Von Mobile Commerce bis Wissenschaft – Was erobern Progressive Web Apps als Nächstes?

Smartphone Skateboarder
Quelle: pixabay

Wer sich heute digitalisieren will, der braucht keine App mehr. Längst gibt es eine smartere Lösung, um den Nutzeranforderungen von heute gerecht zu werden: Progressive Web Apps. Indem sie die Features einer mobil-optimierten Website mit der Usability einer App verbinden, tragen sie erheblich zur Optimierung der Nutzererfahrung bei – und zwar nicht nur aus Sicht der Endanwender-, sondern auch aus Sicht der Unternehmen. Welche Vorteile diese neue Technologie hat, zeigen wir euch heute anhand von verschiedenen Use Cases aus dem Digital Business, und auch an einem ganz besonderen Beispiel aus der gelungenen Kooperation von dotSource mit Wissenschaft.

PWAs sind das Tool des Mobile First Zeitalters schlechthin

Nutzer wollen schnell, immer und überall mobil surfen, also auch, wenn das Netz mal wieder nicht mitspielt oder das Datenvolumen erschöpft ist. Kein Problem für Progressive Web Apps, denn sie müssen nicht aus einem App-Store heruntergeladen werden und sind auch offline nutzbar. Abgesehen davon sind sie intuitiv, zuverlässig und vor allem natürlich eines: schnell. Und dass Ladezeit als DER Rankingfaktor im Wettbewerb um die meisten Conversions und die geringsten Absprungraten gilt, ist spätestens seit Googles Mobile First Index jedem bekannt.

So verwundert es auch nicht, dass PWAs bereits erfolgreich in den verschiedensten Branchen zum Einsatz kommen. Online-Retail-Gigant Alibaba verbuchte nach dem Launch seiner PWA beispielsweise ein Plus an Conversions neuer Nutzer von erstaunlichen 104 Prozent.

PWAs in Beauty, Manufacturing und Social Media

Die Anzahl mobiler Sessions (unter iOS) auf der Website von Lancôme stieg dank einer PWA um 53 Prozent, die Absprungrate der Besucher fiel dafür um 15 Prozent, was wohl auch an den beachtlichen 84 Prozent liegt, um die die Ladezeit pro Seite verringert werden konnte.

Noch eins drauf legt die PWA von BMW. Sie sorgt dafür, dass die neue Website des Automobilriesen 300 Mal schneller lädt als die seiner Konkurrenz. Die PWA poliert zudem auch gekonnt am Markenimage, denn sie streut Content, der über die Automobilbranche hinausgeht.

Auch Social Media Riesen wie Instagram und Facebook setzen auf Progressive Web Apps. Während Nutzer dank Instagram Lite schon von schnelleren Uploads und Postings profitieren, befindet sich die PWA des Blauen Netzwerks allerdings noch in der Testphase.

PWAs in Sport und Wissenschaft

Und auch im Sport sind PWAs angekommen. Der Bundesliga Manager Kick Base informiert seine User via Push Notification über aktuelle Spielstände und News.

Kick Base ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass digitale Themen längst kein Novum mehr in der Sportbranche sind. Denn wie im Digital Business dreht sich auch im Sport alles darum, Höchstleistungen zu bringen – und diese zu messen, zu analysieren und zu optimieren. Höchstleitungen in Gesundheit ist eine lohnenswerte Herausforderung.

Dass PWAs die User Experience auch über das Digital Business hinaus revolutionieren, zeigt das Projekt »ImmunScore« von Sportwissenschaftler PD Dr. Christian Puta und Sportmediziner Prof. Dr. Holger Gabriel an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Ziel des Forschungsteams im Rahmen der vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderten KINGS-Studie (Krafttraining im Nachwuchsleistungssport) ist es, gemeinsam mit regionalen Nachwuchsleitungssportler*innen des LC Jena (Trainingsgruppe Rico May) und des FC Carl Zeiss Jena durch konstante Befragung und der Möglichkeit des individuellen Monitorings dabei zu helfen, ihre Selbsteinschätzung bezüglich ihrer empfundenen Beanspruchung zu verbessern.

Denn ob man sich einen Infekt eingefangen hat oder überlastet ist, die Symptome sind am Anfang oft ähnlich: Man fühlt sich schlapp, hat zum Beispiel Kopf- Muskel- oder Gliederschmerzen. Die Einordnung der Symptome hinsichtlich Infekt der oberen Atemwege oder trainingsbedingte Erschöpfung sind wesentliche Aspekte für Handlungsempfehlungen hinsichtlich Training und Regeneration. Je früher die Ursache einer Schwächung erkannt und individuelle Symptommuster zugeordnet werden können, umso besser ist dies für die langfristige Leistungsentwicklung in Gesundheit des Sportlers.

