Die virtuelle Stadt Touchtown

Verfasst am 17. April 2009 von .

touchtownVor knapp einem Monat hat Handelskraft über die virtuelle Einkaufsmeile MyLane berichtet und wie wichtig der optische Anspruch sein sollte.

Die Schweizer Agentur annularspace GmbH hat nun eine virtuelle Schweizer Stadt visualisiert (eigentlich eine Reihe von Schweizer Städten), in der Nutzer ihre Geschäfte eintragen können: Touchtown. Via Google Maps und verschiedenen Kategorien à la “Shopping”, “Gewerbe”, “Dienstleistungen”, “Hotels & Restaurants” & “Bars” und “Tourismus & Kultur” ist es möglich sich die eingetragenen Geschäfte genauer anzusehen.

Was ist das besondere an Touchtown?

Als ich heute davor saß und rumspielte, habe ich nach weniger als zehn Sekunden begriffen, dass ich mich übermorgen gerne so im Netz bewegen möchte, vor allem, wenn ich nach bestimmten Dingen suche oder einkaufen will. Das waren meine Gedanken. Von diesen Gedanken wurde in Touchtown noch nicht allzu viel realisiert, dennoch ist es ein bemerkenswertes Gerüst, holprig, aber wahnsinnig innovativ mit immens viel Potential.

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Die Agentur annularspace visualisiert Objekte, Räume, Gebäude, komplette Städte (siehe eben Touchtown!!!) mit Fototechnik und Computersoftware und organisiert so virtuelle und reelle Umgebungen. Da es sich hier „lediglich” um eine Kreativagentur handelt, ist klar, dass weitere Lösungen in Projekten noch nicht umgesetzt wurden und auch nur mit enorm viel Aufwand und Zeit umgesetzt werden können. Aber dann hätte man so ziemlich das aufregendste Einkaufserlebnis im Netz, das sich vom echten Einkauf kaum zu unterscheiden vermag. Es wäre ein Adventure-Game, ein Jump & Run-Spiel, in dem man Shoppen, Läden besichtigen, Städte (!) besichtigen könnte. Oder auch Dienstleistungen in der Nähe suchen und deren Webseiten besuchen könnte.

Der Aufbau von Touchtown ist übersichtlich. Auf der oberen Hälfte des Bildschirms hat man ein Kugelpanorama, in dem man sich bewegen kann. Eine Leiste unter dem Panorama liegt zur einfachen Bedienung bereit (Zoom, Richtungswahl 360°). Hin und wieder tauchen in diesem Panorama Steuerelemente auf, Pfeile oder Infobuttons zu Shops zum Beispiel, womit man durch die abfotografierte Stadt laufen kann. Dieses umstrittene Prinzip ist bereits von Googles Street View bekannt. Unter diesem Kugelpanorama befindet sich eine Slideshow mit Angeboten aus den oben genannten Kategorien, selbst verständlich visualisiert. Klickt man auf ein Foto in der Slideshow kommt man oben im Panorama direkt zum Sitz dieser, kann diesen begehen oder sich über einen Infobutton weitere Informationen via Infobox (Popup-ähnlich) anzeigen lassen kann:

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Unter der Slideshow befinden sich auf der linken Seiten die Kategorien, die Städte, die bereits visualisiert wurden. Mittig befinden sich Listen mit Geschäften, die dann auf der rechten Seite in Google Maps angezeigt werden. Mit Klick auf ein Geschäft in Google Maps springt man oben im Panorama natürlich sofort zum Standort.

Da man seine Geschäfte in Touchtown eintragen lassen kann und man somit auch sein Geschäft komplett abfotografiert in 3D begehbar machen lassen kann, ist die Integration eines Onlineshops des jeweiligen Geschäfts nicht nur naheliegend, sondern in diesem Zusammenhang auch ein optischer Schritt nach vorne. Wenn nicht gar 1000 Schritte.

Funktionieren könnte das über ein simples Interface, das auch auf MyLane zur Verfügung steht:

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Bei dem oberen Screenshot, sieht man zwei grüne Pfeile und zwei Infobuttons. Die grünen Pfeile markieren den Eingang ins Geschäft, die Infobuttons zeigen weitere Angaben zum Geschäft (Webseite, etc.), der blaue Pfeil zeigt ein weiteres “Flanieren” an. Wenn ich nun in das hier rechte Geschäft gehe:

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Ich befinde mich nun im Inneren des Geschäfts. Aktuell kann man sich hier nur umsehen. Aber wie toll wäre es, wenn man nun im Hintergrund auf das Snowboardregal klicken könnte und plötzlich wäre man in einem Shop mit Warenkorb, Empfehlungen, Kundenrezensionen, der sich auf die Kategorie Snowboards spezialisiert hätte? Oder wenn man sich drehen könnte und dann wären da Regale mit Shirts, Schuhen, Mützen und so weiter. Ein Klick und man könnte in diesem Geschäft das komplette Angebot haben. Und man könnte es via Onlineshop einfach bestellen. Das wäre großartig.

Es ist natürlich eine immense Aufgabe. Für Touchtown, Entwickler und die angemeldeten Geschäfte, die ihre Produkte auf Onlineshopformat trimmen müssten.

Das verstehe ich unter absolutem visuellen Shopping. Aber wie gesagt, bisher ist alles lediglich visualisiert und begehbar gemacht worden.

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Eine Reaktion zu “Die virtuelle Stadt Touchtown”

  1. www.best-practice-business.de/blog » Touchtown: Mehr als nur Panoromabilder

    Am 18. April 2009 um 11:45 Uhr

    […] habe Touchtown durch den Handelskraft-Blog, in dem Sebastian folgendes Statement abgibt: “Als ich heute davor saß und rumspielte, habe ich nach weniger als zehn Sekunden begriffen, […]

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