»Headless ist ein echter Booster für Digitalisierung und Agilität» – Interview mit Handelskraft-Speaker Sebastian Glock

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Headless-Commerce steht auf der Agenda vieler Unternehmen ganz weit oben. Denn mit diesem können Händler, Hersteller und Marken der Herausforderung begegnen, mit ihren Kunden über alle Kanäle und Geräte hinweg zu interagieren. Aber wie funktioniert das?

Sebastian Glock, VP Product Marketing von e-Spirit wird auf der Handelskraft-Konferenz in Frankfurt/Main am 28. März 2019 in einer Session erklären, warum innovative Marketers den Headless-Ansatz verfolgen sollten.

Wir hatten Gelegenheit, mit ihm vorab ein Interview zu führen.

Deine Session heißt: „Warum Headless CMS nicht genug ist“. Hat das klassische CMS ausgedient?

Headless- und Hybrid-Ansätze haben den Sprung aus einer Nische für Techies in den Digital Marketing Mainstream geschafft. Trotzdem gilt: Klassisches Content Management liefert für viele Use Cases nach wie vor ein hervorragendes Toolset. Große, informationslastige Unternehmenswebseiten ohne hohe Anforderungen an User-Interaktion oder kanalübergreifende Ausspielung lassen sich wunderbar mit traditionellen Architekturen umsetzen.

Man sollte also nicht einfach von klassisch auf headless wechseln?

Genau, der bloße Wechsel auf eine Headless-Architektur bringt kaum Mehrwert. Auf absehbare Zeit wird klassisches CMS also weiterhin eine Rolle spielen – nicht zuletzt wollen Unternehmen ihre Investitionen der jüngeren Vergangenheit in Digital Experiences schützen und ausbauen.

Für Bestandsprojekte ist daher vor allem die Frage spannend, wie man traditionelle und Headless Ansätze klug kombinieren kann, um das Beste aus beiden Welten herauszuholen.

„Headless“ ist Buzzwort und Hype. Welche Vorteile hat dieser Ansatz denn für Marketer und content-starke Brands?

Meiner Ansicht nach sind drei Vorteile sind für den Erfolg von Headless entscheidend.

Erstens: Neue Touchpoints jenseits von Web und Mobile Web lassen sich viel leichter und schneller anbinden und mit Content versorgen. Die Idee von “Create once, publish everywhere” ist ja alles andere als neu, aber mit dem API-basierten Ansatz von Headless CMS gibt es einen einheitlichen Weg, Content von einer zentralen Instanz formatneutral abzurufen und an allen relevanten Endpunkte bestmöglich – idealerweise personalisiert – auszuspielen.

Zweitens: Digitale Frontends zählen heutzutage zu den wichtigsten Berührungspunkten zwischen Unternehmen und ihren Kunden. Hier können und müssen Unternehmen sich über Digital Experiences von ihren Mitbewerbern abheben. Mit Headless ist die Entwicklung dieser Frontends vom CMS entkoppelt und somit flexibler und schneller.

Und Drittens: Unternehmensorganisation und Softwarearchitektur stehen in einer Wechselwirkung – bei einer monolithischen Architektur ist es extrem schwierig, mit agilen, unabhängigen Teams kontinuierlich an Verbesserungen zu arbeiten. Das ist die eigentliche Stärke von Headless: Ein echter Booster für Digitalisierung und Agilität.

Wenn Headless CMS allein nicht genug ist, was braucht man dann noch?

Hinter allen Digital Experiences stehen Menschen, die sie erfinden, implementieren oder den passenden Content produzieren. Klassische CMS haben den Maßstab gesetzt für die Erwartung an Content-Management aus Sicht der Nutzer: Usability und intuitive Bedienbarkeit, die nahtlose Anbindung von Dritt-Systemen wie zum Beispiel Bilddatenbanken, Enterprise-Funktionen wie Multi-Site-Orchestrierung oder Translation-Management sind bei den Top-Anbietern klassischer CMS ganz selbstverständlich enthalten – bei “Pure Headless”-Anbietern ist das noch nicht automatisch gegeben.

Gleiches gilt übrigens auch für redaktionelles Arbeiten im Kontext. Auch wenn Content auf verschiedenen Touchpoints unterschiedlich dargestellt wird, möchten ein Editor nicht ausschließlich in einem abstrakten Formular arbeiten. Entscheidend für den Erfolg von Headless-Projekten ist nicht nur die Architektur, sondern auch die Akzeptanz bei den Benutzern und deren Produktivität. In dieser Hinsicht haben etablierte Anbieter wie e-Spirit einen gewissen Vorsprung.

Welche Tipps hast du für die Einführung solcher Lösungen? Gibt es Risiken?

Ein komplettes Re-Platforming auf Basis von Headless-Architektur ist kein triviales Unterfangen. Um die Vorteile voll nutzen zu können, setzen die meisten Unternehmen oft auf eine ganze Reihe neuer Paradigmen, sie wechseln zum Beispiel in die Cloud, führen integrierte Entwicklungsprozesse, Container-Technologie etc. ein.

Schlägt das wirklich mehrere Fliegen mit einer Klappe?

Nicht wirklich. Eine Menge alten Problems wird so – böse formuliert – durch das ein oder andere exotische neue Problem ersetzt. Ein Beispiel: In einem klassischen Setup ist es vergleichsweise einfach, Problemursachen zu lokalisieren.

In der Headless-Welt sind mehrere entkoppelte Systeme beteiligt, die sich ohne gutes Logging nur schwer debuggen lassen. Das richtige Team, Wissensaufbau und gute Beratung durch Implementierer und Hersteller sind hier Schlüssel zum Erfolg. Nur bei richtiger Umsetzung überwiegt der Nutzen die Risiken. Dann aber bei Weitem.

Warum sollten Konferenzteilnehmer deine Session besuchen? Was erwartet sie?

Mich selbst fasziniert am Thema Headless, dass ein IT-Architekturthema es auf die Agenda so vieler Marketing Manager geschafft hat. Historisch betrachtet haben Marketer solche Themen immer der IT überlassen – bei Headless ist das jetzt anders.

In meinem Vortrag werde ich mich vor allem auf das “Warum Headless” konzentrieren und den Nutzen von Headless für Marketing Manager erläutern. Ich verspreche eine kurze Einführung ins Thema, praxisrelevante Tipps zum Vorgehen und nur ein Minimum an Buzzwords.

Danke für das Gespräch!

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