E- und Social Commerce wachsen weiter

Verfasst am 19. März 2009 von .

Die deutschen Konsumenten haben 2008 im Internet Waren und Güter im Wert von 13,6 Milliarden Euro gekauft. Damit stieg der Umsatz 2008 im E-Commerce, laut WebScope-Panel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), um ganze 19 Prozent.

Dieser deutliche Anstieg gibt Hinweise auf die Veränderungen des Kaufverhaltens der Deutschen im Internet und beweist noch einmal, dass das www der Vertriebskanal ist, der am stärksten Wachstum verzeichnen kann.

ecomumsatz

Mit diesem Wachstum sind eine zunehmende Professionalisierung und ein neues Verständnis für konsumorientierte Bedürfnisse unabdingbar. Das Segment der Social Networks (Twitter, Facebook, etc.) hat den Markt des E-Commerce grundlegend verändert. Social Commerce ist seit ein paar Jahren auf dem Vormarsch und gewinnt weiter an Bedeutung, da Kommentare und Empfehlungen von Bekannten und Freunden Einfluss auf die Kaufentscheidungen ausüben.

Thomas Lipke vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) bestätigt diese Entwicklung:

Social-Commerce wird immer wichtiger, denn die Menschen möchten durch Empfehlungen oder Kommentare die Meinungen anderer Käufer in ihre Kaufentscheidung einbeziehen können.

In Deutschland zeichnet sich die Tendenz zu Internet-Bevorzugung für das Shoppen ab: Letztes Jahr haben 29,5 Millionen Menschen im Internet eingekauft – das sind 12 Prozent mehr als noch 2007. Im Durchschnitt kaufte eine Person 9,4 Mal online ein und gab dabei im Schnitt 49 Euro aus.

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E- und S-Commerce wachsen weiter.

[Grafiken: GfK]

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4 Reaktionen zu “E- und Social Commerce wachsen weiter”

  1. Thorsten S.

    Am 19. März 2009 um 17:44 Uhr

    Interessanter Artikel. Allerdings sehe ich heute noch nicht, dass soziale Netzwerke den E-Commerce Markt grundlegend verändert haben. Zumindest sind die in Klammern geführten Beispiele (Twitter, Facebook) in Deutschland noch wenig verbreitet, bei Twitter geht man gerade mal von 40.000 Usern aus. Auch Facebook ist (in Deutschland) allenfalls auf dem Vormarsch. Selbst wenn man die Nutzerzahlen außer acht lässt und nicht nur von diesen beiden Beispielen ausgeht, kann ich dem Artikel nicht entnehmen, inwiefern Social Commerce gegenüber dem klassischen E-Commerce an Bedeutung gewonnen hat. Oder habe ich etwas übersehen?

  2. Sebastian (Handelskraft)

    Am 19. März 2009 um 18:40 Uhr

    @Thorsten

    Vielen Dank für deinen hinterfragenden Kommentar. Zu deinen Anmerkungen:

    Allerdings sehe ich heute noch nicht, dass soziale Netzwerke den E-Commerce Markt grundlegend verändert haben.
    Haben sie nicht? Die erfolgreichen deutschen Liveshopping-Portale wie Preisbock.de oder Guut.de arbeiten aktiv mit ihrer Community bzw. investieren Geld in HR oder in (externes) Recruiting um diese Communities zu pflegen und auszubauen. Da sind natürlich Inspirationen aus Social Networks nahe liegend, wenn nicht gar sehr wahrscheinlich. Viele Startups und auch große Versandhändler investieren – und das ist keine Vermutung – in die Implementierung Social-Network-verwandter Features wie Foren, User-Profile etc. Das alles sind Impulse, die aus dem Trend der Communities resultieren. Wenn der E-Commerce-Markt solchen Zuwachs hätte, wie soziale Netzwerke, dann wäre das traumhaft. Und da ist es m.E. nur ganz natürlich, dass der E-Commerce-Markt auf diese Entwicklung reagiert und sie für sich zu nutzen versucht. Das technische Know-How hat er größtenteils. Insofern kann man die These, soziale netzwerke haben den Blick des E-Marktes verändert, schon so stehen lassen.

