Weiterbildung muss ein Teil der Digitalstrategie jedes Unternehmens werden [5 Lesetipps]

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Quelle: pixabay

Die Digitalisierung verändert nicht nur berufliche Kompetenzprofile und Karrierewege, sondern fordert und fördert lebenslanges Lernen. Der klassische Bildungsweg von der Schule über die Ausbildung oder das Studium bis zum Karrierestart reicht nicht mehr aus. Vor allem wenn Entwicklungen so rasant verlaufen, dass auch im Beruf Weiterbildung notwendig ist, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Es ist deshalb nicht überraschend, dass laut der letzten Studie von Bitkom die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter wichtig oder sehr wichtig für 90 Prozent der Unternehmen ist. Doch dieser Einschätzung müssen auch Taten folgen.

Zentrale Weiterbildungsstrategie ist Pflicht

Angesichts der Ergebnisse der erwähnten Studie ist diesbezüglich noch einiges zu tun. Trotz des Bewusstseins für die Relevanz des Themas haben nur vier von zehn Unternehmen (43 Prozent) eine schriftlich dokumentierte Weiterbildungsstrategie.

In Zeiten des digitalen Wandels ist nicht nur die Schaffung einer Weiterbildungsstrategie in puncto digitaler Kompetenzen ein Muss, sondern auch, dass diese sich aus einer zentralen Digitalstrategie ableitet. Nur so kann die Weiterbildung der Mitarbeiter sowohl auf die allgemeinen Ziele des Unternehmens als auch auf die Mitarbeiterziele ausgerichtet werden.

Teil der gesamten digitalen Strategie des Unternehmens bedeutet außerdem, dass die Führungskräfte sich des Themas annehmen und das richtige Maß an Betreuung und Unterstützung dafür gewährleisten, sprich: die Weiterbildungskultur innerhalb des Unternehmens und die Bereitstellung von benötigten finanziellen Mitteln zu fördern. Nur so wird Weiterbildung ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Wenig Geld und wenig Zeit stellen tatsächlich die größten Herausforderungen für Unternehmen dar. Aktuell stehen Beschäftigten durchschnittlich 2,3 Weiterbildungstage pro Jahr zur Verfügung. Das jährliche Durchschnittsbudget für Weiterbildung liegt bei 709 Euro pro Mitarbeiter.

Personalentwicklung fördert Mitarbeitermotivation

Nicht nur Weiterbildung bringt Unternehmen Mehrwerte, sondern auch die Mitarbeiter. Die Möglichkeit, die eigenen Kenntnisse zu vertiefen und Kompetenzen (weiter) zu entwickeln, bereitet Menschen für neue Aufgaben vor und schärft Berufsprofile. Das steigert die Mitarbeitermotivation, das Gefühl von Wertschätzung sowie die Loyalität dem eigenen Unternehmen gegenüber und wirkt sich somit positiv auf die Sicherung von Fachkräften aus.

Initiativen wie die Organisation eines internen Hackathons treiben Innovationen voran und bringen mehr Zusammenhalt am Arbeitsplatz mit sich. Dabei haben Mitarbeiter die Chance, ihre Expertise und Skills praxisnah in multidisziplinären Teams umzusetzen:

Digitale Personalentwicklung sollte daher auf jeder Business-Agenda stehen.

Offline-Seminare stehen hoch im Kurs

Laut der erwähnten Studie setzt fast die Hälfte der Unternehmen auf externe Offline-Seminare und In-House-Seminare mit externen Referenten (jeweils 48 Prozent). Seminarangebote wie das der Digital Business School ermöglichen nicht nur den Auf- und Ausbau dringend notwendiger Digitalkompetenzen, sondern auch den aktiven Austausch mit anderen Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen.

Die am weitesten verbreiteten digitalen Weiterbildungsmaßnahmen sind Lernprogramme auf dem PC, die vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) nutzen. Blended Learning, also die Verknüpfung von Präsenzveranstaltungen mit digitalen Lernformen, wird Mitarbeitern von 34 Prozent der Unternehmen angeboten. Ebenfalls ein Drittel der Unternehmen setzt auf webbasierte Lernprogramme.

Der Aufbau von Digitalkompetenzen muss im Fokus stehen

Für den Aufbau von Digitalkompetenzen ist es entscheidend, welche Lernmethode mit welchem Fokus angewandt wird. Hier ist eine klare Entwicklung zu spüren. Es soll nicht mehr nur um den Wissensaufbau, sondern auch um das Verstehen und die Anwendung dieser neuen Erkenntnisse gehen.

Die Bedeutung von Digitalkompetenz als zentraler Fähigkeit ist in den letzten zwei Jahren um 14 Prozent gestiegen. Bemerkenswert ist, dass diese Einschätzung stark je nach Unternehmensgröße variiert: Je größer das Unternehmen, desto höher ist die Bedeutung digitaler Kompetenzen. Mehr als ein Drittel der Großunternehmen in Deutschland (35 Prozent) hält Digitalkompetenz für die wichtigste Fähigkeit seiner Mitarbeiter.

Die Konsolidierung von Digitalkompetenzen ermöglicht Unternehmen, dem Innovationsdruck durch Onlinehandel und Digitalisierung besser standhalten zu können und erfolgreich zu sein. Die heutigen Herausforderungen erfordern fähiges Personal, das in der Lage ist, alte Strukturen und Prozesse abzubauen und durch intelligente digitale Lösungen zu erneuern oder gänzlich zu ersetzen.

Martin Groß-Albenhausen, stellv. Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), beschreibt die Anforderungen wie folgt:

» Digitale Transformation verlangt beides: Handwerkszeug – also Know-how – und ein Verständnis für das, was sich im Kern ändert, und wie man das eigene Geschäft entsprechend transformieren muss – also »Know-what«. Man muss E-Commerce überhaupt erst einmal denken lernen. «

Transformation beginnt im Kopf

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Quelle: Digital Business School

Da gerade im Digitalbereich Wissen und Verstehen nur die halbe Miete sind, entstehen innovative Weiterbildungsprojekte wie die Digital Business School (DBS), die auch der praktischen Anwendung viel Raum geben. Dabei lernen die zukünftigen »E-Commerce Manager« und »Digital Transformation Architects« nicht nur aus Theorie und Praxis, wie sich bestehende Geschäftsmodelle transformieren lassen und wie sie neue Ansätze umsetzen können, sondern wenden das Erlernte direkt in eigenen unternehmensspezifischen Projekten an.

Und das Konzept geht auf: Neben zahlreichen führenden Unternehmen wie Grohe, Uni Elektro und Siegenia setzt auch die Würth-Gruppe auf digitale Mitarbeiterweiterentwicklung und hat seit der Gründung im Jahr 2015 bereits mehr als 20 Mitarbeiter an der Digital Business School weiterbilden lassen. Die Ergebnisse dieser Digitalstrategie sprechen für sich: Im Rahmen der Internet World Business Awards 2019 wurde Würth als bester B2B-Onlineshop ausgezeichnet.

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