Open Source – Gewinner der Finanzkrise

Die Auswirkungen der Finanzkrise – nichts ist in nächster Zeit an Ausmaß unvorsehbarer als das. Momentan sind wir Zuschauer und sehen das wohl mieseste Stück auf der Theaterbühne der Finanzwelt. Die Liste der Verlierer ist lang, sehr lang. Die Liste der Gewinner ist dagegen sehr kurz. Neben den Menschen, den man es nicht gönnen kann, dass sie aus dieser schweren Krise mit Gewinn gehen, gibt es allerdings einen Sieger-Kandidaten, den man fast übersehen hätte: das Open-Source-Business.

Allzu spekulativ kann die Annahme, dass die Rezession der Einführung von Open-Source-Software in die Hände spiele, nicht sein. Auch wenn sich, laut Lothar Lochmaier, „in der aktuellen Wirtschaftskrise aber nicht alles nur um das Argument von niedrigen Kosten, zu der auch geringe Lizenzblöcke bei quelloffenen Produkten sicherlich ihren Beitrag leisten, [dreht].”

Wenn die IT-Budgets gekürzt werden, und das werden sie, dann wird das eben auch die gesamte Branche treffen. Open-Source-Anbieter zeichnen sich aber durch ihren schlanken Bau aus und nicht durch einen kostenintensiven Apparat. Deswegen haben sie viele Feinde und Neider. Während Software-Giganten tausende Entwickler bezahlen müssen, gönnen sich Open-Source-Anbieter unentgeltliche Mitarbeiter. Auch umgesetzte Projekte werden letzten Endes zu wahren Geld- und Zeitfressern. Da haben die Open-Sourcler momentan einfach das bessere Blatt auszuspielen. Unternehmen können das gut gebrauchen, da Open Source ihnen die Möglichkeit eröffnet, die Marktschwankungen und das Finanzbeben besser auszuloten. Fakt ist, da kann man sich Betram Mandel (Geschäftsführer bei INGRES) anschließen, dass Unternehmen vor einem Desaster stehen würden, falls Software-Anbieter pleite gehen. Dann würden Unternehmen auf ihren teuren Lizenzen sitzen und keinerlei Möglichkeit haben ihre Projekte durch Weiterentwicklungen, Updates und Patches voranzutreiben.

Aber auch Qualität hat ihren Preis. Entwickler für Open Source verlangen mittlerweile auch ab und an ein bisschen Brot und wer kann ihnen das verübeln. Was interessant wäre und auch wissenswert, ob man durch die Einnahmen ein Unternehmen mit Entwicklern finanzieren könnte.

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