Social Commerce

Social Commerce ist der Vertrieb der eigenen Produkte durch Kommunikation mit dem Kunden. Das kann über soziale Netzwerke, wie Facebook oder Pinterest, geschehen oder über Bewertungs- oder Kommentar-Systeme. Die Interaktion steht im Vordergrund und eröffnet so neue Vertriebswege. Über konstruktive Kritik, die der Händler so erhält, kann der eigene Shop verbessert, das Geschäftsmodell angepasst oder der Kundensupport weiterentwickelt werden. Social Commerce ist daher nicht nur Mittel zum Zweck, sondern bringt Kundennähe und verbessert durch Feedback interne Abläufe.

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Social-Shopping-Plattform ShopStyle kommt nach Deutschland

Verfasst am 15. September 2009 von .

shopstyle2Gestern wurde die internationale Social-Shopping-Plattform (für Fashion und Lifestyle) ShopStyle nach den Auftritten in den USA und UK auch hierzulande und in Frankreich gelauncht.

Für die deutschen Shopper dürfte das besonders erfreulich sein, da hierzulande nicht nur populäre deutsche Marken und Onlinehändler angeboten werden, sondern auch aus Übersee. Mit dem internationalen Versandfilter ist es nun möglich auf anderen ShopStyle-Seiten (UK und USA) einzukaufen. Mithilfe der Filterfunktion werden die Shops angezeigt, die auch nach Deutschland versenden, wobei Nutzer aus ca. 120 Kategorien wie Beauty, Taschen, Schuhe und Bekleidung auswählen können.

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Social Commerce: Semantic Web trifft Marktforschung

Verfasst am 9. September 2009 von .

Eine theoretisch wirklich gute Entscheidung war die jüngste Kooperation zwischen dem Marktforschungsinstitut TNS Infratest und der Qualitätssuchmaschine auf semantischer Technologie TrustYou, die sich auf Hotel- und Reiseveranstaltung spezialisiert hat.

Marktforschung & Semantic Web. Donnerwetter.

Gemeinsam bringen beide Unternehmen ein Produkt zum Marketing-, Produkt- und Qualitätsmanagement für die Reiseindustrie auf den Markt.

Was wirklich sehr interessant ist, dass in dieser Zusammenarbeit, in der auch Social Commerce indirekt zum Einsatz kommt (C2B2B, sozusagen), Verbraucherbewertungen aus dem Netz mit Marktforschungsergebnissen der TNS Infratest kombiniert. Laut Pressemitteilung hat das Marktforschungsinstitut zu diesem Zweck eine Toolbox entwickelt, mit der es möglich ist, Analysen auf Daten von TrustYou durchzuführen.

Ob Hotelgruppen und Reiseveranstaltern wirklich bewusst ist, was für eine Vorarbeit dadurch ermöglicht wird? Es ist zwar fraglich woher diese Bewertungen kommen, aber im Großen und Ganzen, ist das ein interessanter Ansatz, der Zielgruppen beider Unternehmen eine prototypische Entscheidungshilfe für strategische Ausrichtungen zur Verfügung zu stellen.

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Eine durchaus fruchtbare Möglichkeit, Social-Media-Aktivitäten vorzubereiten, vor allem in diesem Branchenzweig. Des Weiteren ist diese Entwicklung nicht nur ein Angebot für Player aus der Reisebranche. Viel mehr ist es auch eine Ansage, bestätigt auch der Geschäftsführer der TrustYou, Benjamin Jost, eindeutig:

Ein Ignorieren der Meinungen, Kritiken aber auch des positiven Kundenfeedback aus dem Internet, schlägt sich langfristig in einem Rückgang der Buchungen nieder.

Übersetzt heißt das: Ohne unser Produkt, sind Sie im Netz so gut wie geliefert, wenn Sie nicht reagieren.

Ein Fünkchen Wahrheit steckt trotzdem drin. Nur nicht so drastisch. Noch nicht.

