Demografische Marktforschung wird irrelevant in der Online-Welt

Verfasst am 6. März 2008 von .

Ob jemand 20 oder 60 Jahre alt ist, in einer miesen Gegend wohnt oder in Köln als Nachbar von Klaus Zumwinkel, arm oder reich ist, wird erfolgreiche Verkäufer bald nicht mehr interessieren. Die Generation V wird sich dieser Klassifizierung einfach entziehen, sagt Gartner. Und die Unternehmen, die das nicht verstehen, werden eine harte Zeit bekommen.

Gartner spricht unschöne Worte nicht wahr? Jedenfalls vom Standpunkt der empirischen Datenerhebung aus, die mittels relativ geschlossener Fragen nach Familienverhältnissen, Einkommen, Kindern, und Wohnumfeld fragt. Bis jetzt fndet man auch nicht sofort und unmittelbar Beispiele, die diese Basis aufhebeln:

Wer kauft ein Laptop?

Möchte ich ein hochpreisiges Laptop auf den Markt bringen, dass im Produktionsprozess costumize-able bleibt, prüfe ich besonders mein Absatzpotential. Ich ziehe hierfür empirische Daten mit demografischen Einzelheiten als Basis für Umsatzprognosen heran und finde Zahlen über Leute, kinderlos, mit dem&dem Einkommen, arbeitend in demundem Witschaftsektor, wohnhaft in den&den Stadtvierteln. Habe ich jetzt meine Zielgruppe? Fast. Ein bischen davon, vielleicht. Es werden nicht die 9to5-Angestellten sein, die mein Laptop brauchen. Auch wenn einige es trotzdem kaufen. Studenten haben kein Geld? Unter Umständen ziehen die das Geld irgendwo her, wenn das Laptop ein musthave ist. Woher das Geld kommt? Vom schnellen Job. Von der Oma. Vom Staat.

Wer kauft ein Laptop?

Wer kauft ein costumized Laptop? Jetzt? Special Interested People brauchen mein Laptop. Leute mit charakterlichen Eigenschaften versehen, wie Extrovertiertheit, Introvertiertheit, Emotionalität, Egoismus, Selbstdarstellung.

Wer kauft ein Laptop?

Im Blick in Richtung Zukunft möchte ich meinen, es wird immer mehr Menschen geben, die sich nicht klassifizieren. Sie machen was sie wollen, kaufen was sie wollen und denken was sie wollen. Sie benutzen ihr Geld nicht, um es ins Schema zu legen, zu dem es immer passte. Manche bauen keine Häuser, weil es schon genügend gibt. Manche heiraten nicht, weil sie nicht wüssten, wozu das gut sein soll. Manche hüten Kinder, die nicht die eigenen sind. Manche haben kein Auto, weil der Nachbar eins hat. Manche haben keinen Job, weil sie eine Karriere bereits hinter sich haben. Wie alt? Scheißegal!

Wer kauft ein Laptop?

Jeder, der bock drauf hat, ein Laptop nach seinen Vorstellungen zu ordern.

Man wird Targeting brauchen.

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