Führt Google einen Feldzug gegen 360-Grad-Marketing?

Verfasst am 26. Februar 2014 von .

Google mag keinen Spam und baut Gmail dementsprechend um. Da treten E-Mail-Marketern schon mal die Schweißperlen auf die Stirn. Denn die Mission, private Interaktionen von werblichen Mails zu trennen, hat einen neuen Meilenstein erreicht: Nachdem Werbemails dank des Tab-Systems in den hintersten Winkel des Postfachs verbannt wurden, erscheint nun bereits in der Betreffzeile ein prominenter “Unsubscribe”-Button. Das Postfach aufzuräumen war noch nie so bequem. Kunden per Mail zu erreichen war noch nie so schwierig.

Google tritt aktiver auf, um Eigeninteressen zu stärken

Wer mit der Philosophie des Intenetmoguls vertraut ist, wundert das nicht: Googles Hauptinteresse liegt (nach außen) darin, perfekte Produkte zu liefern – Nutzer erfreuen statt zu nerven. Inzwischen ist man dazu übergegangen, offensiver einzugreifen, um dieses Ziel zu erreichen. Sobald genügend Einfluss in einem Bereich aufgebaut wurde, setzt Google die Standards.

Offenbar schwingt man sich nun dazu auf, auch E-Mail-Marketing als weiteren Online-Marketing-Bereich unter die Kontrolle zu bringen. SEOs bekommen also Gesellschaft durch E-Mail-Marketer, wenn es darum geht, anlässlich einer Neuerung durch die “Gottheit” Google zu zittern. Logisch, warum sollte der Konzern einerseits für saubere Suchergebnisse stehen, dann aber die Postfächer vermüllen lassen?

360-Grad-Ansatz erhält keine Chance

Bei Google sieht man die Bedenken der Werber nicht so eng: In ihrer Welt setzt sich im Online-Marketing ohnehin nur der durch, der seine Kunden vollkommen zu begeistern weiß. Ein Kunde, den der Newsletter wirklich interessiert, ist viel mehr wert, als jemand, der ihn nur noch aus Bequemlichkeit erhält.

Das ist selbstredend richtig, aber diese schöne Vision befindet sich weit entfernt von der Realität von 360-Grad-Marketing und Multichannel-Touchpoints.

Die Konsequenz für Händler: Die Zeiten, in denen sich ein ursprünglich von Rabatten geköderter (laut Google ohnehin nutzloser) Kunde zum Fan einer Marke entwickeln konnte, sind wohl vorbei.

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