Grammarly: Besser schreiben dank künstlicher Intelligenz [Netzfund]

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Quelle: pexels

Wir wissen alle, wie es ist: Gute Texte zu schreiben, ist nicht einfach. Gute Texte fangen zum Beispiel nicht mit banalen Seufzern à la »Wir wissen alle, wie es ist« an. Gute Texte machen neugierig, reißen mit, informieren fundiert, fassen sich kurz, wo es nötig ist und sind ausführlich, wo das Lesen Spaß macht.

Wäre es nicht schön, wenn wir alle bessere Texte schreiben könnten? Wenn wir immer einen Profi an unserer Seite hätten, der uns vor Redundanzen bewahrt? Wenn wir höflichere E-Mails bekämen, wenn weniger Floskeln unsere Lese-Synapsen verstopfen würden… Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben (sic!), aber zumindest für englische Texte gibt es Hilfe. Von künstlicher Intelligenz.

Grammarly: Jeder kann ein guter Autor sein

Journalisten und Journalistinnen wissen, dass Schreiben Handwerk ist. Pfiffige, kritische, einzigartige, aufrüttelnde Geschichten zu schreiben, hat also nicht nur etwas mit den Inhalten zu tun, die man recherchiert. Es hat viel damit zu tun, wie man diese Inhalte inszeniert.

Fakten und Beobachtungen sollte man zwar nicht erfinden, aber sie lassen sich verdichten. Stories zu schreiben, das kann man lernen. Um das pointierte Schreiben zu lernen, gibt es seit jeher Handbücher – Klassiker der Synonymenlexika wie »Sag es treffender« von A.M. Textor zum Beispiel oder Wolf Schneiders Evergreen »Deutsch für Profis«, wobei Herr Schneider das Wort Evergreen sicher nicht so prickelnd fände. Wurscht (sic!!!), was wir damit sagen wollen: Guter, klarer Stil ist möglicherweise nicht nur lernbar, er ist in gewisser Weise sogar automatisierbar.

Computerlinguisten finden, im Gegensatz zu Literaturwissenschaftlern, gerade das spannend. Und unser Netzfund der Woche zeigt, was in puncto Automatisierung guten Stils längst alles möglich ist.

Grammarly: Algorithmen für die Zauberfeder

Grammarly ist ein KI-basiertes US-Tool, das man sich als Add-On in seinen Browser packen kann und das fortan Tipps gibt, wie man seine englischen Texte verbessert. Das Tool beschränkt sich nicht auf Rechtschreibung und Grammatik, sondern es gibt aktiv und in Echtzeit Hinweise zur Stilverbesserung. Das wirkt fast magisch.

Bei Harry Potter gibt es Rita Kimmkorn. Rita hat die Zauberfeder. Die muss die rasende – und reißerische – Reporterin nur ein bisschen anlecken und schon schreibt das Ding von selbst. Content Creation at its best… Ein magisches Stilverbesserungstool aber, das ihre Texte etwas dezenter oder in sich abwechslungsreicher machen würde, das hat selbst Rita nicht.

Grammarly gibt es seit rund 10 Jahren, aus dem Start-up ist ein ziemlich großes KI-Unternehmen mit Büros in New York, San Francisco und Kiew geworden. Für Computer-Linguisten ist man in den USA zu einem Top-Arbeitgeber avanciert und mit jedem Text, der ambulant gecheckt wird, lernt die KI dazu.

Aber gerade auch für Nicht-Muttersprachler ist das Tool womöglich Gold wert, um ein bisschen mehr so zu klingen, wie es der Lebenslauf suggeriert – Fremdsprachenkenntnisse: Englisch (verhandlungssicher). So let’s switch to English for some compelling closing words and let’s have Grammarly check them!

Grammarly: Bunte Farben für erhellende Einsichten

Grammarly clearly shows how intellectual efforts – such as professional writing skills – are no longer a result of personal education, yet a question of your personal digitalisation level.

To level up, however, not just consider using smart tools such as today’s Netzfund but take an inspiring read such as our Trendbuch 2019. You can download it here for free – either in English or German. As you like it – um wenigstens noch einen Shakespeare-Bezug in diesem Text über Schriftstellerei im Spannungsfeld von Genie und Automatisierung unterzubringen.

By the way, das Grammarly-Demo-Tool greift erst mit farbigen Markierungen ein, seit hier schlimmstes Denglisch tobt. Unser persönliches Englisch scheint also wirklich not bad zu sein, nice! Deutsch muss die KI noch lernen, Denglisch als Sprache überhaupt erst einmal anerkannt werden. Bis dahin, enjoy your weekend!

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Eine Reaktion zu “Grammarly: Besser schreiben dank künstlicher Intelligenz [Netzfund]”

  1. Habe mir das die Seite von Grammarly gerade mal angesehen es scheint tatsächlich sehr vielversprechend zu sein, daher werde ich das Plugin gleich installieren und einmal ausprobieren. Ein ebenfalls KI basiertes Angebot findet sich unter https://talktotransformer.com/ dort gibt man z.B. einen kleinen Textbaustein ein und die Software ergänzt den Text. Derzeit ist sie scheinbar hauptsächlich darauf ausgelegt reißerische Storys zu schreiben, was nicht so toll ist aber das Potential dieser Technologie ist schon fantastisch.

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