PIM-Systeme integrieren: Welche Rolle spielt PIM im B2B? – Interview mit den PIM-Anbietern SAP Hybris, Akeneo und CONTENTSERV [Teil 2]

Verfasst am 16. August 2016 von .

arahan - Fotolia / dotSource

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Nachdem wir im ersten Teil des Interviews in der vergangenen Woche auf die zentralen Vorteile von PIM-Systemen und die Gründe, warum Onlineshops diese nutzen sollten, eingegangen sind, ist es nun an der Zeit, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. PIM-Systeme fördern den Omnichannel-Ansatz, revolutionieren die Art, Produktportfolios zu verwalten, und somit vermutlich auch die Rolle, die Print- und Onlinekataloge spielen.
 
Außerdem können PIM-Systeme sehr nützlich für B2B-Unternehmen sein, die regelmäßig mit komplexen Produkten und Geschäftsmodellen umgehen müssen. Dank PIM haben B2B-Player nun ein breites Spektrum an Möglichkeiten, den eigenen Kunden maßgeschneiderte Einkaufserlebnisse zu bieten.
 
Dennoch gibt es zahlreiche Apsekte in der PIM-Sphäre, die es zu verbessern gilt, und viele Herausforderungen, vor denen Anbieter in den kommenden Jahren stehen werden.

Um Einblicke aus erster Hand zu gewinnen, hat Handelskraft drei Experten von bekannten PIM-Abietern – Christian Rohr, Senior Product Marketing Manager bei SAP hybris, Akeneo Geschäftsführer Frédéric de Gombert und Alexander Garkisch, Business Development & Strategic Marketing Manager bei CONTENTSERV – zusammengebracht und gefragt, welche zentralen Herausforderungen es in den nächsten fünf Jahren für PIM-Systeme geben wird, in welchem Umfang PIM für B2B-Unternehmen relevant sein wird und wie PIM-Systeme die Zukunft von Print- und Onlinekatalogen beeinflussen können.

Eine zuverlässige Datenbank ist unerlässlich – vor allem im B2B-Commerce. Welche Rolle kann ein PIM-System spielen, um eine personalisiertere Customer-Experience zu bieten?

SAP Hybris:

Christian Rohr (SAP Hybris Commerce)

Christian Rohr (SAP Hybris Commerce)

Zunächst einmal braucht man eine PIM-Lösung, die in der Lage ist, selbst die komplexesten Produkte und Katalogstrukturen im System zu skalieren und abzubilden. Ohne eine zentralisierte PIM-Lösung, in der all diese Produkt- und Katalogdaten gespeichert sind und in der man personalisierte Kataloge, Produktangebote, Aktionen und Preise erstellen kann, ist es praktisch unmöglich, den eigenen Kunden wirklich personalisierte Omnichannel-Erlebnisse zu liefern – besonders im B2B-Markt, in dem die Komplexität typischerweise viel höher ist als im B2C-Retail.

Akeneo:

PIM kann als ein fundamentaler Bestandteil der Customer-Experience verstanden werden. Dadurch, dass dem Kunden hier nur die spezielle Information bereitgestellt wird, die er benötigt, – und zwar jederzeit, an jedem Ort und über jeden Kanal – ermöglicht ihm ein PIM, den perfekten Kaufprozess zu durchlaufen.

CONTENTSERV:

Um eine bessere Personalisierung zu erreichen, arbeiten immer mehr Betreiber von eCommerce- Systemen mit Personas. Mit Personas werden Kundengruppen ihrer besonderen Merkmale, Interessen und Vorlieben nach sortiert und gruppiert.
Unser PIM kann die in Abhängigkeit der Daten zu den Personas zusammen stellen und in Echtzeit an das eCommerce- System ausliefern. Somit erhält der Besucher immer die relevanten personalisierten Produkte inklusive personalisierter Produktinformationen angezeigt.

Welche Rolle werden Print- und Onlinekataloge zukünftig generell und im PIM-Kontext spielen?