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Polyvore als Social-Shopping-Player im E- und Social Commerce

Verfasst am 23. August 2009 von .

polyvoreDer aufsteigende Social-Shopping-Anbieter Polyvore (Launch: 2007), sicherte sich vor wenigen Tagen eine weitere Runde frisches Kapital in Höhe von 5,6 Millionen US-Dollar, sponsored by Matrix Partners, Benchmark Capital und Harrison Metal Capital, so berichtete das US-Branchenblog Techcrunch. In einer ersten Runde erhielt Polyvore bereits 2,5 Millionen US-Dollar.

Polyvore, dass Ende letzten Jahres erst unterstrichen hat, dass man auf dem besten Wege ist, langfristig im E-Commerce ein tonangebender Player im Format Amazon oder eBay zu werden, kann seinen Kurs also weiter fortsetzen.

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Kategorie: Fashion, Social Commerce

I wear your Shirt: Von einer tollen Idee zum Social Marketing in der Praxis

Verfasst am 17. August 2009 von .

iwearyourshirtEs ist doch so einfach. Manchmal führen die naheliegenden und schlichten Ideen zu Ruhm. Wie die Idee von Jason Sadler, die ich letztens bei Leander Wattig aufgelesen habe. Es hätte jedermanns Idee sein können. War es aber nicht. Dafür hat Herr Sadler jetzt einen vollen Terminkalender und eine volle Brieftasche.

Seine Idee: I wear your shirt.

Sein Plan: Jeden Tag trägt er für ein Unternehmen ein neues Shirt mit Werbung bedruckt. Das gesamte Jahr lang, sprich 365-mal. Am ersten Tag bezahlt das Unternehmen für die wandelnde Werbetafel aus Fleisch und Blut einen einzigen Dollar. Am zweiten Tag zwei Dollar. Und so weiter und sofort. Am 365. Tag kostet diese Form der Werbung für ein Unternehmen eben 365 Dollar. Das sind im Jahr knapp 70000 Dollar.

Und damit das Unternehmen auch wirklich was davon hat, filmt und fotografiert Jason Sadler sich mit den Shirts selber und verbreitet diese in allen gängigen großen Kanälen des Social Webs. Das ist quasi ein praxisorientierter Social-Media-Consultant, der eine witzige Idee zu einem interessanten und anscheinend auch sehr lukrativen und attraktiven Geschäftsmodell umgesetzt hat. 2009 ist Jason Sadler jedenfalls komplett ausgebucht, ebenfalls bis Mai 2010. Schade, dass der Herr sich nicht klonen lässt (um mal schreiend mit einem übergroßen roten Zaunpfahl zu winken).

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Diese Form der Werbung ist wirklich äußerst angenehm, die Idee verblüfft gerade wegen der simplen Struktur. Ich kann mir so eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und aktiven Usern im Netz durchaus vorstellen, zumal diese Idee an sich ja keine Neugeburt ist. Natürlich fällt dieses Geschäftsmodell unter Spielereien. Diese scheint aber zumindest zu funktionieren, sehr gut sogar. Die Unternehmen haben einen Akteur im Social Web, der die Werbepenetration auf angenehmen Level hält, und der Akteur wird scheinbar nur am Anfang seiner Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmen über den Tisch gezogen. Ein Unternehmen kann sich so verspielter und wesentlich moderner und attraktiver darstellen, ohne heucheln zu müssen. Das ist in der Tat sehr attraktiv für mehrere Seiten.

Sadler Idee kann man genauso gut als den ausgereckten Mittelfinger sehen, welcher der stotternden Werbebranche gewidmet ist. Das macht ihn ein Stück weit sympathischer als es mit der Idee ohnehin schon ist.

