Zahlen: Onlinehandel jetzt Nummer 1 im Versandhandel

Verfasst am 29. Juli 2009 von .

In einer Pressemittelung kommentierte der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) gestern die Daten, die derzeit als Zwischenergebnis der bvh-Verbraucherstudie „Distanzhandel in Deutschland 2009″ vorliegen. Durchgeführt wird diese Verbraucherstudie vom Marktforschungsinstitut TNS Infranet. Anfang 2010 soll das Endergebnis der Untersuchung vorliegen.

Der Versandhandel gewinnt weiterhin, der Umsatz steigt um 1,7 Prozent auf 29,1 Mrd. Euro (2008: 28,6 Mrd.). Diese positive Entwicklung hat der Versandhandel unter anderem auch dem E-Commerce, insbesondere dem Internet zu verdanken. Erstmals überspringt der Onlineanteil des Versandhandels mit einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro die 50-Prozent-Marke (derzeit 53 Prozent) des Versandhandels und ist nun größter Bestandteil (Vgl. 2008: 13,4 Mrd. Umsatz, 46,9 Prozent Onlineanteil am Versandhandel).

ONLINEHANDEL JETZT NUMMER 1 IM VERSANDHANDEL

Obwohl der Onlinehandel immer wichtiger wird und mittlerweile den größten Umsatzanteil verzeichnen kann, mit den besseren Prognosen, nutzen noch 69 Prozent der Onlinekäufer gedruckte Kataloge. Er bleibt demnach die wichtigste Orientierungshilfe. Dieter Junghans, bvh-Präsidiumsmitglied, kommentiert das Zwischenergebnis in diesem Punkt folgendermaßen:

Wir sind noch weit davon entfernt, den Katalog als Werbemittel in Frage stellen zu können. Die Frage lautet stattdessen, wie der Katalog der Zukunft aussehen muss.

Der Katalog der Zukunft wird mitnichten gedruckt sein, wenn man überhaupt noch von einem Katalog sprechen möchte, dann ist er als UGC-Katalog vorstellbar und so flexibel, dass es allen, die am derzeitigen Format festhalten, in Lichtgeschwindigkeit auf dem harten Boden der Realität landen werden. Als offensichtlicher Katalog-Gegner, informiert Jochen Krisch immer wieder ausgezeichnet über (Fehl-)Entwicklungen aus diesem Bereich, erst jüngst:

Nach der Quelle-Pleite und den anhaltenden Schwierigkeiten bei Neckermann und bei den Versendern der Otto-Gruppe, scheint der Markt dieses Problem jedoch von alleine zu lösen.

Die traditionellen Katalogversender bleiben weiterhin die Bremsklötzer des Wachstums, trotz Rückgangs des Marktanteils auf 57 Prozent.

  1. 2009 soll das Kataloggeschäft um weitere 8 Prozent schrumpfen.
  2. Waren es 1997 noch 21 Mrd. Euro Umsatz (siehe ExcitingCommerce-Grafik oben), sind es 2009 nur noch 10,5 Mrd.
  3. Innerhalb von drei Jahren (seit 2006) ist das Kataloggeschäft um 28 Prozent geschrumpft.

Diese Tendenz wird bleiben.

Der Onlinehandel rollt.

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Kategorie: Versandhandel


11 Reaktionen zu “Zahlen: Onlinehandel jetzt Nummer 1 im Versandhandel”

  1. Jochen (Exciting Commerce)

    Am 29. Juli 2009 um 11:32 Uhr

    Als “Kataloggegner” würde ich mich vielleicht nicht gerade bezeichnen, eher als “Katalogskeptiker”. Es spricht einfach sehr viel dafür, dass der Katalog das nächste Jahrzehnt nicht überleben wird – und wenn, dann nur als Werbebroschüre, aber nicht als wirksames Verkaufsmittel.

  2. Sebastian (Handelskraft)

    Am 29. Juli 2009 um 12:34 Uhr

    @Jochen
    Ein Skeptiker, der stets betont, dass der Katalog in seiner Form mehr als obsolet ist. Du hast Recht, that’s the point.

    Mehr nicht. Ich schätze, dass auf langer Sicht auch die Werbebroschüre nicht mehr ziehen wird.

    Ich bin also ganz deiner Ansicht.

