InsideTwitter: 10 nützliche Statistiken zu Twitter

Sysomos, ein kanadischer Anbieter für Social Media-Analyse, hat einen umfassenden Bericht zur Twitter-Nutzung veröffentlicht (Insidetwitter) veröffentlicht. In diesem Bericht tauchen sehr interessante Beobachtungen und Statistiken auf. Die bemerkenswertesten hat ogilvyPR zusammengefasst:

  1. 21 Prozent der Twitter-Accounts sind offensichtliche Karteileichen, die nie einen Ton von sich gegeben haben. Es ist anzunehmen, dass viele dieser Accounts lediglich dazu dienen, einen Nutzernamen zu blockieren bzw. zu reservieren.
  2. Knapp 94 Prozent aller Twitter-Accounts weltweit haben weniger als 100 Follower.
  3. Die Monate März und April 2009 haben Twitter extrem populär gemacht. So hat in diesen Monaten der Wettlauf zwischen Ashton Kutcher und CNN stattgefunden, wer als Erster eine Million Follower für sich beanspruchen kann. Unzählige Prominente sind ebenfalls in den Microblogging-Dienst eingetreten. Auch Business-News, Übernahmegerüchte und einige politische und dramatische Ereignisse haben den Dienst gepusht.
  4. Die magische Follower-Grenze liegt bei 150. Aus dem Bericht geht hervor, dass Twitter-Nutzer dazu tendieren, ihren Followern erst dann zu folgen, wenn diese selbst mehr als 150 Follower besitzen. (Mich würde persönlich übrigens interessieren inwiefern sich ein Ungleichgewicht auf die Entscheidung jemandem zu folgen auswirkt, sprich: Wenn jemand knapp 10000 anderen Accounts folgt, aber selbst lediglich 400 Follower hat.)
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  6. 5 Prozent der User-Accounts generieren 75 Prozent aller Aktivitäten. 10 Prozent der User-Accounts bereits 86 Prozent, d.h. eine kleine Minderheit kreiert den Löwenanteil der Aktivitäten auf Twitter, was wahrlich keine Überraschung ist (eher ein Phänomen des Mitmach-Webs).
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  8. Knapp 50 Prozent aller Twitter-Nutzer sind kaum aktiv, d.h. laut Bericht, dass sie in einer Woche durchschnittlichen einen einzigen Tweet posten. Wenn man die 21 Prozent der Karteileichen aus Punkt 1 da herauslöst, dann bleiben noch ganze 30 Prozent, die einen Account haben, getwittert haben, jetzt aber inaktiv zu sein scheinen.
  9. Dienstag ist der populärste und aktivste Twitter-Tag, an dem die meisten Tweets und Retweets getätigt werden, dicht gefolgt von Mittwoch und Freitag.
  10. Der Schlüssel für das Wachstum und den Nutzwert hat Twitter den APIs zu verdanken. Mehr als 55 Prozent der Twitter-User nutzen andere Dienste als den direkten über twitter.com.
  11. Englisch dominiert Twitter. Die Top 4 der Twitter-Nationen sind englischsprachig. 62 Prozent der Twitter-Nutzer sind US-Bürger, 8 Prozent aus UK, aus Kanada 5,7 Prozent und aus Australien 2,8 Prozent. Größtes nicht-englischsprachiges Land ist Brasilien (2 Prozent). Twitter ist mit 140 Zeichen extrem englischfreundlich. Russische Wörter sind schwierig in 140 Zeichen zu bekommen.
  12. 15 Prozent der Nutzer, die mehr als 2000 anderen Nutzern folgen, kommen aus der Sparte Marketing für Social Media. Welche Überraschung. Die meisten dieser Nutzer posten täglich mehrere Tweets und nutzen Twitter eher für direkte Kommunikation.
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  14. Wen es interessiert: Die größten Twitter-Populationen haben die Städte New York, Los Angeles, Toronto, San Fransisco und Boston. Los Angeles wächst am schnellsten.
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25 Reaktionen zu “InsideTwitter: 10 nützliche Statistiken zu Twitter”

  1. Spannender Bericht.
    Das zeigt aber auch deutlich, wie weit wir in Deutschland hinterher hängen und wie wenig sich Twitter (Microblogging) bisher in der Mediennutzung und der Wahrnehmung durchgesetzt hat – Auf die Gesamtbevölkerung bezogen! Häufig werden “Online-Trends” durch Online so wahrgenommen als seien die endgültig angekommen. Das Web 2.0 steckt aber in Deutschland noch in den Kinderschuhe und es gilt dieses samt seiner Chancen für Mensch und Unternehmen auszubauen.


    http://twitter.com/stelten

  2. @stefan

    Du hast natürlich nicht Unrecht. Das ist auch der Grund, weswegen ich Marketingbücher, die Twitter thematisieren, bisher noch unsinnig finden, wenn sie sich an den deutschen Raum richten.

    @hender
    Ja, ein ganz wichtiger Hinweis deinerseits. Ich habe persönlich zwei Unternehmens-Accounts und einen privaten. Und ich weiß, dass viele Menschen, die ich aus dieser Branche kenne, ebenfalls so agieren. Die meisten betreiben diese Accounts ja auch, aber ja, es ist eine wichtige Frage, inwiefern die Anzahl der Twitter-Nutzer von der Accountzahl abweicht.

  3. Interessante Zahlenspiele. Spannend fände ich auch noch die Entwicklung der corporate accounts. Das Thema nimmt ja immer mehr Einzug in die Kommunikaitonsstrategien. Auch, wenn wir hier in Deutschland hinterherhinken, gibt es international tolle Beispiele für erfolgreiche corporate Accounts. (zappos, dell etc.).

