Saftfabrik. Das Berliner Startup hat uns, wie wir vor kurzem berichteten, mit seinem Konzept und seiner Website schon ziemlich beeindruckt und gefallen.

Kommen wir zum Produkt:

Die Lieferung erfolgte in einem gut verklebten Styroporpaket. Als ich nach dem Öffnen eine Flasche herausnahm, wurde ich gleich zufrieden gestellt. Die Säfte, die zwischen kleinen Kühlakkus und Styroporschnipseln standen, waren gekühlt. Das müssen sie auch sein, da die Säfte frisch sein müssen, schon allein weil sie ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe hergestellt werden.

saft2

Wir haben eine breite Palette der vorgemixten Säfte erhalten, sodass wir uns einen Eindruck über die verschiedenen Geschmacksrichtungen und die Qualität machen konnten. Nicht alle Säfte haben uns geschmacklich überzeugt, was aber eher an den Zutaten lag. Einige Säfte waren hingegen absolut fantastisch. Sie rochen frisch und nach den Hauptzutaten und haben geschmacklich wirklich punkten können. Die Qualität der Säfte war, auch bei denen, die uns nicht zusagten, hervorragend und steht dem positiven Eindruck, den die Website hervorruft, um nichts nach.

saft3

Das einzige Problem – das wurde auch schon sehr intensiv bei blogwave diskutiert – ist der Preis der Säfte. Das Argument, dass man sich die Säfte auch für den Bruchteil des Saftfabrik-Preises bei ALDI besorgen könnte, kann man so nicht anführen, da die Säfte hier wirklich frisch zubereitet werden. Natürlich könnte man auch selber solche Säfte zusammenmixen, aber das macht erstens viel Arbeit und Dreck und ist, verglichen mit der Zutatenpalette der Saftfabrik, nicht wirklich billiger, denn in Obst und Gemüse ist weniger Saft drin, als man denkt.

Dennoch wird Saftfabrik.de Probleme bekommen einen Kundenkreis aufzubauen, wenn man bei diesen Preisen bleibt, denn, dass muss auch ich zugeben, ich könnte nicht regelmäßig dort einkaufen. Es ist Aufgabe des Startups zu erkennen, dass das Produkt zwar qualitativ toll ist und auch spielerisch zusammengemixt werden kann, aber das der Privatkonsum nicht der Kundenkreis sein kann. Nicht mit diesen Preisen. Mit den richtigen Schritten sollten die Saft-Mixer aus Berlin einen Kundenkreis erschließen, der ein bisschen mehr Geld zur Verfügung hat. Ebenso sollte man im Messe- und Unternehmensbereich Kunden suchen und dementsprechend seine Werbemöglichkeiten ausschöpfen.

Die Qualität des Produktes, die Lieferung und das Angebot ist auf jedenfall überzeugend.

Verbraucherschützer: Live-Shopping macht echte Schnäppchen möglich

Verfasst am 14. August 2008 von Christian Onnasch.

Die deutsche Live-Shopping Garde erhält den Ritterschlag der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Die Düsseldorfer Verbraucherschützer haben in einer Stichprobe die Angebote zehn deutscher Live-Shopping Portale unter die Lupe genommen. Dabei wurden je zwei Produkte ausgewählt, um anschließend mithilfe von sechs Preissuchmaschinen (Billiger.de, Evendi, Guenstiger.de, Idealo, Kelkoo und Preissuchmaschine.de) nach billigeren Angeboten im Netz zu suchen. Zu den zehn untersuchten Portalen gehörte auch Preisbock.de.

Das Ergebnis wirft ein gutes Licht auf die deutsche Live-Shopping Szene, 19 der 20 untersuchten Produkte waren anderswo im Netz um durchschnittlich fast 21 Prozent teurer. Deswegen attestiert die Verbraucherzentrale NRW den untersuchten Live-Shopping Anbietern:

Schnäppchenjäger können oft erheblich sparen.

Dass dem wirklich so ist wird heute wieder mal auf der Preisbock Alm bewiesen. Denn dort steigt seit 9 Uhr das Verkaufsevent Määähhday, bei dem Schlag auf Schlag ein unschlagbares Angebot dem nächsten folgen wird.

Via

Schutzgeld verkauft sich selbst

Verfasst am 11. Februar 2008 von Christian Grötsch.

Es ist ja auch für uns beim Preisbock nicht immer einfach jeden Tag ein neues supergünstiges Produkt zu finden. Die Jungs von Schutzgeld haben dafür nun eine gute Lösung gefunden: einfach mal Werbeplätze vermarkten. So kann man auch später falls man mal im Woot-Business aufhören sollte von der Domain profitieren. :)

Wir haben uns dann gleich heute mal gemeldet und wollten einen Werbeplatz für unseren Preisbock kaufen:schutzgeldwerbung.jpg

Naja leider verstehen die Jungs nur ein wenig Spass und so haben die unsere Bestellung wieder storniert, das aber immerhin recht lustig. :)

Hallo Romy,

schön zu wissen, dass Ihr Werbung auf unserer Seite buchen möchtet….Aber dafür haben wir natürlich den entsprechenden Passus in unseren Produktdetails hinterlegt:

“Ausgeschlossen von der Aktion sind alle Inhalte mit einem gewaltätigen, rassistischen oder pornografischen Inhalt.
Musst Du verstehen, abba dafür sind WIR nunmal zuständig!!!

Außerdem behalten wir uns natürlich das Recht vor, andere Werbetreibende von der Aktion auszuschließen.”

Welcher Satz dabei auf euch zutrifft, könnt ihr Euch selbst ausdenken ;-)

Wir werden Euren Auftrag daher stornieren.

Amazon: Versandpauschale nun auch für deutsche Kunden

Verfasst am 12. November 2007 von Christian Grötsch.

amazon.pngWer wird kein Weihnachts-Geschenk online kaufen? Vielbesteller bei Amazon kommen jetzt jedenfalls in den Genuss der Versandpauschale. Für die Einmalzahlung von 29 Euro jährlich, entfallen bei jeder Bestellung die Versandkosten. Diese schlugen schnell mal eben mit 3 bis 4,95 Euro zu Buche und entfielen erst jenseits eines Bestellwertes von 20 Euro.

Eine spontane Aufmerksamkeit für Zwischendurch oder so manche CD dürfte da oft gut überlegt worden sein – Bücher waren von diesen Versandkosten jedenfalls schon immer befreit. Amazon verrrät mir jetzt aber leider nicht, wer als Vielbesteller durchgeht. Vielleicht werden diese Kunden auch gesondert, sprich exklusiv informiert, dürfte gut ankommen die Mail.

Quelle: emar

Versandhandel 2.0

Verfasst am 7. November 2007 von Christian Grötsch.

bvh.pngHeute zuerst auf dem e-commerce-blog gesichtet:

Im Auftrag des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh) werden nun die Ergebnisse einer Studie Distanzhandel in Deutschland vorgestellt:

Wie kommen die Rekord-Gesamtumsätze von 16.8 Mrd. Euro im deutschen E-Commerce zustande? weiter »