Sharing Economy – Mieten statt Kaufen im Onlinehandel [5 Lesetipps]

umweltbewusster Konsum, Onlinehandel,
Quelle: Image by Waed Goumani from Pixabay

Es gibt Produkte oder Dienstleistungen, die öfter nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt werden. Daher ist es nicht nur vorteilhafter, sondern auch umweltfreundlicher, nicht die Produkte per se, zu bezahlen, um sie für immer zu besitzen, sondern den Zugang zu ihnen. Stichwort: Sharing Economy. Klassische Beispiele dafür sind Autos, Unterkünfte oder Werkzeuge. Und die Liste wächst.

Mit steigender Popularität von der sozialen Bewegung »Concious Consumption« – dem bewussten Konsum –, sinkt das Bedürfnis der Nutzer, ständig Waren oder Services zu kaufen – dies wird besonders bei jungen Verbrauchern deutlich. Aber das bedeutet nicht, dass sie komplett auf Konsum verzichten wollen, sondern dass sie Einkaufsentscheidungen bewusster treffen. Marken antworten auf diesen Trend mit verschiedenen Geschäftsmodelle, wie Second-Hand– oder aber Online-Mietservices. Auch die Otto Group oder MediaMarkt ebnen dafür seit einigen Jahren den Weg.

Heute erklären wir euch anhand weiterer Use-Cases, was diesen jungen dynamischen Markt bewegt.

Sharing Economy – Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit als Eckpfeiler

Obwohl die Sharing Economy generell für jede Art von Produkten gilt, gibt es gewisse Segmente, für die das Ausleihen besonders relevant ist, wie beispielsweise Baby Kleidung, die eben nur für kurze Zeit passt, Gadgets, die relativ schnell altmodisch werden oder Möbel, die man nur temporär braucht, weil man nicht auf Dauer an einem bestimmten Ort wohnen wird.

Aber welcher Verbrauchertyp steck hinter diesem Trend? Laut einer Umfrage von SPLENDID Research geben 42 Prozent der deutschen Befragten an, sich aus Kostengründen für die Nutzung solcher Dienste entschieden zu haben. Zudem begründen 35,6 Prozent die Nutzung dieser Services mit dem Wunsch, immer das neuste Spitzenprodukt ausprobieren zu wollen. Hauptgrund für knapp ein Viertel der Befragten ist das Nachhaltigkeitsbewusstsein.

Konsumenten haben bemerkt, dass es möglich ist, Spitzenprodukte zu konsumieren und zu verwenden, ohne mehr kaufen zu müssen. Auf diese Weise werden Ressourcen nachhaltig genutzt und weniger Abfall erzeugt. Soziale Verantwortung zu übernehmen ist heutzutage für Unternehmen Pflicht, um die Verbraucher für sich zu gewinnen.

In diesem Zusammenhang ist es ein sinnvoller Schritt, mit nachhaltigen und ökologischen Start-ups zu kooperieren und somit neue und sichere grüne Wege zu gehen.

Sharing Economy – Online-Mietservices für umweltbewusste Konsumenten

Otto Now, Tchibo bauen ihre aktuellen Mietangebote aus, verbessern ihre Konditionen und kollaborieren eng mit erfahrenen grünen Start-Ups, um Kunden anzulocken.

Tchibo – Abwechslung im Kleiderschrank und ein gutes Gewissen

Ein ähnliches Konzept verfolgt seit einem Jahr der Kaffee-Röster Tchibo. Bei »Tchibo Share« verleiht der Hersteller Kinderkleidung. Allerdings kümmert er sich um den Verleih nicht selbst. Zwei kleine umweltfreundliche Unternehmen namens Relenda GmbH und Kilenda betreiben gleichzeitig das Tchibo Share Portal und ihren eigenen Miet-Shop für Kinderkleidung, Kinderspielzeug, sowie Umstandsmode. Sie sorgen für ein gutes Gewissen beim Shoppen und zufriedene Kunden:

Screenshot von »Tchibo Share«

Otto Now – Der Vorreiter passt seine Miet-Bedingungen an

Otto Now startete im Dezember 2016 sein Miet-Portal, über das ursprünglich Elektronik und weiße Ware zur Verfügung standen. Seitdem baut der Onlinehändler – genauso wie seine Pendants – das Sortiment ständig aus, um mehr potenzielle Kunden zu erreichen. Neben E-Bikes oder Boxsäcken können auch Baby- und Kinderzimmermöbel ausgeliehen werden.

Otto hat aber gemerkt, dass seine Konditionen im Vergleich zu der Konkurrenz zu hart waren. Beispielweise: Otto-Kunden können ab drei Monaten und bis 24 Monaten Artikel ausleihen, wenn MediaMarkt oder Tchibo kürzere Mindestmietdauern haben. Deswegen schraubt der Händler weiter an seinen Bedingungen und hat kürzlich mitgeteilt, dass seine Kunden auch ausgewählte Produkte für einen Monat mieten können.

Sharing Economy – Online-Mietmarktplätze entdeckten diese Nische für B2B

Zugang statt Besitz ist ebenfalls im B2B-Bereich angekommen. Bauunternehmer sehen nicht immer den Vorteil, große Geräte und Werkzeuge an entfernte Orte zu transportieren. Sie ziehen es vor, sie vor Ort zu mieten, da es ihnen hilft, Kosten zu senken und das Risiko des Eigentums in vielen Fällen zu verringern.
Online-Mietmarktplätze haben die Lücke zwischen dem Mieter und dem Kunden geschlossen.

Beispielweise arbeitet hagebaus baustoff-mill mit dem Online-Mietmarktplätz boles.de zusammen, um einen Mietservice anzubieten. Innerhalb dieser Partnerschaft ist boels.de für den guten Zustand der Werkzeuge und Ausrüstungen verantwortlich.

Schließlich lohnt es sich, auf den größten Baumaschinenvermieter im DACH-Raum zu blicken: HKL-Baumaschinen verfügt nicht nur über ein umfangreiches Sortiment, sondern auch über verschiedene Akquise-Möglichkeiten: Mieten, Kaufen (neuer sowie gebrauchter Waren) und Services (Ersatzteile oder Reparatur).

Am Ende stellt sich die Frage: Wie nachhaltig ist euer Business und wie passt es zu den Anforderungen eurer Konsumenten?

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Bei Ikea kannst du Möbel bald auch mieten [Handelsblatt]

Marriott to launch online rental platform for luxury homes [Business Times]

Are Rentals The Next Frontier For Retail? [Forbes]

Urban Outfitters Inc to rent out clothing [BBC]

How to appeal to millennials [Digital Commerce 360]

(16 Bewertung(en), Schnitt: 4,88 von 5)
post ratings loaderLoading...