Otto wird phlegmatisch

Verfasst am 26. Januar 2009 von .

Der Versandhandelskonzern Otto strauchelt. Jochen Krisch hat das ganz richtig auf den Punkt gebracht und auch in den Kommentaren wird weiter skizziert. Krisch schreibt von einer panischen Schockstarre, in welcher der Konzern momentan steckt. Das Auto steckt im elektronischen Versandhandel fest, als hätte man noch nie Schwierigkeiten beim Fahren gehabt.

Wenn die eigene Bestimmung bzw. das eigene Aufgabenfeld zur Krise wird, dann hilft nur ein gewollter, bewusster, planmäßiger Umbruch, sagt Konzernchef Hans-Otto Schrader höchstpersönlich im Manager-Magazin. Jetzt ist auch klar, was Krisch mit Superzeitlupe meint. Alle anderen (beispielsweise Arcandor) rotieren und zelebrieren ihren möglicherweise anstehenden Untergang sehr laut. Und alle haben sie dasselbe Problem: Medialer Leinenzwang. Ich verstehe Otto-Chef Schrader ganz gut. Aber diese fast schon phlegmatische Ruhe, sie ist alles andere als seriös. Ein Konzern in der Größe Ottos sollte natürlich nicht wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den Stall rasen, aber wie ein Faultier am Ast zu hängen, während der Baum brennt, ist auch keine Lösung.

Lösung Krisch:

Die einzige Chance für Unternehmen, die auch in Zukunft vorne mitmischen wollen und den radikalen Wandel aktiv gestalten wollen, bestünde darin, auf Teufel komm raus zu experimentieren, breitgefächert mit Hypothesen zu arbeiten, diese täglich erneut auf den Prüfstand zu stellen und sich so mit der Zeit ein Bild von der Zukunft zu erarbeiten.

Das ist zwar auch kein fertig skizzierter Fahrplan, aber so einen sollte ein Global Player nicht extern beziehen. Fangen wir lieber nicht an, Otto zu kommentieren. Das macht einen ja ganz trübsinnig. Das arme Faultier am brennenden Baum. Und Löschwasser ist auch keines zu sehen. Hilft nur springen. Und wir wissen alle: Wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung.

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Kategorie: Versandhandel


Eine Reaktion zu “Otto wird phlegmatisch”

  1. Christian Grötsch (Preisbock.de)

    Am 27. Januar 2009 um 13:18 Uhr

    Also ich find Otto eigentlich im Vergleich zu Quelle recht innovativ und experimentierfreudig, ich meine die Aktivitäten von Baur, oder Lascana oder Smatch u.s.w. Und was der Herr Schnieders von Otto so auf dem Pangora Kongress präsentiert hat geht gedanklich und konzeptionell eigentlich sehr in die richtige Richtung.
    Was Ihr nur alle habt… !?

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