Die Schattenseite ist jedoch, dass so eine clevere Idee nie lange warten muss, bis die ersten Trittbrettfahrer aufgesprungen sind. Und die sind wie Fliegen, wenn einmal ein Meinungsmacher sagt: „Joa, das ist trendy und fancy.“
Und dass dann das Zeitalter wandelnder Werbetafeln anbrechen könnte, jagt mir einen Schauer über den Rücken. Sicher, Werbung lässt sich im Bezug auf Textilien sehr ansprechend visualisieren, aber das tut der potentiellen Reizüberflutung keinen Abbruch.
An besten ich genieße die Idee noch solange, bis ich in einem Jahr Augenbluten auf der Straße bekomme. Und wer weiß, vielleicht ist die Idee ja auch lediglich für die Web-Bevölkerung und nicht für die Straße. Das ist für Unternehmen eine attraktive Zielgruppe, aber auch eine kritische.


Fastfood-Ketten: Social-Media-Angsthasen

Verfasst am 11. August 2009 von .

Eine Branche ist in sozialen Netzwerken besonders unterpräsentiert: Fastfood-Ketten à la McDonald’s oder Burger King. Sicher, es gab einige sehr peinliche Versuche in sozialen Netzwerken, die sich jedoch indirekt gegen die Nutzer selbst richteten (You like your friends, but you love the Whopper). Von einem gewissen Standpunkt aus, verspottete Burger King damals sowohl die Moral der Nutzer, als auch das Netzwerk Facebook. Glücklicherweise war das eine Marketingaktion des Bratfett-Riesen, die noch mal bewiesen hat, dass Doppelmoral nicht moralischer ist, nur weil das Wort Moral darin vorkommt. Oder um der Marketing-Front von Burger King die Hand vom Mund zu reißen: Erst kommt das Fressen und dann die Moral.

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Erst kürzlich, so konnte man es auf medialotse.de nachlesen, landeten Fastfood-Ketten im Vergleich mit den 100 wertvollsten Marken der Welt nur im hinteren Mittelfeld, im Bezug auf das Engagement in sozialen Medien.
Michael Bernecker, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Marketing (DIM), hierzu:

Die Unternehmen schrecken offenbar vor den negativ geprägten Diskussionen, die aktuell in den USA und Europa über Fastfood geführt werden, zurück. Diese könnten sich schließlich ja auch auf die eigene Plattform ausweiten.

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Für Fastfood-Ketten ist das in der Tat sehr heikel. Und so fährt der Professor fort:

Wenn zu viel Negatives auf diesen Plattformen verbreitet wird, könnte dies die Expansionspläne eines Anbieters beträchtlich gefährden.

Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich stimmt. Die Konsumenten wissen, dass Fastfood nicht unbedingt das Nonplusultra in puncto Ernährung ist. Dennoch konsumieren sie es. Ist das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung gestört, aus welchen Gründen auch immer, zweifle ich daran, dass böse Worte einer Marke wie McDonald’s schaden könnten. Ich bin ja sogar der Meinung, dass bestimmte Marken schadensfrei bleiben, trotz schlechtem Image. Selbiges gilt auch für Tabakkonzerne: Es gibt Fans, aber auch verdammt viele Gegner. Unter Geldproblemen leidet diese Branche deswegen mitnichten. Nur wenige erwarten vom Fastfood oder vom Tabak, fair behandelt zu werden. So einfach. (Bei Vodafone ist das was anderes, aber die haben sich ihre Lektion ja schon abgeholt.)

Nun ja, jedenfalls ist vor kurzem der PR-Chef der US-amerikanischen Fastfood-Kette Taco Bell, Lyle Swart, ans Mikrofon getreten und verkündet die eigenen Web-2.0-Ambitionen:

Unsere Gäste konsumieren immer mehr Medien online. Das Internet ist ein wichtiger Weg, um sich mit Menschen zu vernetzen.

Ein raffinierter Bursche, dieser Lyle Swart. Und so geht Taco Bell bis Anfang nächsten Jahres das neue Projekt an, unterstützt von der auf digitale Kommunikation spezialisierten Agentur R/GA, und will die eigene Unternehmenswebsite tacobell.com in ein „benutzerfreundliches Entertainment-Portal umwandeln“. Good luck.

