Das (E)-Bike als Treiber für neue Geschäftsmodelle [5 Lesetipps]

Verfasst am 23. April 2018 von .

Photo by Berto Macario on Unsplash

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Mobilität schreitet voran. Menschen und Daten fließen unterwegs zusammen. Neue technologische Entwicklungen und der wechselnde digitale Lebensstil ermöglichen, dass die globale Gesellschaft mobil sein kann und nicht stehen bleibt. Das Auto hat seine traditionelle Bedeutung verloren und verwandelt sich in ein rollendes Daten-Fahrzeug, das immer mehr Erlebnisse bietet. Mittlerweile erfreut sich das Fahrrad wieder mehr Beliebtheit.
 
Der Fahrradmarkt ist in Bewegung und entwickelt sich rasant. Nicht nur das, er boomt. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden im vergangenen Jahr 720.000 E-Bikes in Deutschland verkauft. Die Anzahl der Elektroautos ist 2018 wesentlich geringer: 53.861 Elektroautos.
 
Radfahren ist ein Trend und bietet viele Vorteile für Nutzer und Marktteilnehmer. Etablierte Unternehmen und Start-Ups verschiedener Branchen konkurrieren derzeit mit smarten Lösungen, um neue Geschäftsmöglichkeiten für E-Bikes und Lastenrad-Flotten zu erschließen.

Das Fahrrad als das Verkehrsmittel der Zukunft

Dank des E-Bike-Booms wandelt sich das Fahrrad vom Freizeitgerät zum Verkehrsmittel der Zukunft. Fahrrad.de ist die neueste Erfolgsgeschichte aus einer Branche mit viel Potenzial.

Die Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung, vor Allem, als Lebensphilosophie, um die enormen Herausforderungen der globalisierten Welt zu bewältigen. Die Umwelt weniger verschmutzen, die Ressourcen wirksamer, gerechter und transparenter verteilen, sind Teil einer neuen Mentalität. Daraus ergibt sich beispielweise die Sharing Economy.

Das Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel ist nicht nur sauber, sondern auch gesund, wirtschaftlich, praktisch und schnell. Fahrradfahren hat zudem den großen Vorteil, dass man den Stauproblemen in der Innenstadt aus dem Weg gehen kann. Deswegen setzen viele Versanddienstleister zunehmend auf Lastenrad-Flotten.

Technologie und Radler treffen zusammen

Touristen entdecken gern neue Städte auf zwei Rädern und viele Einwohner besitzen kein Rad, da sie dessen Nutzung eher saisonabhängig ist. Um den Einsatz diese Services voranzutreiben, wurden intuitive Sharing-Apps sowie Plattformen von P2P-Anbieter entwickelt. Die Bedienung ist einfach und schnell: mit einem QR-Code kann man das Rad ausleihen. Dieses System erinnert stark an die chinesische mobile Zahlungsmethode.

Einige Start-ups haben in den letzten Jahren neue Geschäftsmodelle rund um diese Idee in Deutschland erfunden, zum Beispiel das Leipziger Nextbike , das chinesische Mobike oder Open Source Bike Share, das für Universitäten oder Firmen besonders geeignet ist. Deutsche Bahn ist auch zusammen mit Lidl in 50 deutschen Städte dabei.

Per Rad vorwärts zur effizienten letzten Meile

Über 19 Millionen Menschen in Deutschland bestellen jeden Monat mindestens einmal Essen bei einem Lieferservice. Die Rucksäcke der Essenslieferanten in Pink und Türkisprägen heutzutage das Großstadtleben. Aber nicht nur der Food-Bereich schöpft die Vorteile von Fahrrädern aus.

Online-Riesen sehen auch in diesem Transportmittel einen interessanten und schnellen Weg, um in der überfüllten Innenstadt trotzdem zügig voranzukommen bzw. die Zustellung zu optimieren. Zalando, AirBnB und Amazon nutzen bereits Fahrradkurierdienste für Lieferungen ein. Auch der DHL Express startete 2017 ein Pilotprojekt in Frankfurt und Utrecht (Niederlande) für den Einsatz von Lastenfahrrädern mit Containerboxen – den DHL Cubicycles.

In diesem Bereich treten auch einige Start-ups derzeit hervor. Der Vorreiter Tiramizoo ist seit 2013 gemeinsam mit BMW und Mercedes auf dem Markt. Die Logistiklösung des Münchner Start-ups zeichnet sich durch hohe Skalierbarkeit und Automatisierung aus. Jeder Händler kann dieses Tool selbst integrieren.

Hoard arbeitet zusammen mit AirBnB bei der Schlüssel-Übergabe und erledigt die Zustellung sowie Rücksendung von Online-Bestellungen für Unternehmen wie Zalando. Neue Lastenräder-Hersteller wie chicke.de und kargon.de kommen auf den Markt und wollen von der starken Rolle Deutschlands als Exporteur von Bikes und E-Bikes profitieren. Im Jahr 2017 wurden 290.000 Elektrofahrräder exportiert. In den letzten beiden Jahren hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt.

Quelle: Statista

Quelle: Statista

Die Infrastruktur der deutschen Städte lässt zu Wünschen übrig

Der Fährradmarkt steht unter Strom. Immer mehr smarte und innovativen Lösungen sind in diesem Bereich vorgestellt und die Anwendungsmöglichkeiten sind auch zahlreich. Neue Geschäftsmodelle tun sich in der letzten Zeit vor Allem bei Start-ups auf. Neue Services sind geliefert und neue Modelle mit coolem Design und technischen Funktionalitäten sind produziert.

Das E-Bike stellt sich als das Verkehrsmittel der Zukunft vor, da mit ihm der Aufwand wesentlich reduziert wird. Und das ist vor Allem wichtig, wenn es darauf ankommt, schwere Lasten zu transportieren. Aber die deutschen Städte haben noch nicht die notwendige Infrastruktur, um eine Top-Leistung in diesem Business zu ermöglichen. Es fehlt an entsprechenden Ladestationen und Fahrradwegen, die es beispielsweise bei unseren Vorreitern aus Skandinavien bereits gibt.

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Eine Reaktion zu “Das (E)-Bike als Treiber für neue Geschäftsmodelle [5 Lesetipps]”

  1. Jana

    Am 10. Mai 2018 um 14:19 Uhr

    Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen, dass immer mehr Menschen das Auto stehen lassen, und mit dem Fahrrad unterwegs sind. Gerade was aber bspw. E-Bikes in Städten, und vor allem auf Radwegen betrifft ärgere ich mich als Autofahrer allerdings auch hin und wieder. Einige E-Biker sind mit 40 oder 50 kmh unterwegs. In diesem Fall sollten sie sich bitte wie Motorrad- oder Rollerfahrer verhalten. Ich hatte schon einige gefährliche Situationen, da man als Autofahrer nicht einschätzen kann, wie schnell ein Fahrrad ist. Und wenn man dann auch noch rechts überholt wird, ist das nicht ungefährlich….

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