»Die wahre Aufgabe des CMS ist es, gut mit KI-Systemen und Services zu interagieren, anstatt sie selbst zur Verfügung zu stellen« – Interview mit Handelskraft-Speaker Christopher Zimmermann

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Quelle: dotSource

Content wird nicht mehr nur an einer Stelle produziert und veröffentlicht. Informationen und Daten werden über verschiedene Geräte bearbeitet und über mehrere Kanäle verteilt. Das klassische Content-Management-System gerät daher an seine Grenzen, da es nicht dafür konzipiert ist, Daten außerhalb der eigenen Template-Engine bereitzustellen.

Headless ist die Antwort auf dieses neue Szenario und immer mehr Unternehmen schören auf dessen zahlreiche Vorteile. Besonders relevant ist, dass Headless sehr gut mit anderen aufkommenden modernen Ansätzen kombiniert werden kann, wie zum Beispiel eine Microservices-Architektur, eine Progressive Web App oder eine Cloud-Strategie.

Am 28. März 2019 wird Christopher Zimmermann, Product Manager von Magnolia, auf der Handelskraft Konferenz Antworten auf alle Fragen zu Headless CMS geben, auch die, die ihr euch nicht traut, zu fragen. Erste praxisnahe Einblicke dazu gewährt er uns heute im Handelskraft-Interview.

Warum gewinnt der Headless-CMS-Ansatz an Bedeutung und welche Vorteile bietet er Unternehmen?

Das Interessante an Headless ist, dass es so viele verschiedene Gründe gibt, warum sich Unternehmen dafür entscheiden. Headless fängt an, Sinn zu machen, wenn man diesen Ansatz in Relation zu den großen Trends betrachtet, die ihn vorantreiben. Ich habe erst kürzlich realisiert, dass die wichtigsten dieser Treiber technologischer Natur sind.

Es geht um Microservices – wenn man große in kleinere Services aufsplittet, um Dinge besser managen und vernetzen zu können, aber auch, um Unternehmen vom Vendor-Lock-in zu lösen, und ihnen so mehr Freiheit und Unabhängigkeit in der Wahl der besten Tools und Produkte für jeden ihrer Bereiche zu geben. (Und, um Teile auszutauschen, wann immer sie wollen.)

Der zweite, große technologische Treiber ist die Smartphone-Plattform, die auch dazu beigetragen hat, dass super-interaktive Websites auf Javascript Frameworks wie React, Angular & Vue laufen. Der größte Business-Vorteil liegt eigentlich in der Zeitersparnis. Das Tempo der Anlaufzeit und Projektentwicklung wird deutlich erhöht und es wird einfacher, Entwickler zu finden. Warum? Weil man nicht so viele Experten für ein spezielles CMS braucht. Jeder Entwickler mit React-Skills ist also auf Anhieb für das Projekt geeignet.

Die meisten Leute sprechen nur über den Vorteil, denselben Content über alle aktuellen und zukünftigen Kanäle nutzen zu können. Und das ist in der Tat ein echter Benefit von Headless, aber eben nur einer von vielen.

Content is King, sowie die Software dahinter. Warum ist es wichtig für Unternehmen, ihr CMS immer auf dem neuesten Stand zu halten? Was würdest du Unternehmen raten, die sich Sorgen über die Aufwände und Folgen machen, die eine Software-Migration mit sich bringt?

Ich würde empfehlen, dass digitale Führungskräfte und CMOs bei jeder Art von technischer Evaluation immer bei den Nutzern anfangen. Sprich: Wie kann ich die Bedürfnisse meiner Zielgruppe, meines Content-Teams, meiner Entwickler, meiner IT-Verantwortlichen erfüllen? Neue Trends und Technologien geben uns und unseren Konkurrenten Ideen und Möglichkeiten, herauszufinden, wie sie den Nutzern wirklich helfen. Darauf aufbauend geht es darum, welche Tools das am besten leisten.

Zum Beispiel: „Huch, unsere Zielgruppe ist auf neuen Social Media Kanälen unterwegs, auf denen wir noch nicht präsent sind und unsere Content Creator bemühen sich, all diese Kanäle zu pflegen.” Brainstorm. “Mmh, wie war das mit diesem Headless-Ding? Vielleicht können wir einmal Content produzieren und ihn über alle Kanäle hinweg wieder verwenden?”

