Netzfund: KI diskutiert Profi an die Wand

Verfasst am 22. Juni 2018 von .

Watson, die künstliche Intelligenz aus dem Hause IBM, macht wieder einmal Schlagzeilen. Bisher demonstrierte der Supercomputer sein Können zum Beispiel in der Quizshow Jeopardy! oder im Duell gegen den Schachweltmeister Garri Kasparow. Jetzt sucht die künstliche Intelligenz neue Herausforderungen. Bei einer Debattiermeisterschaft in San Francisco diskutierten zwei gestandene Debattier-Profis gegen Project Debater.

Kein Anfängerbonus für die KI

Im Redewettstreit Mensch gegen Maschine galten für alle Parteien die gleichen Spielregeln. Wie üblich bei einer Dabattiermeisterschaft bekamen die Teilnehmer ihr Thema erst kurz vor Beginn des Streits mitgeteilt. Die Beteiligten sollten sich in die Problemstellung: »die staatliche Finanzierung von Raumfahrt und der Einsatz von Telemedizin« vertiefen. Zuerst musste eine vierminütige Einführungsrede gehalten werden. Nach dem es zu einer Auseinandersetzung der Argumente der Gegenseite gekommen ist, hielten alle Teilnehmer im Anschluss noch eine Zusammenfassung von zwei Minuten.

Am Ende trennten sich Mensch und KI mit einem Unentschieden. Mit guten Argumenten konnte Watson überzeugen, aber bei der Vortragsweise hatten die Debattier-Profis noch die Nase vorn.

Was lange währt, wird gut

Über sechs Jahre Entwicklungszeit steckten IBM-Forscher in die Watson-Erweiterung Project Dabater. Die Künstliche Intelligenz lernte dabei alle Fähigkeiten, die bei einem verbalen Schlagabtausch notwendig sind. Dazu gehört das Vorbereiten einer Rede, die Präsentation eines Vortrags sowie die Verarbeitung natürlicher Sprache. Argumente und Logik des Duellpartners müssen verstanden und Gegenargumente formuliert werden.

Der Aufbau einer faktenbasierten Argumentation stellt schon viele »reale« Menschen vor eine große Herausforderung. Das zeigt, wie viel Liebe und Arbeit die Entwickler in dieses Projekt gesteckt haben.

Gibt es jetzt bald eine KI basierte Partei?

Mr. Spock

Quelle: pixabay

Soweit möchte IBM noch nicht gehen. Mit Debatten soll Watson lernen, sich durch »unsere chaotische, unstrukturierte menschliche Welt« zu navigieren. Die KI soll zukünftig Menschen dabei helfen, basierend auf rationalen Fakten und überzeugenden Argumenten, bessere Entscheidungen zu treffen.

Aber vielleicht stellt uns IBM demnächst eine Art Mr. Spock zur Seite, der die Aufgabe hat, unser menschliches Verhalten zu hinterfragen. Ganz ohne Vorurteile und Emotionen.

 

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