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Die Themen „Soziale Netzwerke“ und „Soziale Medien“ werden auch für andere Ketten ab nächstes Jahr eine große Rolle in der Marketing-Planung spielen. Gegenüber pressetext, äußerte sich KFC-Deutschland-Pressesprecher Michael Huy:

In Zukunft wird, gerade im Hinblick auf die geplante Expansion, Online-Marketing ein integrativer Bestandteil der Kommunikation werden und im Jahr 2010 bei uns maßgeblich an Bedeutung gewinnen.

Bleibt abzuwarten, ob diese Ketten den Weg richtig einschlagen, nicht wie Vodafone. Oder Burger King. Das Community-Potenzial ist in diesem Fall jedenfalls gigantisch. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob ich das gut finden soll. Guten Appetit.


Social Commerce 2009: Die Macht der Markenbotschafter

Verfasst am 3. August 2009 von .

2009. Das Update-Web „2.1″

Wir erleben im Jahre 2009 einen tiefgreifenden Umbruch im Handel. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es der Werbe- und Medienlandschaft in diesem Jahr an den Kragen geht. Nach aktuellen Zahlen aus Studien von Compose, wird es immer schwieriger Marken über klassische Kommunikationskanäle an den Mann zu bringen. Gleichzeitig ist die Nutzung der sozialen Plattformen gegenüber den letzten Jahren explosionsartig gestiegen.

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Kategorie: Social Commerce

Brands want to be Friends

Verfasst am 23. Juli 2009 von .

Mit einem inhaltlich wirklich guten und ansehnlichen Videobeitrag, berührte der Themenblog gestern das Themengebiet „Marken in sozialen Medien”. Das folgende Video zeigt noch einmal den hohen Grad des Kontextes zwischen den Bereichen Social Commerce, soziale Medien und soziales Web. Es deutet ebenso einen klugen Ansatz zur Problemlösung von Marken an, die ihre Ansprache im Netz verändern (müssen) um den Kunden überhaupt noch ansprechen zu können: Ansprechen durch Zuhören.

Der E-Commerce befindet sich zurzeit in einer Phase der sozialen Funktionsweise, in der soziale Netzwerke und Betriebssysteme entwickelt und stabilisiert werden, und in der Verbraucher beginnen, Widgets und Netz-Applikationen auf eigenen Profilen einzubinden. Marken beginnen – sofern von dieser Entwicklung nicht gelähmt – dem Verbraucher Nutzwert anzubieten (Kreieren von Applikationen), z.B. bei Nike (nikeID.com):

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Heute zeichnet sich das Ende des bloßen Annoncierens ab.

Ebenfalls stehen Marken und der E-Commerce am Anfang der sozialen Besiedlungsphase, in welcher der Löwenanteil der Webseiten sozial und kommunikativ ausgerichtet ist. Unterschiede zwischen klassischen Seiten des Web-2.0s und Netzwerken verschwimmen. Marken wenden sich an Beeinflusser, konzentrieren sich auf diese und binden verstärkt Empfehlungen ein. Eine Anleitung gibt es nicht. Im Falle der Vodafone-Kampagne, kann man zumindest von Seiten des Netzes sagen, dass sie gescheitert ist bzw. sehr negativ angenommen wurde.

Marken sehen sich zunehmend mit Angst konfrontiert, aus ihrer Perspektive verlieren sie die Kontrolle. Eine wirklich großartige Slideshow, hier gefunden, visualisiert und erklärt diese Entwicklung aus Markensicht sehr schön in 30 Bildern.

Ja, Marken brauchen Freunde. Sie versuchen sich diese zu suchen. Mal erfolgreich, mal nicht. Aber im Großen und Ganzen beginnen schon bald die Phasen des sozialen Kontextes und des Social Commerce, in der Marken ihren Besuchern anmeldefrei spezifische Inhalte anbieten werden um nicht vollständig von der Kundenvernetzung und Identitätsteilung vom Markt verdrängt zu werden. Die ersten Gehversuche seitens der Brands sind getan. Kann man sagen, was man will: Das soziale Web hat eine gewaltige und spannende Entwicklung für beide Seiten der Ladentheke angestoßen.


Social Commerce: Zuhören kostet Geld

Verfasst am 10. Juli 2009 von .

