Innovative Unternehmen: Sei der Wolf oder der Hirte, niemals ein Schaf!

Verfasst am 8. März 2017 von .

Die Erfahrung der letzten Monate zeigt, dass viele Unternehmen mit der eigenen Identität hadern: First Mover oder Fast Follower? Besonders in vom hohen Konkurrenzdruck geprägten Branchen zweifelt man oft an der eigenen Innovationskraft. Das ist nichts Schlimmes, selbst ein Christiano Ronaldo ist sicherlich vor jedem Freistoß nervös. Nun kann man natürlich die Frage danach, ob man im digitalen Bereich die Konkurrenz kopiert oder etwas Eigenes startet, auf unterschiedlichen Wegen beantworten.
 
Da gibt es zum einen das Bauchgefühl der älteren Kollegen, die alles schon einmal gesehen haben und zum anderen die strategische Vorgehensweise samt Wettbewerbsanalyse und Co. Eine Mischung aus beidem sollte letztendlich die Frage beantworten, ob man der Wolf, der Hirte oder das Schaf sein will. Doch wo liegen die Unterschiede?
 

Das Schaf

Die Schafe im Wettbewerb sind jene Unternehmen, die Trends verschlafen und im Nachgang mehr oder weniger erfolgreich dem Hirten folgen. Um das metaphorische Bild abzurunden: Diese Strategie benötigt wenig Innovationskraft. Die Wege, die man beschreitet, sind bereits vorgegeben und es gibt – bis auf den bösen Wolf – nur wenige Risiken. Bei zeitorientierten Wettbewerbsstrategien kann diese Vorgehensweise auf einem niedrigen Niveau erfolgreich sein.

Hat sich diese Art der “Innovationskultur” gefestigt, kann man schnell mal zum nächsten Nokia, Netscape oder Blackberry werden. Denn irgendwann ist man der letzte in der Herde und der Wolf wartet bereits.

Der Wolf

Moment mal: Unternehmen wie Facebook und Google sind doch zu Beginn ihres Erfolgs keinesfalls wirkliche Pioniere gewesen, oder? Das mag stimmen, doch haben gerade diese Tech-Unternehmen es verstanden, Ideen “verbessert zu kopieren”. Bestes Beispiel ist die aktuelle Implementierung von Facebook-, Instagram- und mittlerweile WhatsApp-Features, die stark an Snapchats Erfolgsrezept erinnern. Noch mehr Inspiration gibt es beispielsweise beim Spieleentwickler Activision Blizzard.

Der Wolf folgt auch dem Hirten, doch ist er dem Schaf durch die Verbesserung der eigentlichen Idee überlegen. Diese Innovationskultur zeichnet sich vor allem durch ein überdurchschnittliches Verständnis hinsichtlich der eigenen Kundschaft ab: Trends müssen erkannt und auf eine neue, dem Kunden nähere Stufe gehievt werden.

Der Hirte

Während man den vorherigen metaphorischen Figuren jeweils Unternehmen als Beispiele zuordnen kann, fällt das beim Hirten schwierig. Dieser ist viel mehr die theoretische Idee des Trends, der von hier oder dort stammen kann. Immer in Abhängigkeit von willigen Unternehmen, die diesem Trend bedingungslos und ohne zu hinterfragen folgen. Aber es gibt sie dennoch, die “ultimativen Think Tanks”, wie beispielsweise Amazon oder Tesla.

Dabei machen solche Unternehmen in erster Linie mit wahnwitzigen Ideen auf sich aufmerksam, wie beispielsweise die baldige Paket-Belieferung des Mondes. Übrigens sind “Hirten”-Unternehmen nicht innovativ weil sie an der Spitze stehen, sondern Amazon und Co. sind an der Spitze aufgrund ihrer Innovationskraft. Das Argument “In dieser Position kann ich auch von den Sternen träumen” kann also nicht gelten.

Das Rad neu erfinden? Nö!

Beim Thema Innovation gibt es in der deutschen Unternehmenswelt – und vor allem im B2B-Bereich – häufig nur ganz oder gar nicht, Schaf oder Hirte. Bei dieser Auswahl nimmt man doch lieber eine abwartende Haltung ein, als zum Trendsetter zu mutieren. Der Mittelweg belohnt hingegen all die Unternehmen, die pragmatisch, anpassbar und vor allem agil hinsichtlich der Weiterentwicklung bestehender Ideen sind.

trendbuch2017Das Rad muss somit nicht neu erfunden werden – außer man will natürlich auch mal Pakete an fremde Planeten/Himmelskörper liefern. Inspiration für zukünftige Trend-Themen, gibt es übrigens in unserem Handelskraft Trendbuch 2017. Damit ist man der Konkurrenz einen Schritt voraus und mehr Wolf als Schaf. Das Trendbuch kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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