Mit oder ohne Logistikdienstleister? Das ist hier die Frage [5 Lesetipps]

bergen, lkw, logistik
Quelle: pexels

Logistik ist ständig in Bewegung. Unternehmen und Logistikdienstleister entwickeln immer neue Lösungen, um Produkte nicht nur so schnell, sondern auch so bequem und nachhaltig wie möglich zuzustellen. Egal ob mit Boten oder Robotern, mit Lieferwagen, Lastenrädern oder Drohnen.

Schon länger investiert der Handel in die Endkundenzustellung mit einer eigenen Flotte. Newcomer mit innovativen Ansätze wie der Onlinesupermarkt Picnic geben der Branche neuen Schwung. Welche Rolle werden großen Zustelldienste in Zukunft noch spielen? Wohin werden sich Paketdienstleister entwickeln? Wird es sich für Händler und Marken überhaupt rechnen, eigene Lieferungsdienste aufzubauen und anzubieten?

Die letzte Meile auf den nächsten Level bringen

Die “letzte Meile” – der finale Schritt vom Logistikzentrum am Stadtrand zum Kunden – ist noch immer eine große Herausforderung. Von Amazon bis Zalando und von Edeka bis Rewe – Firmen streben den Ausbau eines eigenen Zuliefernetzwerkes an und machen damit den Etablierten Konkurrenz.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Die Onlineriesen sind in den letzten Jahren enorm gewachsen und haben überall auf der Welt Logistikzentren gebaut. Die Anzahl ihrer Stammkunden legt ständig zu. Auf dieser Weise sind mehr Daten erfasst und Einkaufserlebnisse können entsprechend optimiert werden.

Scheinbar eine Win-Win-Situation: Die großen Onlinehändler haben Zugang zum Endkunden und sorgen dafür, dass die Zustellung unter bestmöglichen Bedingungen erfolgt. Die Hersteller können sich auf das konzentrieren, was sie am besten können: Produktion und Branding. Die Strecken werden kürzer, wofür die Umwelt dankbar ist. Kürzere Lieferzeiten finden Kunden super.

In den USA ist das schon Realität, seit beispielsweise Target Shipt übernommen und seine Same-Day-Delivery-Angebote zu verstärken. Doch wenn große Konzerne ihre eigenen Flotten aufbauen, dürften die Konsequenzen für DHL & Co. katastrophal sein.

Die Lieferung von Lebensmittel noch eine ungelöste Herausforderung

Obwohl den deutschen E-Food-Markt in Aufschwung ist und immer mehr Möglichkeiten gibt, Lebensmittel online zu kaufen, bummelt der Lebensmitteleinkauf online hinter dem Marktvolumen der Mode- und Elektronikbranche hinterher. Außerdem scheuen sich die Konsumenten davor, Lebensmittel online zu bestellen: Knapp 57 Prozent der Deutschen haben das noch nie getan.

Quelle: Statista
Quelle: Statista

Stattdessen bevorzugen es Verbraucher, sich vor Ort von der Qualität ihrer Lebensmittel zu überzeugen, bevor sie den Kauf tätigen. Außerdem gibt es in Deutschland eine vergleichsweise hohe Dichte von Supermärkten pro Quadratkilometer. Es scheint also kaum nötig, dann noch etwas online zu bestellen.

Und nicht zuletzt ist die Lieferung von Lebensmittel besonders heikel. Lebensmittel stellen spezielle Anforderungen an Verpackung, Temperierung und Versandgeschwindigkeit. Aus diesen Grund wurde gerade eine neue DIN entwickelt, um diese Anforderungen zu standardisieren.

Kein Wunder also, dass immer mehr Fachhändler eigene Lieferservices entwickeln. Edeka und Rewe bieten bereits eine eigene Zustellung, um ihre Kunden zuhause bestmöglich zu bedienen. Aber noch ist die Sparte für sie noch nicht profitabel.

Doch neben Edeka, Rewe oder Lidl drängen andere Player auf den deutschen Online-Lebensmittelmarkt: Hinter Amazon Fresh steht die bombastische Amazon-Logistik, der niederländischen Online-Supermarkt Picnic will mit eigenen Technologien (die Rede ist von einer App und einer Elektro-Van-Flotte, die auf Basis von Algorithmen optimierte Routen abfahren soll) Kunden in nur 20 Minuten nach der Bestellung beliefern. Dazu verspricht Picnic günstige Preise und eine kostenlose Lieferung.

Edeka hat vorgesorgt: Dem Supermarktkonzern hält Anteile am Konkurrenten Picnic. Satte 20 Prozent sollen es sein.

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Amazon baut sich eine eigene Lieferfirmen-Armee [Logistik-Watchblog]

America’s largest supermarket chain is launching a fully driverless delivery service [The Verge]

Logistik-Start-ups mischen die Branche auf [Internet World Business]

Amazon will Logistik-Unternehmern Autos und Benzin schenken [Wired]

Amazons nächster Schlag gegen die Paketdienste ist eine Art Inkubator [t3n]

(5 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
Loading...