Archiv der Kategorie 'Zahlen, Daten, Fakten'

TV-Werbung & E-Commerce: Effizienz vor Schönheit

Verfasst am 26. Oktober 2011 von Sebastian (Handelskraft).

Wenn etwas nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört, dann würde ich sagen: Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man einen Werbespot aufbaut; ich bin niemand, der sich mit zirkulärer Dramaturgie auskennt und die Werbespots von Saturn mit Michael Buffer & Co. führen bei mir zu schamhafter Gesichtsröte. Ein kurzer Rückblick auf die Evolution der Saturn-Claims ist angebracht:

  1. Geiz ist geil.
  2. Geil ist geil. (Mein persönlicher Favorit)
  3. Geiler geht nicht.

Das lasse ich jetzt mal so stehen. Und über die Media Markt Werbung spreche am besten auch nicht.

Aber wie ist das mit TV-Werbung für Startups? Lohnen sich solche Investitionen und sind es die richtigen Ziele, die Gründer ins Fernsehen zieht? Geht es um Branding, Umsatzsteigerung, Traffic-Steigerung oder will man die IT im Serverraum in den Wahnsinn treiben?

Zalando hat das Thema TV-Werbung mit sehr viel Druck aufgebaut und scheinbar keine Kosten gescheut, die Spots auch wirklich gut aussehen zu lassen. Wenn ich mir die Werbespots von Swoodoo oder von Fluege.de dazu im Vergleich anschaue, die scheinbar mit sehr viel weniger Budget arbeiten mussten, dann wird klar, was diese Unternehmen, abgesehen vom Budget, in der Zielstellung bei TV-Werbung unterscheidet: Zalando geht den emotionalen Weg, den „schönen“ Weg, bei dem das Branding sehr viel intensiver verfolgt wird. Für Startups, die den Markt nicht so aggressiv penetrieren können wie Zalando, ist das jedoch nicht unbedingt der richtige Weg. Wenn man sich vor Augen führt, wie schnell die Kosten bei solchen Experimenten explodieren können, bleibt am Ende für Startups primär das Ziel der Umsatzsteigerung interessant. Hier empfehle ich einen sehr informativen Videobeitrag von deutsche-startups.de:

Wenn ich mir den ersten Werbespot von Swoodoo (als flugsupermarkt.com) anschaue, sehe ich das Ziel der Umsatzsteigerung noch weit vor dem Branding. Und auch wenn der Spot alles andere als schön ist, so bin ich mir sicher, dass das Budget besser angelegt war, als in SEM:

Experimente müssen nicht schön sein. Für den Anfang sollte für Startups die Effizienz im Vordergrund stehen. Wichtig sind dabei vor allem das genaue Reporting und das Messen der Konversion unmittelbar nach der Spot-Ausstrahlung. Davor sollte man sich und die IT (und die Server) gründlich vorbereiten. Denn das ganze Experiment taugt nichts, wenn die Server unter dem Peak zusammenbrechen. Startups, die diesen Weg gehen wollen, sollten vorher also genau abwägen, welche Ziele sie mit Werbespots verfolgen. Effizienz vor Schönheit, Umsatzsteigerung vor Branding sind für den Anfang ein guter Ansatz.

An dieser Stelle möchte ich auch noch mal den Zalando-Spot mit dem FKK-Campingplatz ins Kreuzfeuer nehmen: Oh mein Gott. Ich habe bewusst private Fernsehsender gemieden, damit ich den Spot nicht mehr sehen muss. Waren der erste und die letzten beiden Spots noch ganz witzig, so war der FKK-Spot einfach nicht zu ertragen.

Einen guten Spot zu machen heißt eben noch lange nicht, dass man es für immer kann.

{lang: 'de'}

Onlineshoppen wird zur Gewohnheit – 5 Lesetipps der Woche

Verfasst am 24. Oktober 2011 von Thomas Wetzel.

