OXID, Spryker, Magento oder doch Shopware – für B2B !?

Verfasst am 23. April 2015 von .

Grafik:Ryan Hyde

Grafik:Ryan Hyde

Handel zwischen Geschäftskunden, B2B oder auch die Zukunft des E-Commerce – viele Unternehmen in der Branche haben die Zeichen erkannt: Manche schon vor längerer Zeit, andere haben den Zug verpasst, sitzen aber doch irgendwie drin. Mit der Oxid eShop Enterprise B2B Edition bringt der nächste Shopsystem-Anbieter eine speziell auf die B2B-Branche zugeschnittene Software auf den Markt.

Neben Oxid gibt es aber noch andere Anwärter, die im B2B-Bereich punkten wollen. So ist Shopware mit der neuen Version 5 ein heißer Kandidat für die Zukunft im E-Commerce. Auch Grüne-Wiesen-Framework Spryker könnte früher oder später vorne mitmischen. Schon lange dabei ist Magento, die momentan auf den Release von Magento 2 hinarbeiten und sich weiter professionalisiert.

Oxid – Solide, mehr aber auch nicht

Um auch im Geschäftskundenbereich mitzuspielen, wird Oxid mit der eShop Enterprise B2B Edition um automatisierte Prozesse erweitert. Logisch, da im B2B oft dieselben Dinge wieder und wieder nachbestellt werden, ist ein Automatisierungsprozess unabdingbar. Auch weitere, im B2B-Geschäft wichtige, Funktionen sollen hinzukommen beziehungsweise verbessert werden, wie beispielsweise die Abwicklung kleinerer Verkäufe via Self-Service.

Gut, Oxid zieht nach und liefert augenscheinlich eine eShop Edition mit allen Vorzügen für B2B-Kunden. Kritik kommt allerdings von der Endnutzer- und Multiplikator-Seite: Das Unternehmen verstehe es nicht, kleine bis mittelgroße Unternehmen mitzunehmen, geschweige denn für einen modernen Adminbereich zu sorgen. Außen hui und innen pfui? Es wird sich erst zeigen müssen, ob sich der späte und nicht innovative Fokus auf die B2B-Branche mit der Oxid eShop Enterprise B2B Edition für den Händler lohnt.

Magento – Gute Aussichten für die Zukunft

Strategisch von der Zukunft eines Unternehmens wie eBay abhängig zu sein, scheint kein Spaziergang zu sein. Trotzdem hält sich Magento wacker und bastelt fleißig weiter an Magento 2. Was ändert sich für Entwickler und Shopbetreiber? Das System wird aufgefrischt: Die JS-Bibliothek jQuery und PHP 5.5 werden beispielsweise unterstützt. Anfängliche Probleme bei der Community-Arbeit von Magento auf GitHub wurden inzwischen ausgebügelt. Im 2. oder 3. Quartal 2015 sollen übrigens auch Händler Zugang zur neuen Magento-Version erhalten. Von der Ankündigung bis zum endgültigen Release werden dann “nur” 5 Jahre vergangen sein.

Es ist zu hoffen, dass Magento mit einem möglichen Verkauf von eBay Enterprise zu alter Stärke zurückfindet. Nichtsdestotrotz holt die Magento Enterprise Edition vor allem kleine und mittlere B2B-Unternehmen ab. Individualität durch eine Vielzahl an optionalen Modulen, die Magento vor allem der Community zu verdanken hat. Dadurch lassen sich Shop und Prozesse perfekt an die Bedürfnisse des Geschäftskunden anpassen. B2B lernt von B2C – so das Motto von Magento.

Spryker – Vorerst etwas zu viel des Guten

Das Shopsystem – Entschuldigung – das E-Commerce-Framework Spryker machte in den letzten Monaten von sich reden. Dahinter stehen Project A Ventures, sowie Nils Seebach und Alexander Graf. Spryker baut auf der angenommenen Tatsache auf, dass die anderen Shopsysteme zu unflexibel sind, um neue Geschäftsmodelle effektiv umsetzen zu können.

Alexander Graf: Bereits heute ist jedes individuelle Commerce-Modell für Versicherungen, Automobilzulieferer oder B2B-Handelsunternehmen zu “speziell” für eine Standardlösung[…]

Die grüne Wiese – können sich das B2B-Unternehmen leisten? Was bei Oxid bemängelt wurde (fehlende innovative Ideen), könnte man Spryker im Gegenteil vorwerfen: Ein B2B-Unternehmen, auch wenn es sich die 100.000 Euro Lizenzgebühren leisten kann, läuft sicherlich nicht ohne Licht ins Dunkel. Was fehlt? Aussagekräftige Referenzen, die aufgebaut werden müssen. Vier oder fünf Shops, die die gleiche Plattform (Yves & Zed) verwenden, reichen dahingehend nicht aus.

