Fern und doch so nah – Remote Usabilty-Tests für UX- und Conversion-Optimierung [Teil V]

Verfasst am 7. September 2018 von .

mann mit laptop im schoß

Quelle: pexels

Freunde und Familie am anderen Ende der Welt? Kein Geld für das Ticket über den großen Teich? Im mobilen Zeitalter kein Problem mehr, denn dank Skype und Co. können wir selbst die größten lokalen Distanzen überwinden und mit unserem Gegenüber an einem Ort sein, ohne am selben Ort zu sein. Stichwort: remote. Wie sich auch das UXD-Team diesen technologischen Fortschritt zu Nutze macht, erfahrt ihr im fünften Teil unserer Artikel-Reihe zur UX- und Conversion-Optimierung.

Vom Wer und Wie zum Wo und Wann

Im vierten Teil der UXD-Serie sind wir bereits ausführlich auf die Methode: Usability-Test eingegangen. Aufmerksame Leser werden sich erinnern, dass wir euch in diesem Zuge auch versprochen haben, im Folgeartikel genauer auf die lokalen Gegebenheiten einzugehen. Bevor wir jedoch Wort halten, ein kleiner Recap zu Usability-Tests im Allgemeinen.

Usability-Tests dienen der Evaluierung der Usability eines interaktiven Systems. Repräsentative Benutzer aus der Zielgruppe führen dabei bestimmte Aufgaben mit dem interaktiven System aus, um Rückschlüsse auf die drei Messkriterien der Usability: Effizienz, Effektivität und Zufriedenheit zu ermöglichen. Ziel ist dabei also, Informationen über die Usability des interaktiven Systems zu sammeln, um dieses zu verbessern (formative Evaluierung) oder bewerten zu können (summative Evaluierung).

Usability-Tests eignen sich wie auch: UX-Audit, Fokusgruppe, Leitfaden-Interview und Contextual Inquiry als proaktive Methode für hohe Conversion und gute User Experience von Anfang an. Darüber hinaus sind Usability-Tests ebenso in bestehenden und weiter fortgeschrittenen interaktiven Angeboten von Vorteil, um Nutzungsbarrieren im Rahmen der UX- und Conversion-Optimierung aufzudecken.

Usability-Tests sind zudem nicht an ein bestimmtes Endgerät gebunden und finden, wie im letzten Artikel bereits erwähnt, häufig in sogenannten Usability-Laboren statt. Das sind Räume, die speziell für die Durchführung von Usability-Tests ausgestattet sind. Häufig gibt es neben diesem Test- noch einen Beobachtungsraum, der durch einen Einwegspiegel abgetrennt wird und in dem die Usability-Testteilnehmer von Interessenvertretern beobachtet werden. Auf diese Weise werden die Probanden so wenig wie möglich abgelenkt oder beeinflusst.

Keine Sorge, Labore sind die Testräume nur im übertragenen Sinn, als dass der Testraum möglichst natürlich und konstant gestaltet ist, ergo dem User-Kontext entsprechend, in dem das interaktive System normalerweise genutzt wird und unter möglichst gleichen Bedingungen über die Sessions hinweg.

Immer und überall – Remote Usability-Tests

Während klassische Usability-Tests in der Durchführung lokal, also zum Beispiel an das Usability-»Labor« gebunden sind, und Probanden dorthin eingeladen werden, sind Remote Usability-Tests online, also ortsunabhängig durchführbar.

Das hat natürlich klare Vorteile: Weniger Organisationsaufwand (die Anreiseplanung entfällt beispielsweise komplett) bedeutet natürlich auch Kosteneffizienz. Zudem können auch sonst schwer erreichbare Nutzergruppen angesprochen und internationale Studien kostengünstig durchgeführt werden. Außerdem bleiben bestimmte Aspekte des Nutzungskontexts der Probanden unbeeinflusst, beispielsweise bei der Evaluation einer Website, da der User die Ressourcen aka Betriebssysteme, Endgeräte und Browser nutzt, die er auch normalerweise für den Website-Besuch zur Verfügung hätte.

Nachteil ist, dass bei (technischen) Problemen unter Umständen nicht eingegriffen werden kann. Auch das klassische Eye-Tracking, auf das wir in Artikel IV eingegangen sind, ist bei dieser Methode nicht möglich.

Alles synchron?

synchrone Usability-Tests

Bei synchronen Remote Usability-Tests sind Moderator und Nutzer räumlich voneinander getrennt, aber via Audio- und/oder Video verbunden, sodass der Moderator den Nutzer durch den Usability-Test führen kann. Diese Methode eignet sich beispielsweise sehr gut für den Prozess des Rapid Prototypings und kommt diesem durch ihre Effizienz zu Gute. Genaueres erfahrt ihr hier:

Asynchrone Usability-Tests

Asynchrone Remote Usability-Tests sind dagegen in der Regel abhängig von einem Toolanbieter. Dieser legt online den Rahmen für den Usability-Test an und stellt den Teilnehmerpool, aus dem passende Probanden rekrutiert werden. Die rekrutierten Teilnehmer können den Usability-Test dann eigenständig und zu einer ihnen passenden Zeit durchführen.

Auch wenn die Probanden bei dieser Art der Usability-Tests nicht persönlich interviewt werden, Mimik und Gestik verborgen bleiben, sowie individuelle Rückfragen unmöglich sind, gibt es auch deutliche Vorteile bei diesem Verfahren. Da der jeweilige Anbieter die Teilnehmerrekrutierung übernimmt und der Moderator entfällt, ist nicht nur eine größere Zahl an Probanden, sondern auch an Usability-Tests möglich.

Läuft

Wie auch den räumlich getrennten Familien und Freunden bleiben den Remote Usability-Test-Probanden dank der Ortsunabhängigkeit große Reisen und Kosten erspart. Grundvoraussetzung für einen reibungslosen Ablauf sowohl von Skype-Call, als auch von den Testsitzungen ist natürlich eine funktionierende und nutzerfreundliche Technik. Denn jeder Fortschritt ist nur so effizient wie seine Usability, im wahrsten Sinne des Wortes.

Next Level Optimierung

20170314_conversion_titelNoch mehr Information und Tipps zu UX- und Conversion-Optimierung bietet das aktualisierte Whitepaper: »Conversion-Rate- und Performance-Optimierung«. Neben Ladezeit- und Checkout-Optimierung zeigen wir, wie man die Suche optimiert und das Vertrauen der Kunden gewinnt. Der Leitfaden steht hier zum kostenlosen Download bereit.

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