Immunsource: Das perfekte Tool für wissenschaftliche Erhebungen 

Nun war es bisher so, dass die Teilnehmer der Studie ihre Eingaben über ein sozialwissenschaftliches Erhebungstool machten. Das heißt, sie mussten sich täglich mehrmals bei einem externen Webseitenanbieter einloggen und dort den Fragebogen ausfüllen, den die Sportwissenschaftler und Sportmediziner konzipiert haben.

Die Daten wurden daraufhin, zeitverzögert, an einen Mitarbeiter der Sportwissenschaft gespielt, der sie teils händisch übertrug und dann die Daten teilautomatisch analysierte. Danach erhielten die Sportler*innen ein ausgedrucktes PDF. Viel Arbeit – und vor allem: viel Zeit. Denn die personenbezogene Auswertung zog sich manchmal zwei bis drei Tage hin.

Bis jetzt. Denn ein Digital Native der dotSource programmierte eine PWA namens ImmunSource. Das kann man von einer Digitalagentur erwarten, klar. Das Besondere daran ist aber, dass der Entwickler selbst noch Schüler ist und die PWA im Rahmen seines Fachabiturs und eines Praktikums bei dotSource komplett selbstständig auf die Beine gestellt hat. Chapeau!

Im Kern besteht ImmunSource aus dem Fragebogen der Wissenschaftler, der die Qualität des Schlafs, das Trainingsempfinden hinsichtlich Erholung, Beanspruchung, Schmerz, die Trainingsphase und Symptome der oberen und unteren Atemwege als subjektive Selbsteinschätzung abfragt.

Darüber hinaus bietet Immunsource spezifisches für Gesundheit und Leistung relevantes Wissen, das im Rahmen der KINGS-Studie erarbeitet und publiziert wurde.

Bessere User Experience und proaktive Planung

Dank ImmunSource können die Teilnehmer von ImmunScore nun ihre Eingaben direkt via Smartphone machen. Das sorgt für unmittelbarere, unverfälschtere Eindrücke, als wenn man sich erst an einen Rechner begeben und auf der Umfrage-Plattform einloggen muss. Auch der Datenrückfluss ist viel schneller, was für die Sportler einen echten Mehrwert darstellt.

Denn mithilfe des PWA-Konzepts und bereits vorhandener Erkenntnisse wird dem Sportler oder der Sportlerin perspektivisch sofort und automatisiert eine Auswertung gegeben. Das hilft dabei, in Echtzeit individualisiert Symptome zu erkennen und den Trainingsplan entsprechend auszurichten.

ImmunSource zeigt, dass sich aktuelle Trends der Digitalisierung und klassische wissenschaftliche Arbeit wunderbar ergänzen können. Zusammen mit dem klug konzipierten Setting der Wissenschaftler in der KINGS-Studie leistet das Projekt langfristig einen wichtigen Beitrag zum Thema wissenschaftlich fundierte Trainings-Optimierung in Gesundheit jenseits des Fitness-Tracking-Wahns. Bis Ende Mitte des Jahres werden Rückmeldungen aus einem ausgewählten Anwenderkreis integriert und die PWA ImmunSource perfektioniert.

Apps in Appstores sind Geschichte

PWAs erfinden das Rad nicht neu. Doch wie die vorgestellten Use Cases aus Wirtschaft und Wissenschaft zeigen, sind sie eine kluge und zukunftsweisende Alternative zu nativen Apps, die es Unternehmen verschiedenster Branchen ermöglichen, die User Experience ihrer Nutzer erheblich zu verbessern und damit den eigenen Geschäftserfolg nachhaltig zu beeinflussen.

mobile_whitepaper_coverNoch mehr zum spannenden Thema von PWAs und welche Maßnahmen wirklich etwas bringen, um im Mobile-Zeitalter Schritt zu halten, findet ihr im aktuellen Whitepaper »SEO im Mobile-Zeitalter: 7 Tipps zu Googles Mobile-First-Index«.

Dort geben wir Tipps zu sieben brennenden SEO-Fragen im Mobile-Zeitalter. Anhand von Beispielen veranschaulichen wir Googles Umstellung auf den Mobile-First-Index sowie die Auswirkungen von Voice-Search auf Suchmaschinenoptimierung.

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