Kollege Roboter – Mit der Cloud zu echter Intelligenz? [5 Lesetipps]

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Mit der ganzen Aufmerksamkeit auf die Cyber-Monday-Week und ihre ausgezeichneten Ergebnisse sind andere relevante Neuigkeiten von Amazon fast unbemerkt geblieben. So fand letzte Woche auch der re:Invent Campus in Las Vegas statt, eine der größten Veranstaltungen der Welt zum Thema Cloud Computing Amazons Cloud-Service-Plattform AWS machte dort bemerkenswerte Unternehmensankündigungen.

Neben Machine Learning, Big Data, Blockchain und Databases ging es AWS auch um neue Cloud-Dienste in abgefahrenen Bereichen wie Kosmos und Robotik. Letzterer geht weit über die Debatte der humanoiden Gefährten in Alltag und Business hinaus.

Wie verbreitet sind Roboter aktuell und welche Pläne hat Amazon, um ihren Einsatz und ihre Entwicklung zu fördern?

Roboter sind auf dem Vormarsch

Die industrielle Automatisierung treibt den weltweiten Roboterboom weiter voran. Laut der neusten Studie der International Federation of Robotics (IFR) hat der Industrieroboter-Absatz sich innerhalb von fünf Jahren weltweit verdoppelt und es ist davon auszugehen, dass sich dieser positive Trend fortsetzt.

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Quelle: IFR

73 Prozent des Gesamtumsatzes der Industrie-Roboter entfallen 2017 auf fünf Hauptmärkte: China, Japan, Südkorea, USA und Deutschland. China hat seine führende Position als nachfragestärkstes Land mit einem Marktanteil von 36 Prozent der weltweiten Lieferungen 2017 deutlich ausgebaut. Japan ist Fertigungskönig von Industrie-Robotern. Nippons Hersteller lieferten 2017 mehr als die Hälfte (56 Prozent) des globalen Lieferumfangs. Die Fertigungsindustrie Südkoreas hat die höchste Roboterdichte der Welt – hier schuften achtmal mehr künstliche Intelligenzen als im weltweiten Durchschnitt.

Die Roboterinstallationen in den USA stiegen 2017 zum siebten Mal in Folge auf einen neuen Höchststand und erreichten 33.192 Einheiten, während Deutschland der fünftgrößte Robotermarkt weltweit und die Nummer eins in Europa ist. 2017 stieg die Zahl der verkauften Roboter um sieben Prozent auf 21.404 Einheiten. Ein neuer Rekord.

Vor allem die Automobilindustrie setzt schon seit längerem auf die mechanischen Kollegen, aber auch die Elektro-/Elektronikindustrie profitiert von dem Einsatz dieser smarten Apparate – und in Zukunft noch mehr dank des wachsenden Angebots an intelligenten Prototypen und Simulationstechnik (aka Digital Twin).

Service-Roboter gewinnen an Bedeutung

Neben Löten, Schweißen und Schrauben übernehmen diese mechanischen Helfer ebenfalls neue Aufgaben in anderen Bereichen. Sie beraten, unterhalten und bedienen. Smarte-Roboter erobern den Dienstleistungssektor und sogar private Räume.

Der Kundenservice wird nicht nur per Handy, sondern auch im Geschäft deutlich mit KI verbessert. Immer mehr Händler setzen humanoide Roboter auch stationär ein, um Einkaufserlebnisse zu vereinfachen und um Fulfillment-Aufgaben zu erledigen. Zum Beispiel nutzt Walmart einen Regalscanner, um falsche Preise und fehlende Etiketten zu erkennen. In Deutschland experimentieren Conrad und Edeka auch mit Service-Robotern.

Auch andere Branchen wie Logistik, Medizin oder Landwirtschaft profitieren langsam von der Automatisierung lästiger Abläufe oder der Vorhersage von Krankheiten und Maschinenunfällen.

Dank KI und anderer Spitzentechnologien entwickeln sich nicht nur die Roboter immer weiter, sondern auch ihre Einsatzgebiete. Dafür ist es jedoch nötig, neue Horizonte zu öffnen.

Amazon und Google setzten auf Cloud-Robotik-Plattformen

Cloud-Computing versorgt Roboter mit gigantischer Rechenleistung und umfassendem Wissen. Deshalb wird das Rennen um die Cloud-Robotik immer enger. Vor kurzem hat Google angekündigt, dass 2019 eine Cloud Robotics Plattform auf den Markt kommt.

Und Amazon? Der Onlineriese stellte vergangene Woche den AWS RoboMaker vor.

Der Cloud-basierte Service nutzt die weit verbreitete Open-Source-Software Robot Operating System (ROS), um die Macher der Roboter bei der Arbeit zu unterstützen und somit einen Ort für die Entwicklung und den Test von Robotik-Anwendungen anzubieten. Die Idee dahinter ist, den zeitaufwändigen Entwicklungsprozess der Robotik zu beschleunigen.

Mithilfe von Machine Learning und Analytics können Simulationen von Wohnräumen, Verkaufsflächen oder Rennstrecken für die Entwicklung der intelligenten Humanoiden nachgebildet und getestet werden.

Außerdem lässt sich die Roboterflotte verwalten und bei Bedarf updaten. Apropos Update. All die Innovationen rund um Cloud-Robotik werden Amazon natürlich auch helfen, seine immense logistische Macht auszubauen. Dabei werden auch die Pick-and-Place-Roboter unterstützen, von denen zur Zeit die Rede ist. Die Lagerroboter sollen das Fullfilment optimieren. Und zu Hause? Auch da hat Amazon wohl schon etwas in petto für 2019. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Google Cloud Robotics Platform coming to developers in 2019 [The Robot Report]

The Era of RAAS is here: Google Cloud Robotics Platform to go live in 2019 [Analytics Insight]

How AWS Has Turned Into An Unstoppable Juggernaut – An Analysis From re:Invent 2018 [Forbes]

Facebook is quietly working on ‘soft robotics,’ a wild field of robot research that seeks to mimic the movements of living organisms [Business Insider]

Service-Roboter in der Praxis [IT-Zoom]

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