Social Commerce ist kein Megatrend. Die Mechanismen basieren auf natürlichem menschlichen Verhalten.

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Diese Aussage, heute bei Twitter gefunden, ist mir den gesamten Tag im Gedächtnis geblieben. Zwei Dinge dazu:

1. Nein, Social Commerce ist kein Megatrend. Betrachtet man das aus der Sicht der Umstrukturierung (auch im Denkprozess des Marketings), dann allerdings schon. Aber im Grunde steht Social Commerce am Ende einer Entwicklung, in der wir uns soeben befinden und die in wenigen Jahren Realität im neuen E-Commerce sein wird. Menschen sind von Natur aus sozial und der Handel ist eine Aktivität, die alltäglich für uns ist. Inwiefern das natürlich-menschliches Verhalten ist, bleibt erstmal ausgespart.

Das spärlich definierte Bild von Social Commerce ist keine Neuerfindung, nein. Handel und soziale Interaktion haben sich seit eh und je miteinander vermischt. Sämtliche Formen des Teilens, Austauschens und Mitmachens im Shopping- oder Handelsprozess sind Teil unseres Verhaltens. Präzise gesagt: unseres Konsumverhaltens. Verschiedene Online-Tools (das gilt insbesondere für die auf Onlineshops) haben eine Ausdehnung dieser Konsumimpulse- und Vorlieben auf den Bereich des E-Commerce ausgedehnt. Denn was das Einkaufen betrifft: In diesem Punkt schwingt die Komponente „sozial” stets mit. Schon immer.

Problematisch ist das allerdings für Unternehmen und Marken, die sich nur sehr schwer in dieser Ausdehnung zurecht finden. In einem sehr lesenswerten Artikel auf dem Themenblog („Die Entmythisierung von Social Media“), wird dieser Problematik auf den Zahn gefühlt.

Social Commerce: Zuhören kostet Geld
[gefunden bei Themenblog, via Tom Fishburne]

2. Marken, Unternehmen und auch Onlineshops versäumen nicht unbedingt Trends. Die meisten wissen ganz genau, wo sie fündig werden können. Aber sie verstehen es nicht, dass es ein gewaltiger Unterschied ist, sich sozial zu organisieren (C2C) oder eben kommerzielle Interessen zu modernisieren/vertreten (B2C). Möglicherweise dämmert es den meisten Marken, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sie in Schwierigkeiten stecken und möglicherweise damit kämpfen müssen, nicht vom Markt verdrängt zu werden.

So was kann zu einer präventiven Paranoia führen, wie wir es gerade im Fall Vodafone erleben: der (mutige) Versuch einer Neufindung/Neudefinierung. Trotz des vielen Spotts bezüglich der Avancen Vodafones, kann die Suche nach Kommunikation im Verbund mit dem Willen seinen Kunden zuzuhören, nicht verkehrt sein.

Das simple Platzieren seiner Produkte oder seines Marken/Unternehmensprofil führt zu nichts richtigem, wenn man nicht investiert und stattdessen die Klicks zählt. Dell: Drei Millionen via Twitter umgesetzt ist nur die halbe Wahrheit. Vollständig gesehen ist das alles andere als spektakulär. United Airlines bieten spezielle Twitter-Angebote an. Starbucks fährt diese Schiene ebenfalls.

Es ist damit zu rechnen, dass sich Gruppen von Menschen in Zukunft nicht nur sozial organisieren und finden, sie werden dies ebenfalls beim Einkaufen machen. Shops und Unternehmen sollten dafür den Rahmen prägen, ein Umfeld schaffen und diese Form des Findens und Suchens unterstützen.

Zuhören kostet Geld. Das wollen viele noch nicht verstehen, die jetzt unsicher das „Social Media” für Unternehmen kontrollieren müssen und glauben, es sei damit gemacht, Onlinetools und soziale Netzwerke abzugrasen. Social Commerce hat gar keine andere Wahl, als vor dem Verständnis für Social Media aufzubauen. Es wird dadurch definiert.

