Doch wieder die Glotze anmachen?

Verfasst am 9. November 2007 von .

Okay Facebooks Beacon prallt auf den Hohn der Öffentlichkeit und das Hyper-Targeting von MySpace gefällt mir auch besser. Grund genug, die beiden Systeme mal gegenüberzustellen- im Fließtext.

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Communities und Werbekunden

Das Grundanliegen der Community-Betreiber ist ja, beim Gedanken an Monetarisierung, dem Individuum maßgeschneiderte Werbung zukommen zu lassen, oder eben andererseits dem Marketing superqualifizierte Daten potentieller Konsumenten anzubieten.
Der angestrebte Idealfall ist die bedürfnisbefriedigende Information genau im Moment des tatsächlichen Bedarfs. Was bitteschön soll daran schlimm sein? Ich kenn den gläsernen Menschen auch. Ich hab ihn sogar schon gesehen! Manipulation geht anders.

Zurück zum Thema:
Die User profilieren sich durch jene Angaben, mit denen sie ihr Profil füllen und weiterhin durch das was sie kommunizieren. Darauf kann man technisch ansetzen.

Googles Vision, Werbung, über den Weg der subtilen Gezieltheit, in wünschenswerte Information zu wandeln, wird sogar nach der technischen Realisierung immer noch besser durch den Menschen selbst vorgenommen werden können.

Facebook

Facebook versucht das nun, ohne die mühsame Entwicklung von technischen Werbesystemen. Vielleicht, um mal auszuprobieren, in wieweit Werbepakete aufgrund wünschenswerter Informationen verteilt werden. Und es wird sie geben, die Errungenschaft vom Heißersehnten aufgrund der richtigen Kontakte. Masse geht so nicht. Aber wahrscheinlich wird die bald nirgendwo mehr gehen, außer vielleicht in China.

MySpace

Bei MySpace ist man trotzdem der Überzeugung, dass die Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells mit den neuen Werbeangeboten für ein monatliches Umsatzplus von 40 Mio. Dollar sorgen könnte. Klingt viel, ist viel, aber wer weiß schon so genau aus wie vielen einzelnen Quellen die Summe zusammengeplant wurde. Vielleicht ist das auch als überschätzt einzuschätzen.

MySpace befindet sich auf einem technischen Weg, Information über die Nutzer, die auf jeweilige Anzeigen reagieren seinen Werbekunden anzubieten: Hyper Targeting bildet Gruppen, die den bisherigen Einstufungen Sport, Mode, Finanzen, Videospiele, Autos oder Gesundheit unterliegen, und in weitere hunderte von Unterabteilungen gegliedert werden (via digitalnext). Der Nutzer steht dann in einem Sektor, der irgendwann ausformuliert ungefähr so lauten könnte:

Ich habe mein Profil selbst ausgefüllt und bestimme meine Gewohnheiten freiwillig folgendermaßen: Ich liebe mein Fahrrad, weil ich damit immer nach der Arbeit diesen einen Berg da mit Vollgas runterfahren kann, also ohne Bremsen zu benutzen. Am meisten nerft mich dabei, dass die Bremsbeläge nach ungefähr 5 Tagen trotzdem verdampft sind.

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Kategorie: Online Marketing


Eine Reaktion zu “Doch wieder die Glotze anmachen?”

  1. StudiVZ, Myspace, Facebook: Werbung in sozialen Netzen! ||| Handelskraft |||

    Am 17. Dezember 2007 um 12:29 Uhr

    […] Im November fuhr Facebook ja ein polarisierendes Werbe-System, genannt Beacon, an. Es war ein Versuch, dialogorientiertes Marketing, in denen die User selbst Produkte promoten sollten – gewissermaßen unter Freunden und Kontakten. Das Problem, das zur Revolte führte, war die liebe Privatsphäre. Man konnte das Programm zwar wie Spam behandeln, sprich abschalten. […]

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