»Emmas Enkel« – Bio-Lädchen trifft Amazon Go [Netzfund]

Emmas Enkel Concept Store in Stuttgart am Rosenbergplatz
Quelle: real.de

Was ist das schlimmste an deutschen Supermärkten? Viele würden sicher behaupten, es seien die Öffnungszeiten. In den meisten Städten schließen die letzten Supermärkte ihre Türen um 22, teilweise sogar 20 Uhr. Doch das gehört in einem kleinen Laden in Stuttgart der Vergangenheit an.

Das Konzept von »Emmas Enkel« kombiniert das Geschäft à la Tante Emma mit einer Technologie, die an Amazon Go erinnert.

Emmas Enkel: frisches Bio-Gemüse und rustikales Design

Auf 45 Quadratmetern werden dem Kunden Artikel von Zahnpasta, über Klopapier bis hin zu Toastbrot angeboten. Ein besonderes Augenmerk wird auf regionale Produkte und Biowaren gelegt. Das Brot kommt vom Bäcker nebenan, das Gemüse und Obst aus der Region und statt Fertigkaffee befindet sich eine kleine Filiale des Stuttgarter Traditionskaffees »Herbertz« im Geschäft. Das Interieur wirkt rustikal, aber sehr hochwertig und modern. Viel Holz und rote Ziegel lassen bei den Kunden das Gefühl aufkommen, sie befänden sich gerade wirklich in einem Tante-Emma-Laden. Gekonntes Markenerlebnis! Doch auf den zweiten Blick fällt auf, warum das Geschäft »Emmas Enkel« heißt.

Emmas Enkel: 24/7 Einkaufen

Guckt man sich genauer um, fällt einem auf, dass außer den Mitarbeitern im Café, niemand in dem Laden arbeitet. Es gibt keine Kassierer und auch keine Schlangen an der Kasse. Auf der Verkaufsfläche stehen nur die Bioprodukte zum Herausnehmen. Alle anderen Waren werden über ein Ausgabeterminal ausgewählt und ausgegeben. Bezahlt wird am Terminal oder mit einer eigens konzipierten App.

Emmas Enkel: Wer steckt dahinter?

Hinter »Emmas Enkel« stecken die Handelskette »Real« und das Start-up »Smark«. Real kaufte bereits vor einigen Jahren das Start-up »Emmas Enkel«, stampfte es jedoch schnell nach Übernahme ein. Jetzt scheint das Unternehmen aber wieder ein Potential in der Idee zu sehen. Die Technologie zur Lagerung und Warenausgabe kommt von »Smark«. Das System braucht nur etwa den Platz eines See-Containers und ist daher auch in kleinen Geschäften einsetzbar.

»Emmas Enkel« ist vorerst ein Prototyp, doch Real hat bereits angekündigt bei Erfolg, weitere Filialen zu eröffnen. Es bleibt abzuwarten, wie das Projekt den Einzelhandel und besonders den Nahrungsmittelmarkt beeinflusst. Sind die Probleme zu kurzer Öffnungszeiten bald in Deutschland Geschichte?

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