    Zumindest sind die in Klammern geführten Beispiele (Twitter, Facebook) in Deutschland noch wenig verbreitet, bei Twitter geht man gerade mal von 40.000 Usern aus. Auch Facebook ist (in Deutschland) allenfalls auf dem Vormarsch.
    Du hast vollkommen Recht. Aber gerade weil diese Netzwerke auf dem Vormarsch sind ist es aus unternehmerischer Sicht notwendig früh zu reagieren, bevor es zu spät ist. Studivz schaltet Werbung für Brands4Friends (beides Holtzbrinck-Töchter). Das sind erste Unternehmungen, diese beiden Segmente anzunähern und elektronische Kontaktpunkte herzustellen. Dass das noch nicht alles war, wird die Zukunft schon zeigen. Und was Twitter angeht: In Deutschland fangen die ersten Unternehmen und Firmen an zu twittern. Das ist eine völlig neue Form der Unternehmenskultur- und kommunikation, die der gängigen PR bald Konkurrenz machen wird, eben weil persönliche Bezugspunkte zu Usern geknüpft werden können. Liveshopping-Anbieter woot! hat zum Beispiel über 262.000 Follower auf Twitter. Deutsche Unternehmen werden dem nachstreben, sie tun es bereits. Ich lege den Vormarsch, wie du richtig gesagt hast, in dieselbe Schublade mit aktuellen Trends und sich abzeichnenden Entwicklungen.

    Selbst wenn man die Nutzerzahlen außer acht lässt und nicht nur von diesen beiden Beispielen ausgeht, kann ich dem Artikel nicht entnehmen, inwiefern Social Commerce gegenüber dem klassischen E-Commerce an Bedeutung gewonnen hat.
    Ein guter Punkt. Man muss vielleicht dazu sagen, dass es schwierig ist, diese beiden, E- und S-Commerce, gegenüber zu stellen, da der S-Commerce sich aus dem E-Commerce entwickelt und auch schon teils entwickelt hat. S-Commerce hat an Bedeutung gewonnen. Die ersten wichtigen und mutigen Schritte hat Amazon vor Jahren schon gesetzt. Empfehlungen, Kommentare. Nun kommen Produktvideos, Live-Feeds und unzählige anderer Funktionen hinzu, die dem potentiellen Käufer im Netz die Möglichkeit geben sich zu informieren und auszutauschen. Er wird beraten und das live. Das sind schleichende Vorgänge ohne großen Knall, insofern möchte ich fast behaupten, dass es schwierig ist, eindeutig zu sagen, das und das zeugt von einer Evolution im E-Commerce. Beobachtet man allerdings die Innovationen auf Online-Shops, die eingeführten Features usw., dann kann man sagen: das sind nicht nur Vorboten des S-Commerce, es ist ein sich einschleichender S-Commerce, der den E-Commerce Schritt für Schritt “relauncht”.

    Ich hoffe, diese Position war aussagekräftiger als der Artikel.

    Liebe Grüße

    Sebastian (Handelskraft)

  3. Thorsten S.

    Am 19. März 2009 um 21:08 Uhr

    @sebastian

    danke für deine ausführliche Antwort. Und ja, diese Ausführung war für mich aussagekräftiger und vor allem differenzierter als der Artikel selbst. Eine schleichende Evolution hin zum S-Commerce sehe ich auch und ich denke, dass hier noch einige spannende Entwicklungen auf uns zukommen werden, social networks werden hier sicherlich auch eine führende Rolle spielen. Das Twitter und Facebook (etc.) den E-Commerce grundlegend verändert haben, war dann vielleicht lediglich etwas zu plakativ formuliert. Noch sehe ich den Umgang mit solchen Plattformen in der Experimentierphase.

    Viele Grüße
    Thorsten

  4. Sebastian (Handelskraft)

    Am 20. März 2009 um 15:12 Uhr

    “Noch sehe ich den Umgang mit solchen Plattformen in der Experimentierphase.”
    Das kann auch ich so stehen lassen. Richtig.

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