Sonst steht man am Ende da, mit seinem Social Commerce, hat sich auf ein menschlich-natürliches Verhalten verlassen und guckt in die Röhre.


Die virtuelle Einkaufsmeile von MyLane (2)

Verfasst am 8. Juli 2009 von .

Auf MyLane.de, eine virtuelle Einkaufsmeile, hat sich seit unserem letzten Besuch (und unserer Kritik) eine Menge getan. Es scheint, als hätten die Betreiber auf einige Kritikpunkte reagiert. Vor knapp vier Monaten sah MyLane noch so aus (wobei der Name MYLAME besser gepasst hätte):

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Mittlerweile, sieht die Shoppingmeile so aus:

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Ich erinnere mich, dass damals in den Kommentaren (im Zusammenhang mit Design) das Wort “Pixeltown” gefallen ist. Und so kommt MyLane nun auch daher: Wesentlich frischer und ansehnlicher. Dem Hauptkritikpunkt der mangelnden grafischen Ausgestaltung, ist man dank des Feedbacks (Ideen, Vorschläge und Wünsche von Bloggern, Kunden und Interessierten) beherzt nachgegangen.

Ebenfalls wurde ein gravierender Fehler ausradiert: Das Feld der Passwort-Eingabe wird nun verschlüsselt angezeigt.

Hinzu kommt, dass nun auch verschiedene Produktbereiche optisch klar voneinander getrennt wurden (z.B. „Lifstyle, Party und Genuss”, „IT und Elektronik”, etc.).

Was durchaus vorstellbar wäre, seine Kunden (also die Shopbetreiber) dazu zu animieren, kurze und knackige Produktvideos von ihren Produkten zu drehen, die man dann einbauen kann. Oder Aktionen der jeweiligen Shops. Denn obwohl wesentlich mehr Shops auf MyLane zu finden sind, als noch vor vier Monaten, so ist es doch noch sehr „übersichtlich”. Und ich glaube, dass die Shops auch nicht wirklich Geld einfahren über MyLane.

Das ambitionierte Projekt, das ohne Fremdkapital arbeitet, kann nach diesem Schritt anfangen, Erlebnisshopping visuell umzusetzen: Videos, Tools, verschiedene Features für Kunden, sodass man neben der Fassade auch praktisch in den Visualshopping-Bereich vordringen kann. Das könnte ich mir spannend vorstellen, zumal die angebotenen Produkte, die ich mir angesehen habe, wirklich nicht schlecht sind und geradezu danach schreien, visuell unterhaltsam umgestaltet und erweitert zu werden.

Ich könnte mir da einige Sachen wirklich gut vorstellen.

Den Schritt, den man mit der Neuaufsetzung von MyLane gegangen ist, war einer in die richtige Richtung. Ehrlich gesagt, hatte ich vermutet, dass MyLane bald untergeht. Ich kann mir vorstellen, wie schwer die Arbeit war (vor allem aus finanzieller Sicht). Dafür meinen Respekt.


Wie hat man Social Commerce zu verstehen (2)?

Verfasst am 1. Juli 2009 von .

Es ist schon allerhand passiert auf E-Commerce-Webseiten, jedoch begegnen wir nur allzu oft digitalen Verkaufsregalen, die man aus dem Einzelnhandel kennt oder eben statische Produktkataloge. Warum? Eine Erklärung und damit eine einhergehende Gegenwartsanalyse lieferte vor kurzem Matthias Schrader, CEO von SinnerSchrader, auf dem Social Commerce Forum 2009.

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Die Ausführungen Schraders zum ersten Trend („Renaissance im E-Commerce”), sind besonders interessant: Nachdem erste Konzepte („[…] aufgrund fehlender Masse bei den Kunden im Netz […]”) zu Zeiten der New Economy scheiterten (heute jedoch wieder ausgepackt werden) und bis 2006 so gut wie vom Markt verschwunden waren, befinden wir uns nun wieder in einer Investitions- und Experimentierphase, in der man zögerlich Mut zeigt. Das gilt für bestehende, verschwundene und einige neue Anbieter in diesem Segment.