  4. @Nadine
    Das wäre auf jeden Fall sehr spannend, allerdings ist die Twitter-Dichte in Deutschland so niedrig, laut dem Bericht, dass die Zahlen noch nicht wirklich aussagefähig wären. Zumindest ist anzunehmen, dass es für mögliche Kommunikationsstrategien noch keinen Mehrwert bietet.

    Und was daran wichtig wäre: Inwiefern passen die Unternehmen/Marken in diesen Bereich der Kommunikation?

  5. Es ist gar nicht möglich, 10’000 Usern zu folgen und nur 400 Freunde zu haben. Twitter kennt die 2000-Grenze. Daüber hinaus kann man niemanden folgen, wenn man weniger als 2’000 Freunde hat.

  6. @bbswiss

    Ja, ich wollte damit nur auf ein Ungleichgewicht hinweisen. Dann folgen eben manche 1300 Leuten, haben selbst allerdings nur 20 Follower. Das deutet auch auf ein Ungleichgewicht hin. Und nicht immer muss das Spam sein, von Bots. Es können ebenso übereifrige Marketing-Menschen sein.

  7. Ich komme aus Würzburg, seit wenigen Wochen twittert hier, die Stadt Würzburg, die lokalen Radiosender und die Lokalen Zeitschriften. Von daher denke ich dass durchaus eine Twittersteigerung auch in Deutschland zu erwarten ist. Die Frage die ich mir allerdings stelle ist, wann Twitter auch andere Sprachen aufnimmt, neben Englisch und Japanisch.

  8. @Joees

    Dabei muss man beachten, dass nicht alle Sprachen mit dem 140-Zeichen-System von Twitter kompatibel sind. Allein schon deswegen, weil bestimmte Worte beispielsweise in Russisch wesentlich mehr Zeichen benötigen und es somit kaum möglich ist, richtige Sätze auf 140 Zeichen zu komprimieren.

    Das gilt auch für Sprachen aus dem asiatischen Raum.

  9. Zum Sprachenaspekt (Punkt 9): Die chinesischen Schriftzeichen (Hanzi) sind beim 140er-Limit ein klarer Vorteil, da ein einziges Zeichen oft ein ganzes Wort repräsentiert. So kann innerhalb von 140 Zeichen mehr Information untergebracht werden als selbst auf Englisch.

  10. Was weiterhin wichtig ist, gerade bei der Verbreitung von News, die global gehandelt werden, kann Chinesisch ein Nachteil sein. Für die Verbreitung ist eine globalere Sprache wesentlich besser geeignet, englisch, spanisch, deutsch, usw.

  11. Pingback: Von Google, Twitter und Facebook – Die Frühstückslinks - Frühstückslinks - Alles2null
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  13. Sehr interessante Statistik. Ich beschäftige mich im Studium (Online-Journalismus) ja auch ein wenig mit der Materie und muss sagen, dass es es ein riesen Ungleichgewicht zwischen Netz-affin und normalen Leuten gibt. Für die einen ist Twitter schon ein alter Hut, die anderen kennen es überhaupt nicht, geschweige denn können einen Nutzen darin erkennen.

    Aber es ist auch wahr, ab einer gewissen Zahl, kann man den Tweets einfach nicht mehr folgen, manchmal ist “weniger auch mehr”.
    Versuche grade einen Twitter-Account meines Sportvereins zu nutzen- aber so richtig Internet-affin sind die “Kunden” eher nciht, befürchte ich.
    —–
    http://twitter.com/youdaz

  14. @andreas
    Wenn geplant ist, seine Kunden über das Netz zu erreichen, dann muss man die Reichweite von Twitter natürlich richtig einsetzen. Im Falle des Sportvereins geht das möglicherweise nicht. Aber eventuell geht das über Facebook oder andere Netzwerke…

    Dieses Ungleichgewicht besteht, ja. An Universitäten, insbesondere im Kommunikationsbereich wird Twitter mittlerweile Thema der Professoren. Aber selbst die, orientieren sich noch.

  15. Da in Deutschland alle Web 2.0 Seiten länger brauchen und die User hierzulande auch anders reagieren bleibt abzuwarten ob die Statistik irgendwann auch für Deutschland passt. Bis dahin halte ich mich an den Vorsatz: “Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälschst hast!”

  16. Moin!
    Toller Bericht, aber in der Tendenz kaum überraschend.
    Wenn Twitter die Gesellschaft widerspiegel, gelten auch die gleichen Gesetze & Regeln. Also auch die 80:20 Regel, das Pareto-Prinzip. 20% der Profile machen nix, 60% wenig und die anderen 20% sorgen für 80% der Inhalte / Tweets.

  17. sehr gut und sehr interessant geschrieben. IMHO würde Twitter massenhaft wachsen wenn sie deutsch und französisch als Sprache anbieten würden. Ich kenne viele Unternehmer die auf Grund der Sprache nicht twittern.

  18. deutsch wird als sprache zwar nicht angeboten, man kann aber dennoch auf deutsch schreiben, oder?

    Frägt (fragt?) sich halt nur, wer das dann liest…

  19. Interessante Daten. Was mich aber noch interessieren würde: Aus welchen Ländern kommen die Twitter Nutzer??? Wie viel % kommen aus Deutschland, wie viel aus USA, aus UK, aus Spanien……. Das fänd ich ma’ spannend.