Marken werden zu (Service-)Plattformen: TOP-5-Commerce-Trends revisited [Teil2]

Marken als Netzwerker auf Service Plattformen Spinnennetz
Quelle: pixabay
Geht es um Trends, erwartet man meist den »neusten heißen Scheiss«. Dass viele der Trends, die das Digital Business bewegen, aber schon ziemlich lange existieren, wurde bereits im ersten Teil der Handelskraft-Retrospektive klar. Auch nach drei Jahrzehnten World Wide Web ändert sich nichts an den Maximen für erfolgreiches Business: Kundenzufriedenheit und damit langfristige Kundenbeziehungen.

Um diese auch erfolgreich zu gestalten, müssen Händler, Hersteller und Verlage ihre eigene Digitale DNA schreiben und das bedeutet eben auch, Trends mit sehr langem Atem für sich, ihre Unternehmensziele UND ihre Zielgruppe zu erkennen, wiederzubeleben, (neu) zu denken und daraus Innovationen zu machen. Einer dieser Klassiker-Trends sind: Plattformen. Dass dieses Thema immer noch, nein 2019 erst Recht, Hochkonjunktur hat, zeigen wir euch heute im zweiten Teil der Artikelreihe: TOP-5-Commerce-Trends revisited.

Marken und die Macht der Plattform

Karstadt, Otto, Quelle – sie alle haben es den Beteiligten der Kundenbeziehung leichter gemacht. Sie boten Kunden den Zugang zu Waren und Herstellern den Zugang zum Kunden. Das Geschäftsmodell des analogen Zugangs wurde durch den Onlinehandel entwertet. Die Produkte lassen sich heute online finden und kaufen. Das Schaufenster hat analog und digital kaum mehr eine Daseinsberechtigung.

Doch wie können Unternehmen ihr Geschäftsmodell anpassen, wenn das Alleinstellungsmerkmal Fläche nicht mehr gebraucht wird? Eine Option ist die Transformation zur Plattform. Auf den Plattformen bietet man nicht nur Produkte, sondern auch Inspiration. Das setzt voraus, dass Unternehmen verstärkt datengetrieben agieren. Daten sind untrennbar mit der digitalen Transformation verbunden.

Das ist der Otto Group gelungen. 7,8 Milliarden Euro Umsatz hat die Gruppe 2017 online erzielt. Das sind 10,9 Prozent Wachstum zum Vorjahr. Wachstumstreiber seien OTTO, mittlerweile Marktplatz statt Händler, sowie das Tochterunternehmen, die 2014 gegründete Fashion-Plattform About You.

Marken und neue Geschäftsmodelle im B2B

Auch im B2B-Sektor setzen Marken verstärkt auf Plattformen und selbst Messen verlagern ihren Mehrwert immer stärker auf Matchmaking. Sie kennen die Angebote der Aussteller, sie kennen die Interessen der Besucher. Statt Flächen bereitzustellen, wandelt sich ihr Geschäftsmodell. Auf Basis ihrer Daten vernetzen sie Angebot und Nachfrage.

Der Druckmaschinenhersteller manroland setzt beispielsweise auf die Macht der Plattform und vernetzt seine Kunden mit Lieferanten von Zubehör und Verbrauchsmaterialien. Außerdem bietet manroland seinem Netzwerk digitale Services, wie hochwertige Produktfotografie.

Die Plattform »Otis ONE« überwacht weltweit rund 300.000 Aufzüge, um Daten zu sammeln, auszuwerten und auch mit Hilfe von IoT Servicequalität intelligent zu verbessern. BayWa arbeitet an der Entwicklung einer Online-Welt, um die Bedürfnisse ihrer treuen Landwirtschaftskunden auch im digitalen Zeitalter zu erfüllen. Voraussetzung ist eine vernetzte Systemlandschaft, wie sie beispielsweise Coca-Cola Germany auf Basis von Salesforce entwickelt hat.

Plattformen beantworten für Händler und Hersteller, wie auch im traditionellen Geschäftsmodell, die Frage des Zugangs. Im Wissenszeitalter sollten Unternehmen nicht als Gate-Keeper, sondern als wertvolle Netzwerker agieren.

Digital Business Trends 2019

coverbild trendbuch handelskraft 2019: digitale dnaIm nächsten Teil der TOP-5-Commerce-Trends-Revisited widmen wir uns dem Dauerthema Personalisierung. Ja! Man kann es nicht oft genug sagen und betonen: Personalisierung ist Pflicht! Um die Zeit bis zum nächsten Artikel zu überbrücken, könnt ihr im aktuellen Trendbuch Handelskraft 2019 »Digitale DNA« nicht nur nach alten und neuen Trends stöbern, sondern erfahrt auch, wie man daraus Innovationen für das eigene Business und echte Mehrwerte für seine Kunden macht.

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