Die Anfänge sehen standardmäßig so aus, dass man für den Kunden unten Platz einrichtet um Kommentare, Bewertungen oder Rezensionen schreiben zu können.

Diese standardmäßige Aufteilung sagt „Hier sind unsere Produkte, such dir was aus und drück den Kaufen-Button. Gerne darfst du dich unten drunter über alles Mögliche mit anderen unterhalten.”

Unter diesen Umständen hat sich noch nicht viel geändert, wenn ich den sterbenden Katalog als Vergleich heranzitiere, außer eben verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten. Die Erwartung an interaktiven Erfahrungen beim Einkaufen ist noch sehr rudimentär und steht beim absoluten Großteil der deutschen Onlineshops noch weit hinter dem gängigen Kundenservice/Kundensupport, der einen Dialog nach dem Einkaufen für den Kunden anbietet: „Haben Sie ein Problem mit ihrer Bestellung, dann bitte hier entlang.” Oder aber man holt sich Rat in einem shopeigenen Forum
Letzteres funktionierte in der Vergangenheit und auch jetzt noch, allerdings ändert sich jenes mit steigenden Bedürfnis und Erwartungen (Quelle: Studie “E-Commerce in Deutschland – privates Konsumverhalten im Online-Shopping”):

  • 72 Prozent der Befragten (obig verlinkte Studie mit mehr als 1000 Teilnehmern) empfinden das Kauferlebnis im Bereich Online-Shopping als unspektakulär und langweilig.
  • 56 Prozent der Befragten wünschen sich ein Einkaufserlebnis, dessen Fokus mehr auf Entertainment liegt.
  • 45 Prozent der Nutzer vermissen eine interaktive Möglichkeit in das Einkaufsgeschehen einzugreifen.
  • 68 Prozent sind sofort bereit, andere Portale mit höherem Spaßfaktor beim Online-Shopping aufzusuchen und dem bisher besuchten den Rücken zu kehren.

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[Grafik und Impuls: jeremymeyers.com]

Dass sich der E-Commerce an neuen Kanälen wie Twitter noch (und auch in naher Zukunft) die Zähne ausbeißt und Online-Marketeers Kopfzerbrechen bereitet, ist da nur das kleinere Übel. Allerdings sind diese Versuche vorteilhaft, denn gerade auf Plattformen wie Twitter lernt man, dass ein neues kommunikatives Modell Fuß fasst:

Statt B2C erleben wir ein gefühltes „BwithC”, das Kommunikation gleichwertig strukturiert. (Angefacht durch Facebook, Twitter und so weiter.)

Der E-Commerce/Social Commerce steht damit vor der gewaltigen Gelegenheit Geschmack, Mitwirkung und Persönlichkeit der Kunden in sich zu integrieren. Das bedeutet eben auch, dass der Kunde an das Ende des Design-Prozesses und der User-Experience gehört.

Jeremy Meyers bringt dazu ein wirklich fantastisches Beispiel:

Wir kennen ja diese postkartenähnlichen Produktregistrierungs-Karten, die z.B. einem neuen Drucker oder Fernseher beiliegen. Haben diese Karten irgendeinen Wert für uns, wenn wir diese ausfüllen? „Selten” wäre die Untertreibung des noch überaus jungen Jahrhunderts. Vielleicht könnte man jene Registrierungskarten derart ändern, sodass man dem Kunden eine eindeutige ID anbieten kann, die man dazu benutzt Traffic auf eine spezielle Seite zu führen: Ein Low-Investment-Affiliate-Programm. Wenn ich andere Nutzer (und potentielle Kunden) so beispielsweise auf eine individuelle Seite, à la „shopname.de/kunde/handelskraft”, schicken und auch individuell anpassen kann, was andere dort sehen können (Modell-Nummer, Rezensionen, Bewertungen, Links, etc.), dann hat mich der Onlineshop als Kunde involviert und einen neuen Traffic-Kanal zu seiner Seite gestaltet.


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