  3. Carsteb

    Am 29. Juli 2009 um 12:47 Uhr

    Hm auch wenn dies so ist. E-Commerce Unternehmen stehen dieses Jahr denke ich stärker in der miesere als der stationelle Handel.

  4. Sebastian (Handelskraft)

    Am 29. Juli 2009 um 13:01 Uhr

    Das bedarf aber ein paar Ausführungen, anstelle eines Satzes. So wie das jetzt da steht, ist das eine These.

  5. Carsteb

    Am 29. Juli 2009 um 15:34 Uhr

    -stationelle +stationäre

    Als Mitarbeiter eines solchen E-Commerce Unternehmens erlaube ich mir dies mal so, ohne Hintergrund Infos, zu schreiben.

  6. Sebastian (Handelskraft)

    Am 29. Juli 2009 um 16:06 Uhr

    Gut. Dann halte ich dagegen und sage, dass E-Commerce-Unternehmen (damit sind hoffentlich Onlineshops gemeint und nicht etwa Anbieter von Shoplösungen, wenngleich das eine am anderen hängt) nicht wirklich in der Misere stecken. Sicher, es gehen einige Shops unter, weil sie eben noch zu schwach sind und ihr einziges Kerngeschäft im Onlinehandel sehen, was halt noch nicht einfach ist. Auf der anderen Seite stellt sich noch die Frage, was mit stationärer Handel gemeint ist: Omas Weinladen oder eine von Millionen H&M-Filialen, hinter denen ein Konzern steht?!

    Das war es, was ich mit näheren Ausführungen meinte.

  7. Carsteb

    Am 30. Juli 2009 um 07:52 Uhr

    Kann ich leider nicht näher drauf eingehen. Sorry.

  8. Sebastian (Handelskraft)

    Am 30. Juli 2009 um 13:51 Uhr

    Ich will ja gar nicht wissen, wo du arbeitest 🙂 . Ich will ja nur eine allgemeine Antwort zu dem obigen Fragen. Die Diskussion hast du ja angestoßen… 😉

  9. Carsteb

    Am 30. Juli 2009 um 14:05 Uhr

    Der stationäre Handel beinhaltet, aus meinem Standpunkt gesehen, Fachmärkte wie Satun/MM/Expert und co. Sprich die “alten Hasen” under den Märkten. Die, dank reichlich Marketingbudget und der eben recht lang existierenden Geschichte der/des Unternehmen, krass gesagt, nicht “viel” für ihr existieren tun müssen.

    E-Commerce hat sich, im Ganzen betrachtet, erst die letzten 2 Jahre richtig etabliert. Der Schritt zu social commerce und social shopping hat der E-Commerce Industrie erst den großen Sprung gebracht.

    Dennoch: Gerade in unserer wirtschaftlichen Lage sehe ich, wie immer mehr Unternehmen (onlineshops) massiv Probleme bekommen. Dies sind nicht nur die kleinen Unternehmen, die sowieso schon kurz vor Insolvenz stehen. Auch die “global player” unter den deutschen Shops haben zur Zeit imense Umsatz/Gewinneinbrüche.

    Wobei man, nach Artikeln auf versch. Newsseiten, doch glauben muss, dass es dem E-Commerce blendent geht 🙂
    Gerade diese Woche habe ich mindestens 4 Artikel darüber gelesen.

    Zum anderen ist es schön, dass die “Kundschaft” so im glauben einer stark blühenden Wirtschaft im Bereich E-Commerce untergebracht sind. So kurbelt man eben auch die Wirtschaft an.

    Beides, sprich die Wahrheit und die Aussage solcher “Studien”, muss nicht unbedingt in Einklang stehen. Das Eine hilft dem Anderen aber weiter 🙂

  10. Sebastian (Handelskraft)

    Am 3. August 2009 um 14:31 Uhr

    Danke für diese Antwort.

    Die Frage lautet demnach: Wieso haben auch globale Player Probleme? Und wie sollten sie auf diese Problematik reagieren?

  11. Carsteb

    Am 3. August 2009 um 15:52 Uhr

    Die erste Frage kann ich nur mit der allgemeinen Wirtschaftslage beantworten.

    Wenn ich für die zweite Frage einen Ansatz hätte wär ich ein gemachter Mann 🙂
    Meiner Meinung kann dem ganzen nur mit gescheitem Werbeetat entgegen gewirkt werden. Was nicht alle Unternehmensführer verstehen(wollen).

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