Spryker im B2C als Framework für spezielle Geschäftsmodelle scheint durchaus denkbar und auch im B2B gibt es Chancen. Grund dafür ist die enorme Anpassbarkeit des Frameworks, das eine maßgeschneiderte Lösung bis ins kleinste Detail ermöglicht, jedoch mit dem entsprechenden Entwicklungsaufwand dahinter. Der Kunde muss hier schon genau wissen was er will. Doch wissen B2B-Unternehmen bereits, wo die Reise hingehen soll?

Shopware – Positive Kundenerlebnisse auch im B2B

Shopware ist nicht nur Filmproduzent des Blockbusters Shopware 5, sondern auch Anbieter des gleichnamigen Shopsystems. Quer durch Deutschland war das Team unterwegs, um die neueste Version von Shopware als eine Art Kinofilm vorzustellen. Ziel von Shopware 5 ist es, das Kauferlebnis des stationären Handels in die Onlineshops zu bringen: Emotional Shopping.

Die Möglichkeit zum „Storytelling“, ein Responsive Design sowie eine generalüberholte Technik stellen dabei die Eckpfeiler von Shopware 5 dar. Kurzum verspricht der Hersteller eine „perfekte Symbiose aus Design und Technik“.

Passt dieses Konzept in einen B2B-Onlineshop? Der Elektronisch-Handeln-Blog hat die Vorzüge von Shopware 5 einmal auf die Nutzen für B2B-Shops hin untersucht. Cross-Selling, Storytelling, schnell und einfach zum Ergebnis und eine gelungene mobile Umsetzung, das sind die Punkte, die Shopware 5 nicht nur für den B2C-Bereich prädestinieren. Der ganzen Euphorie muss aber auch hier erst einmal ein erfolgreicher Praxistest folgen.

B2C und B2B müssen voneinander lernen

Ein B2B-Shop hat andere Anforderungen als ein B2C-Shop, das ist klar. Es muss voneinander gelernt werden ohne dabei die Unterschiede außer Acht zu lassen. Vor allem der persönliche Kontakt zu Bestandskunden im B2B-Bereich ist elementar. Doch hier greifen verschiedene Mechanismen als Wachstumstreiber ein, wie ein besseres Kundenerlebnis, der Einsatz mobiler Endgeräte oder ein effizient gestalteter Shop, die von den hier vorgestellten Shopsystemen anders umgesetzt werden.

  • Oxid: Die eShop Enterprise B2B Edition enthält Standardfunktionen, die für einen soliden Shop ausreichen. Innovation? Fehlanzeige.
  • Magento: Schon immer solide im B2B-Bereich. Magento 2 pustet den Staub von der ersten Version…wenn es denn tatsächlich in nächster Zeit veröffentlicht wird.
  • Spryker: Ausgelegt für spezielle Geschäftsmodelle mit großem Hang zur Innovation. Das Framework bietet maßgeschneiderte Lösungen. Hier muss sich jedes B2B-Unternehmen selbst fragen, ob man weiß was man will.
  • Shopware : Die 5. Version bringt Erlebnisse aus dem stationären Handel in den Onlineshop. In Bezug auf Kundenerlebnisse und mobile Umsetzung definitiv für den B2B-Bereich anwendbar.

Was ist mit Intershop, Hybris und IBM?

E-Commerce-Software Whitepaper resizeIntershop startete gut in das Geschäftsjahr 2015 und kümmert sich im B2B vermehrt um mittelständische Unternehmen. Die SAP-Tochter Hybris bringt sich immer mehr im Kampf gegen Adobe in Stellung und bietet nicht mehr nur eine E-Commerce Software, sondern auch eine Marketing Cloud an. Mehr zu Intershop, Hybris und IBM findet sich in unserem aktualisierten Shopsystem-Whitepaper, das hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

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Eine Reaktion zu “OXID, Spryker, Magento oder doch Shopware – für B2B !?”

  1. TWiST #53: B2B is the new black | ShopTechBlog

    Am 27. April 2015 um 10:11 Uhr

    […] auf dieses Segment konzentrieren – empfohlen sei hier Carmens Beitrag dazu und der aktuelle B2B-Beitrag auf Handelskraft. PR-technisch scheinen die Kalifornier dabei – wieder einmal – die Nase vorn zu […]

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