Akeneo:

Frédéric de Gombert (Akeneo)

Frédéric de Gombert (Akeneo)

Printkataloge bleiben nach wie vor essentiell im B2B-Markt. Sie bieten viele verschiedene Details und Merkmale (Größe, Material, Gewicht […] und natürlich Preise). Fast 45 Prozent der Kunden sichten Kataloge, bevor sie einen Onlinekauf abschließen und mehr als 54 Prozent der Verbraucher sehen sich Kataloge an, bevor sie im Laden bzw. offline kaufen.
 
 

CONTENTSERV:

Print wird in Zukunft eine sehr exklusive Rolle einnehmen. Die Wahrnehmung für Werbung gerade in digitalen Kanälen schwindet immer mehr, da die Masse jetzt schon zu groß ist und eher noch zunimmt. Print jedoch hat deutlich abgenommen, so dass hier die Wahrnehmung jetzt schon sehr hoch ist. Selbstverständlich müssen auch in den Printwerbemitteln der Zukunft die Adressaten sehr persönlich angesprochen werden.

SAP Hybris:

Kataloge werden im Handel auch weiterhin eine wesentliche Rolle spielen. Entweder als traditionelle Printversionen oder als Digital- bzw. Onlineversionen von Katalogen, redaktionellen Inhalten, Magazinen etc. Es wird in Zukunft wahrscheinlich eher eine Verschiebung von gedruckten Katalogen zu digitalen Katalogen/Mobilgeräten geben. Eine zentrale PIM-Lösung ermöglicht es dabei, Konsistenz zwischen diesen und den online oder auf der mobilen Seite angebotenen Produkten zu gewährleisten.

Was sind in den nächsten 5 Jahren die zentralen Herausforderungen im PIM-System-Markt?

CONTENTSERV:

Alexander Garkisch (CONTENTSERV)

Alexander Garkisch (CONTENTSERV)

Produkt-Informationen, zusammen mit Marketing-Texten sowie Media-Assets kann man als Marketing-Content zusammenfassen. Im PIM-Markt gibt es nur wenige Anbieter, die sich so konsequent wie CONTENTSERV auf diese Herausforderungen ausrichten und es den Kunden ermöglichen, den gesamten Marketing-Content in einem System zu bearbeiten, zu verwalten und zu verteilen.
Schließlich, ist die schnelle und umfassende Anbindung aller relevanten Anbieter mit Hilfe flexibler Konnektoren auch ein wesentliches Element der zukünftigen Herausforderungen.
 

SAP Hybris:

Die größten Herausforderungen werden in den nächsten 5 Jahren die Konflikte zwischen traditionellen On-Premise- und cloudbasierten Delivery-Modellen, an die sich Unternehmen wie auch PIM-Anbieter anpassen müssen, wachsende Erwartungen hinsichtlich User-Interaction und User-Experience in Backend-UIs für geschäftliche Anwender, die wachsende Zahl an Business-User-Gruppen aus verschiedenen Abteilungen, die stetig steigende Zahl an Kundeninteraktions-Touchpoints und die zunehmende Notwendigkeit, nutzergenerierten Content produktbezogen einzusetzen, sein.

Akeneo:

Der PIM-Markt kann als der CRM-Markt vor 15 Jahren betrachtet werden. Heutzutage nutzen mehr als 70 Prozent der Unternehmen noch immer Excel, um ihre Produktdaten zu verwalten. Hier liegt ein riesiges Potenzial! Schließlich hat das E-Commerce-Wachstum wesentliche Auswirkungen auf den Einzelhandel, der keine andere Wahl hat, als sich weiterzuentwickeln und neue Kaufgewohnheiten zu schaffen (Web-to-Store). Und genau hier wird Omnichannel eine so wichtige Strategie. Und ratet mal…Welches ist das beste Tool, um Produktinformationen im Omnichannel zu verwalten? PIM natürlich!

PIM-Anbieter und -Systeme im Vergleich

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