Die digitale Welt verschwimmt immer mehr mit der realen. Für viele ist es zur Gewohnheit geworden online einzukaufen. Wie die ACTA 2011 beweist, überholen die Vielbesteller die Gelegenheitsbesteller. Im gleichen Zug wachsen die Onlineumsätze und jeder Bürger kauft im Schnitt 5,1 mal im Jahr in einem Onlineshop. Nähere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen zeigt unser erster Lesetipp.

In den weiteren Anregungen geht es um die URL-Gestaltung für SEO-Zwecke, die manuelle Bewertung von Seiten durch Google Mitarbeiter, eine interessante Erläuterung der Lage von Media Markt im Onlinehandel und eine Übersicht zu Testing Tools für User Experience und Usability.

ACTA 2011: Vielbesteller überholen Gelegenheitsbesteller

Should I Change My URLs for SEO?

How Google Makes Algorithm Changes

Das Sand Theorem -  Warum Konzerne falsch entscheiden!

Comprehensive Review of Usability and User Experience Testing Tools

{lang: 'de'}

Die Zukunft der Shoppingclubs

Verfasst am 12. Oktober 2011 von Sebastian (Handelskraft).

Wie operieren Shoppingclubs, welche Strategien werden dabei verfolgt, wie positioniert man sich und wie reagieren „exklusive“ Clubs auf die Weiterentwicklung der Konsumenten?

Diese Fragen wurden in einem K5-Panel zur Zukunft der Shoppingclubs offen diskutiert, in dessen Verlauf auch unbequeme Wahrheiten und Probleme angesprochen wurden. Auch hier hat sich das unkonventionelle Konferenzformat bewährt, sodass im Auditorium niemand mit einem Marketing-Einlauf zurückblieb (wie nach dem Amazon-„Vortrag“).

Sven van den Bergh (limango) beschrieb die derzeitige Kundensituation: limango verzeichnet eine erhöhte Stammkundenkonzentration, sowie eine Steigerung der Frequenzkäufe (mehr als 10 Bestellungen pro Jahr). Kommentarlos bestätigte sich damit auch die Ursprungsidee des Shoppingclub-Modells: Mitglieder, die von anderen Mitgliedern geworben, eingeladen werden, neigen eher zum Einkaufen als Kunden, die durch teure Mitgliederakquise „eingekauft“ werden müssen. Auch Jörg Hensen (vente-privee.com) zielt darauf ab, die Wiederkaufrate zu erhöhen, ein zentrales Problem im Onlinehandel oder um es drastischer zu formulieren: Die Schwachstelle im E-Commerce.

Wie der Zufall es so wollte, erschien auch parallel die neue ACTA-Studie, welche die erkennbaren Veränderungen im Kundenverhalten aufzeigt: Vielbesteller überholen die Gelegenheitsbesteller.

Während der Anteil der Gelegeheitsbesteller 2011 erstmals rückläufig ist und geradezu einbricht, springt der Anteil der Mehrfach- und Vielbesteller von 29% auf 34%.

Auch die weitere Einschätzung von vente-privee.com zum Umsatzwachstum (in Deutschland) war mit einem Blick in den Rückspiegel äußerst interessant:

  1. Der französische Name stellte den Shoppingclub-Riesen vor eine Herausforderung: Konsumenten haben nach brands4friends nicht unbedingt auf einen neuen Club gewartet.
  2. Das Wachstum will vente-privee vor allem über die Internationalisierung vorantreiben. Hier wird derzeit vor allem in die (B2B-)Serviceleistung mit Marken und für anbietende Marken investiert: Digital Factory.

Wünschenswert wäre auch ein Einblick von Westwing gewesen, ein Shoppingclub für Wohnaccessoires und Möbel, denn das Thema Verticals hätte hier sehr gut reingepasst. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Ideenbörse des Exceed Camp Anfang 2010, in dessen Verlauf wilde Fantasien ausgetauscht wurden: Nicolas Speeck (damals noch bei brands4friends) erzählte von Waschmaschinen, die man als Aktion bei brands4friends anbot und auch Autos waren im Gespräch. Fazit: Es ist noch Platz für neue Verticals im Shoppingclub-Bereich, man muss nur die richtige Nische finden und sehr spezielle Einkaufskompetenzen aufbauen/mitbringen.

