Senkt Facebook die Reichweite von Beiträgen um Promoted Posts zu pushen?

Verfasst am 8. November 2012 von .

Facebook LogoFacebooknutzer sehen sich seit einiger Zeit mit weniger Updates in ihrem Stream, Fanpage Betreiber mit einer deutlich geringeren Reichweite ihrer Beiträge konfrontiert. Parallel dazu wurden “Promoted Posts” eingeführt, mit denen Privatpersonen und Unternehmen die Reichweite ihrer Posts gegen Geld erhöhen können. Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Auf entsprechende Gerüchte musste Facebook nicht lange warten.

Dagegen geht Facebook nun vor und verweist laut TechCrunch auf Änderungen in der Gewichtung der Pages und der Möglichkeit, Posts und Pages direkt im Feed als Spam zu markieren.

Sinkt die Facebook Reichweite um Promoted Posts zu bewerben?

Bei TechCrunch wollte man sich darauf nicht verlassen und hat weitere Statistiken zusammengetragen, die alle eines zu beweisen scheinen: Facebook will uns alle nur vor Spam bewaren. Nutzer, die vielen Pages ihr “Like” gegeben und eine Menge Freunde haben, würden sonst von einer riesigen Flut von Updates überspült, wodurch sie im Endeffekt noch weniger mitbekämen.

Seiten, deren Inhalte von Nutzern häufig als Spam markiert wurden, werden daher stärker abgestraft. Beiträge, mit denen keine Interaktionen stattfindet (kein Kommentar, Like oder Teilen), verschwinden schneller aus dem Feed der Nutzer. Laut Facebook haben diese Maßnahmen zu einem starken Absinken von Spam Meldungen geführt.

Im Artikel werden Seitenbetreibern folgende Maßnahmen empfohlen:

Focus on publishing high-quality content. Don’t post too often and don’t cram your marketing down people’s throats. Be entertaining and informative.

Fans müssen entweder stärker mit Beiträgen und Seiten interagieren oder haben die Möglichkeit, diese zu ihren Interessenlisten hinzuzufügen, um keine Neuigkeit zu verpassen.

Kritiker halten Spam-Begründung für unwahrscheinlich

Trotz allem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass hier mehr dahinter steckt. Beispielsweise haben auch Seiten zu Wissensthemen oder gemeinnützige Organisationen, die ausschließlich sinnvolle und informative Beiträge für eine bestimmte Interessengruppe veröffentlichen (also alle obigen Empfehlungen beherzigen), stark an Relevanz verloren. Wie passt das in die Argumentation von Facebook? Seiten werden nicht ausschließlich dazu benutzt, etwas oder jemanden zu promoten, sie werden auch dazu verwendet, um Reichweite für Ideen zu generieren, die sonst kaum Verbreitung gefunden hätten. Dieser Kanal scheint ihnen nicht länger offen zu stehen.

Sergio Toporek von “Beware Of Images”, einem Filmprojekt zum Thema Medienkompetenz, trifft es in seinem offenen Brief an Mark Zuckerberg auf den Punkt:

As an advertising tool, Facebook will still connect millions around the world, but only as a consequence of a different goal and guiding principle. A goal to monetize its user-base by managing, controlling and limiting the way people share and connect. The exact opposite of its stated mission. Please, do not let this happen.

Auch wenn es nicht darum gehen sollte, die Nutzung von “Promoted Posts” zu erzwingen, indem es Nutzern erschwert wird, sich auszutauschen und Neues zu erfahren, handelt Facebook entgegen seiner eigenen Ziele. Wird Facebook zu diesem umfassenden Eingriff in das Benutzerverhalten stehen, oder angesichts der hochkochenden Proteste zurückrudern?

Falls nicht, könnte das der Moment sein, auf den man später zurückblickt, wenn man nach dem entscheidenden Fehler sucht, der Facebook zu Fall gebracht hat.

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Kategorie: Social Web


Eine Reaktion zu “Senkt Facebook die Reichweite von Beiträgen um Promoted Posts zu pushen?”

  1. Christian Grötsch

    Am 9. November 2012 um 08:27 Uhr

    hm erst bezahlen alle Unternehmen viel Geld um Fans zu bekommen und wenn das dann nicht mehr so läuft lässt man die Firmen dann bezahlen um zu Ihren Fans durchzudringen. Nun sollte auch der letzte verstanden haben das es immer noch Facebooks Fans sind und man gut daran tut eigene Community/Kundenbindungsprojekte aufzusetzen und mit Facebook zu verknüpfen.

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