Alarmstufe: Rot bei der mobilen Optimierung in Deutschland [5 Lesetipps]

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Der Internetkonsum über das Smartphone hat sich etabliert in Deutschland. Jeder Zweite nutzt tatsächlich immer das Smartphone, um digitale Aktivitäten wie Onlineshopping auszuführen. Die mobile Optimierung von Websites ist deshalb ein Muss für Unternehmen, die versuchen, die Verbraucher schnellstmöglich und bestmöglich zu erreichen. Insbesondere ist die Geschwindigkeit, mit der eine Webseite geladen und angezeigt wird, ein zentraler Erfolgsfaktor für eine langfristige Kundenbindung.

Eine neue Studie von Google und der Mobile Marketing Association (MMA) Germany zeigt jedoch, dass dies nur zwei Prozent der befragten Unternehmen gelingt.

Der Erfolg oder das Versagen hängt von drei Sekunden ab

Nutzer erwarten eine mobile Ladezeit gleich oder kürzer als drei Sekunden. Laut der erwähnten Studie erfüllen nur sechs Unternehmen diesen Wunsch. Indeed, Aldi Nord, Mymuesli, Aldi Süd, Zalando und Otto Office haben die schnellsten mobilen Webseiten und übertreffen sogar die Nutzererwartungen.

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Quelle: Google Leaderboards

Bemerkenswert ist die Verbesserung von mymuesli, deren mobile Seite vor einem halben Jahr in sechs Sekunden geladen hat und nun nur 2,5 Sekunden benötigt. Die Bestplatzierten haben bereits die Relevanz von schnellen Webseiten für ihre Performance erkannt: Conversion-Rates und Umsätze konnten so gesteigert werden.

Unter den E-Commerce-Giganten sticht vor allem Zalando heraus. Der Mode-Händler schafft mittlerweile eine Ladezeit von 2,6 Sekunden. Sein Erfolgsrezept:

» Die Optimierung der Ladezeiten unserer Website ist für uns kein einmaliger Sprint, sondern kontinuierliche Aufgabe für unsere Teams. Insbesondere Bildoptimierung und Reduzierung der JavaScript-Bundles haben in den letzten Monaten unsere Ladezeiten weiter verbessert.

– Dr. Christoph Lütke Schelhowe, VP Product Analytics, Zalando «

Alle anderen verpassen die Chance, ihr Business noch mehr zu optimieren.

Mit 5,4 und 5,2 Sekunden bleiben Amazon und Otto weit hinter den Erwartungen zurück. Beiden deutlich voraus (ja, eine Sekunde kann Lichtjahre bedeuten) ist Ebay ist mit 4,2 Sekunden Ladezeit.

53 Prozent aller Webseiten-Aufrufe werden abgebrochen, wenn das Laden einer Seite mehr als drei Sekunden beträgt. Google benachteiligt Webseiten mit langen Ladezeiten sowohl in den Desktop- als auch den Mobile-Rankings.

Google begünstigt die mobile Suche

Die Entwicklung des Nutzerverhaltens erklärt, warum die mobile Suche für Google Priorität hat. Konsequent passt Google seit 2015 seinen Algorithmus mit dem Ziel an, mobilen Nutzern kontextrelevantere Ergebnisse liefern zu können.

Mit dem Mobile-First-Index ersetzte Google seinen Hauptindex. Das bedeutet, dass die mobile Version einer Website zuerst indexiert wird. Inhalte müssen für Nutzer mobiler Endgeräte sparsam im Datenverbrauch und niedrig in der Ladezeit daherkommen. Accelerated Mobile Pages erfüllen diese Anforderungen.

Es handelt sich um reduzierte Versionen von Websites für mobile Endgeräte, die bewusst auf Inhalte verzichten, um die Ladezeiten nicht unnötig zu verlängern. Die Idee dahinter ist, dass relevante Bestandteile für den Nutzer wie CTAs oder das Checkout primär geladen werden. Die sogenannten Progressive Web Apps, die eine Brücke zwischen mobilen Webseiten und nativer Apps bilden, gewinnen daher im E-Commerce zunehmend an Bedeutung.

Doch nicht nur die Endanwender setzen Unternehmen in puncto Mobile-Optimierung unter Druck, sondern auch Google. Spätestens jetzt ist es notwendig, in die Optimierung der eigenen mobile Website zu investieren. Die Zahlen und Fakten sprechen für sich.

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