Dass Shoppingclubs nicht zwangsläufig um Mitglieder und Marken kämpfen müssen und steil wachsen müssen um erfolgreich zu sein, beweist nach wie vor bestsecret.com, deren Motto „Das bestgehütete Geheimnis der Modebranche“ nicht nur Marketing-Wischiwaschi ist, sondern wirklich noch den Ursprungsgedanken der Shoppingclubs verfolgt: Exklusivität. Bestsecret macht mit 150000 Mitgliedern ca. 60 Mio. EUR Umsatz und hat sich zum Ziel gesetzt, nie mehr als 250000 Kunden gleichzeitig Zugang zu den Aktionen zu gewähren. Um überhaupt einen Zugang zu erhalten, gibt es eine ganze Latte an harten Auswahlkriterien, die man erfüllen muss. Und wer da nicht reinpasst oder die Bedingungen erfüllt, der bleibt vor der verschlossenen Tür stehen oder wird wieder rausgeschmissen.

Die Zukunft der Shoppingclubs kann also noch einiges bringen, wenn man auch mal unkonventionelle Wege geht.

{lang: 'de'}

dotSource Loft: Kernbohrungen, Netzwerkaufbau und Planung

Verfasst am 11. Oktober 2011 von Sebastian (Handelskraft).

Die Bauarbeiten an unserem neuen Agentursitz im geschichtsträchtigen Bau 29 schreiten weiter voran.

In den vergangen Wochen wurden Kernbohrungen in die 6. Etage zum Deutschen Patent- und Markenamt durchgeführt. Teilweise mit Suchbohrungen, die in der unteren Etage wenige Zentimeter neben der Wasserleitung und dem Brandmeldekabel rauskamen. :) Des Weiteren wurden diverse Trockenbauwände für unsere Büros eingezogen. Unsere 100qm Südterrasse mit Blick auf die Kulturarena und über Jena wurde mit trittfestem Belag ausgestattet und neu abgedichtet. Mehrere Tonnen Schuttmaterial wurden während zwei Kraneinsätzen nach unten und neues Material nach oben transportiert.

kabelverlegung-im-loftburo

Bild 1 von 29

Die Klimaplanung, der Grundriss, die Elektroplanung, die Sitzverteilung und die Treppen wurden noch einmal überarbeitet. Die Elektriker sind nun fleißig dabei, Netzwerk- und Stromkabel zu ziehen. Der Denkmalschutz hat glücklicherweise die Nutzung der Terrasse genehmigt. Sommerabende unter freiem Himmel. Wir sind jetzt schon stolz auf unser Loftbüro.

Ein Überblick zu unserer Baugeschichte:

Hier noch mal zu unserer persönlichen Baugeschichte:

Teil 1: Das neue Loftbüro der dotSource

Teil 2: Kraneinsatz und Anlieferung

Teil 3: Trockenbauwände

{lang: 'de'}

K5 – Die E-Commerce-Konferenz

Verfasst am 10. Oktober 2011 von Sebastian (Handelskraft).

Was Jochen Krisch als ein Format-Experiment geplant hatte, wurde letztendlich eine klare Kampfansage an die geläufigen Konferenzformate des (Online)-Handel-Ökosystems. Die E-Commerce-Branche kümmert sich selbst viel zu wenig um die eigenen Belange, um die eigene Zukunft. Auf meine Frage, ob die K5 ein alternativer Ausweg aus der E-Commerce-Konferenz-Misere sein kann, bekamen 500 ausgewählte Teilnehmer am Donnerstag und Freitag in München auf der K5 die passende Antwort.

Johannes Altmann von Shoplupe, der auf der K5 auch mit einem sehr interessanten Vortrag zum Thema Relaunch-Kultur vertreten war, formulierte es sehr passend in seinem Nachruf:

Über die Vorträge lässt sich streiten, denn nicht alle Themen sind für jeden interessant. Der große Unterschied war aber vor allem die hohe Überzahl der Shopbetreiber. Endlich kein Verkaufsgespräch, endlich keine langweiligen Kooperationsangebote mehr, endlich ein echter Erfahrungsaustausch.