Um also deine Frage zu beantworten: Unternehmen sollten sich bemühen, um die Ansprüche ihrer Nutzer bestmöglich zu erfüllen. Wenn ihr aktuelles CMS in der Lage ist, das zu leisten, super. Ist es das nicht, müssen die Verantwortlichen schauen, ob das CMS flexibel genug ist, sich an die neuen Bedürfnisse anzupassen oder ob es Zeit ist, sich nach einem neuen Content-Management-System umzuschauen.

Zum Aufwand für eine Migration auf ein neues CMS: Hier gibt es zwei wirklich effektive Strategien:

1. Migriere einen kleinen Teil deiner Seite zuerst oder launche eine neue Kampagne über dein neues CMS. Dann kannst du viel früher und mit deutlich geringerem Risiko livegehen und sehen, wie das CMS tatsächlich für deine Zielgruppe, deine Content Creator und deine Entwickler performt.

2. Möglicherwiese musst du niemals deine ganze Seite migrieren oder nicht für eine lange Zeit. Spiele deine höherpriorisierten Elemente in das neue CMS, aber behalte die alten für archivierten Inhalt, der nach wie vor wertvoll ist.

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde und findet sich bereits in der Entwicklung von Software wieder. Die Content-Produktion zu automatisieren ist eine weitere Möglichkeit, diese Technologie zu nutzen. Inwieweit halten Content-Management-Systeme mit KI mit und was können Nutzer damit erreichen?

Das ist ein wichtiger Trend, den es zu beobachten gilt. Aktuell sehe ich dort den größten Mehrwert für datenzentrierte Content/News-Produktion. Die wahre Aufgabe des CMS ist es, gut mit KI-Systemen und Services zu interagieren anstatt sie selbst zur Verfügung zu stellen. Das führt uns wieder zurück zu dieser Microservices-Architektur.

Amazon hat allein acht eindrucksvolle KI Web-Services. Das CMS sollte nicht nur aus technischer Sicht eine Verbindung zu diesen Services bereitstellen, sondern vor allem hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit, so dass die Content Creator wirklich das Beste aus den Services herausholen können. Wir hatten zum Beispiel ein Projekt, bei dem eine KI dem ein Reporter Titelvorschläge gemacht hat, nachdem dieser den Artikel verfasst hatte.

Der Reporter übernahm einige davon, die schließlich in einem AB-Test livegingen. Am Ende entschied er sich den Titel, der am besten performte und die KI konnte so auf Basis der besten Headlines lernen.

Ein anderer wichtiger Content- Management-Trend ist der steigende Bedarf an Kollaborationstools als eine Folge der wachsenden Zahl an Personal, das remote arbeitet. Welche Antwort hat Magnolia auf diesen Trend?

Wir haben keine besondere Antwort auf diesen Trend. Wir sehen ihn aber als eindeutige Bestätigung für den hohen Stellenwert von logischem, einfach zu verstehendem User-Interface. Mit Personal, das remote arbeitet und einer Vielzahl an Teams, die sich oft auf verschiedenen Länderseiten bewegen, ist es wichtig, dass die Nutzer ihre Tools verstehen. Ist das nicht der Fall, sind sie zögerlich im Umgang damit und haben Angst, Fehler zu machen.

So bekommt man nicht das, wofür man unterschrieben hat. Kommt das Tool im Content-Team nicht gut an, oder dauern die entsprechenden Schulungen zu lang, gestaltet sich die Systemeinführung schwierig.

Was können die Teilnehmer von deiner Handelskraft Session erwarten?

Sie werden all das erfahren, was sie schon immer über Headless CMS wissen wollten, sich jedoch nicht getraut haben, zu fragen. Da meine Session im letzten Slot des Konferenztags stattfindet, möchte ich sie so unterhaltsam und interaktiv wie möglich gestalten, um die Leute wieder wach zu kriegen 😉

Das Quizshow-Format bietet sich hier bestens an, denn es ist cool, weil die Fragen einen neugierig machen und die Antworten länger im Gedächtnis bleiben.

Die Sache ist, dass Headless und all die Buzzwords 2019 eine Menge Sinn ergeben, wenn man versteht, wie sie ineinandergreifen – daher nutze ich diese Verbindung als didaktischen Rahmen. Basierend auf dieser Grundlage werden die Teilnehmer von Headless lernen.

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