Produktbilder mit CGI schneller und effizienter gestalten [5 Lesetipps]

Verfasst am 23. Juli 2018 von .
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Quelle: pexels.com

Ohne Produktinformationen kauft niemand online. Beschreibungen aber vor allem Bilder und Videos bilden die echten Waren ab, damit die Verbraucher ein wirklichkeitsgetreues Aussehen der Produkte erhalten und somit der gewünschte Einkauf ausgelöst wird. Bilder sind quasi das Schaufenster eines stationären Shops, aber detaillierter und bestimmter. Der Erfolg eines Online-Business hängt deshalb von der Qualität und der Genauigkeit der Produktbilder ab.

Kunden wünschen sich Produktdarstellungen, die immer näher an der Realität sind, bevor sie eine Einkaufsentscheidung treffen. Farben, Maße, Verhältnisse, Extras und Darstellungs-Vorschläge müssen individuell an die verschiedenen Varianten und Modelle angepasst werden. Doch, je reichhaltiger das Sortiment, desto größer der fotografische Aufwand.

Das stellt ein deutliches Umsetzungs-Problem für wachsende digitale Unternehmen dar, die einen großen Produktkatalog haben. Wie können Händler und Hersteller also hochwertiges Bildmaterial für ihre Onlineshops in Massenfertigung produzieren? Drei Buchstaben liefern die Antwort: CGI (Computer Generated Imagery).

CGI: Computer Generated was?

Digitale Bildtechnologie sowie der Aufbau einer CGI-Datenbank scheinen die Lösungen für diese Herausforderungen zu sein. Aber was genau steckt hinter diesem Kürzel?

Die Technik Computer Generated Imagery (CGI) erstellt am Computer 3D Varianten von Bildern, Bildansichten, Hintergründen usw., um derartige Bilder von anderen Grafiken abzugrenzen.

Das ist aber nicht neu. Schon seit einigen Jahren setzten Filmemacher diese Technologie vermehrt ein, wenn sie fantastische Lebewesen, erbitterte Schlachten oder zauberhafte Welten zum Leben erwecken wollen. Das ergibt realistische und spektakuläre Szenen. Jurassic Park oder Toy Story wurden beispielsweise mit dieser Technologie produziert.

Der Vorteil von Content Generated Imagery im E-Commerce liegt darin, dass alle nur erdenklichen Merkmale eines Produktes schneller und bequemer angepasst werden können. Insbesondere bei Möbeln, Mode oder Autos ist der Einsatz dieser Technologie besonders interessant. Der CGI-Content Lab Leiter bei Otto Tobias Nientiedt begründet das wie folgt:

“Wenn wir beispielsweise ein Sofa in drei Größen und acht Farben anbieten und das Angebot ein halbes Jahr später vielleicht noch um vier Farbtöne erweitern, können wir dem Kunden mithilfe von CGI schnell und ohne großen Aufwand ermöglichen, sich alle Variationen in dem exakten Farbton und mit jeder denkbaren Oberfläche in einer Vielzahl von Hintergründen anzuschauen“.

Warum soll der Onlinehandel diese Technologie anwenden?

Ikea profitiert sein einigen Jahren von 3D-Produktbildern. 2014 waren 75 Prozent der Produkte bereits mit CGI versehen. Jetzt haben wir die Bestätigung, dass diese Bilder zu traumhaft und perfekt aussehen, um wahr zu sein.

Otto hat auch vor Kurzem mittgeteilt, dass der Konzern rund 2,6 Millionen Euro in digitale Bildtechnologie investiert. Damit will das Traditionsunternehmen bis Ende 2022 mindestens 70 Prozent des gesamten Möbelsortiments und 35 Prozent aller Artikel im Bereich Haus- und Heimtextilien in Form von CGI abbilden.

Vorteile des Einsatzes von CGI:

  • Zeit und Kosten werden wesentlich reduziert.
  • Die Time-to-Market wird enorm beschleunigt, weil das Bildmaterial von dem gesamten Produktbestand für Handels- und Vertriebspartner zur Verfügung stehen und somit schneller auf dem Markt gebracht werden können.
  • Customer Engagement und Markenbewusstsein werden erhöht.
  • Emotionen werden beim Online-Einkauf noch stärker hervorgerufen. Mit weniger Aufwand können Händler und Hersteller die Vorteile eines Produktes bestmöglich hervorheben und die richtige Kaufatmosphäre für den Kunden gestalten.
  • Verschiedene Variationen von Farbton, Textur und Umgebung des gleichen Produktes können damit integriert werden, ohne dass sich die eigenen allgemeinen Kosten oder die Time-to-Market erheblich erhöhen.

CGI als Grundlage für Augmented Reality

CGI gewinnt im E-Commerce immer mehr an Bedeutung, da sie unglaubliche Fortschritte für Content-Effizienz, effektives Branding und Benutzerfreundlichkeit der Seiten mit sich bringt. CGI bildet nicht nur die Grundlage für 3D-Bilder, sondern auch für eine andere Spitztechnologie: Augmented Reality. Tatsächlich möchte Otto eine App in Zusammenarbeit mit Google und Apple entwickeln, so dass der User bestimmte Möbel in seinem eigenen zu Hause testen kann.

Damit ihr euch diese Mischung von Technologien besser vorstellen könnt, schaut euch diesen lehrreichen und beeindruckenden Wetterbericht eines amerikanischen Nachrichtensenders an. Der Clip hebt allerdings die Trennung zwischen CGI und real News (Content) auf.

Das eigentliche Dilemma ist doch: Sind Bilder oder Fotos echt oder retuschiert? In einer Welt, in der Authentizität mehr dann je gefragt ist, sind Tricks nicht immer gern gesehen. Solange die Eigenschaften der Produkte die Realität widerspiegeln und nicht Verwirrung bei den Konsumenten stiften, könnte CGI eine sehr spannende und praktische Lösung für Händler und Hersteller sein.

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