Dieses Mantra spiegelte sich auch in den Slots wieder, in der sich Bodo Kipper von Amazon den Unmut des Publikums zuzog und für seine Marketing-Präsentation digitale Buhrufe kassierte. Das Bedürfnis nach absoluter Werbefreiheit, die offene Ablehnung von Augenwischerei und die Kritik an mangelnder Beratungskompetenz, habe ich noch auf keiner Veranstaltung so erlebt. In München wurde Klartext gesprochen. Die Branche hat mit der K5 ein völlig neues Selbstbewusstsein entwickelt, zumindest schien es so.

Man kann das lobende Echo (hier oder hier) wirklich nur teilen und ich kann Jochen Krisch für seine hervorragende Arbeit nur gratulieren. Die Sessions waren spannend, es wurde kritisch hinterfragt und ich persönlich kann unaufgeregt sagen: Die K5 hat viele interessante Einblicke geliefert, hat gefordert und den Zustand des (deutschen) Onlinehandels authentisch wiedergespiegelt.

{lang: 'de'}

Der Onlinekauf ist Routine geworden – 5 Lesetipps der Woche

Verfasst am 10. Oktober 2011 von Thomas Wetzel.

Nach einer ereignisreichen Woche mit der MOW und der K5-Konferenz starten wir wieder mit unseren Lesetipps. Der E-Commerce-Markt boomt und es machen tägliche neue Shops auf. Klar das sich auch das Kaufverhalten der User geändert hat. War es früher etwas Besonderes online einkaufen zu gehen, ist es heute reine Routine. Dies wird noch einmal ausführlich und anschaulich in unserem ersten Lesetipp dargestellt.
Außerdem empfehlen wir Artikel über verschiedene Möglichkeiten der Produktdarstellung, kleine Verbesserungen der Shops mit großen Wirkungen, Preisvergleiche und Thought Leadership im Zusammenhang mit SEO.

ACTA 2011: Vielbesteller überholen Gelegenheitsbesteller

20+ Examples of Product Display in Web Design

Kleine Verbesserungen, große Wirkungen in der Shop-Optimierung

Preisvergleiche sind wie Autos

The Best SEO, Social + Content Strategy: Thought Leadership

{lang: 'de'}

Die mächtigste Ratingagentur des Internets – Google rüstet auf

Verfasst am 6. Oktober 2011 von Thomas Wetzel.

Google ist zweifellos einer der Bigplayer, wenn nicht der Bigplayer, des Internets. Der Google Crawler bestimmt eine ganze eigene Branche der Suchmaschinenoptimierung, und ein Zurücksetzen oder Löschen der Homepage aus den Sucherergebnissen kann immensen Schaden für ein Unternehmen bedeuten. Um die Macht, welche „natürlich nur“ dem Internetuser hilft, weiter auszubauen, hat Google jetzt eine eigene Shopzertifizierung zum Start gebracht. Am Dienstag ermöglichte Google dann erste Blicke auf die Hintergründe des neuen Vorhabens.

Um die Anforderungen für das Trusted Store Siegel zu erfüllen, müssen eine pünktliche und schnelle Lieferung sowie ein zufriedenstellender Kundenservice garantiert sein. Diese Werte werden kontinuierlich und retrospektiv bewertet und durch ein Fenster für jeden registrierten Shop dargestellt. Bis jetzt sind durch Screenshots die Noten A und A+ bekannt. Jede weitere Unterteilung dürfte nicht wirklich hilfreich sein.

Das auffälligste Feature, aus Kundensicht, ist der 1000$ Käuferschutz. Diesen können registrierte User im Falle von Problemen rund um eine Bestellung nutzen. Je nachdem wie häufig dieser Käuferschutz genutzt werden sollte, wird der wirkliche Wert des Siegels bestimmt. Deswegen ist auch zu erwarten, dass Google in seiner Beurteilung der Shops wirklich konsequent sein wird. Bei verschiedenen Produkten gilt der Käuferschutz nicht. Dazu zählen z.B. Waffen, Körperteile oder weiter »

{lang: 'de'}