Voice Assistants. Voice Marketing. Voice Commerce. – Wann lernt mein Onlineshop endlich sprechen?

Voice Assistants Marketing Commerce
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Klassische Werbung hat ausgedient. Stimmt schon. Klassisches Fernsehen oder Radio hören, sind dank Netflix, Spotify und Co. vom Aussterben bedroht. Das glauben laut einer Studie von Next Media Hamburg und Statista auch zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland. Um als Marke auf sich aufmerksam zu machen, braucht es andere Formate mit hochwertigem Content, immer und überall, so bewegt und so laut wie möglich.

Soll heißen: Marken brauchen eine Stimme. Alter Hut? Nicht ganz. Denn beim »Voice Marketing« der nächsten Generation geht es um mehr als ein Soundlogo, eine einprägsame Melodie oder ein Lied, das mit jedem Werbespot auch die Charts stürmt.

Voice First ist mehr als Audiocontent

Es geht, wie das bei Trends nun mal so ist, darum, auf den Wandel der Zeit und das Nutzerverhalten zu reagieren. Und aktuell stehen die Zeichen eindeutig auf »Voice First«.

Wir interagieren zunehmend über Sprache mit der digitalen Welt. Sprachbefehl statt Textsuche. Stimme statt Klick. Audio ist im Voice dominierten Zeitalter nicht mehr nur ein Medium, das zum Konsum und als Teil der Markenidentität, sondern auch zur Interaktion bereitgestellt werden muss.

»Emotion drives behavior« – auch nichts Neues. Und wie löst man Emotionen aus? Über die Sinne.Audiocontent gehört spätestens seit dem Siegeszug von Content-Commerce zum Standardrepertoire der Branding-Strategie. Sei es die Renaissance der Podcasts, der anhaltenden Boom von Musik-Streaming oder der Hype um hörbare Kurzformate à la Blinkist.

Voice Marketing nicht ohne Voice Assistants

Spricht man heute von Voice Marketing gehört aber eben noch ein entscheidender Faktor dazu: die Verbreitung sprachbasierter digitaler Assistenten. Und mit Siri, Alexa, Cortana oder Google Assistent, sind wir da längst nicht am Ende. Im Gegenteil.

Amazon präsentiert im Akkord neue Echo-Devices und setzt mit der »Voice Interoperability Initiative« noch einen drauf, bzw. alles daran, dass digitale Sprachassistenten und deren Nutzung ebenso zum Alltag werden wie Smartphones.

Und wie geht das? Indem man es für (potenzielle) Nutzer so einfach wie möglich macht, *alle Sprachassistenten immer und überall und auf einem Endgerät zu nutzen. *Alle bis auf die von Google, Apple und Samsung. Nachvollziehbar. Ob es sich die offensichtlichen Konkurrenten noch anders überlegen und sich Big Playern wie Microsoft, Intel, Sony, Salesforce, Spotify oder BMW dem Projekt anschließen, bleibt abzuwarten.

Voice Assistants machen noch keinen Voice Commerce

Ob zu Hause oder unterwegs – wir nutzen zunehmend unsere Stimme, um alltägliche Aufgaben zu erledigen, aber auch um nach Produkten und Services zu suchen. Laut Google Peerless Insights halten es mehr als 60 Prozent der Menschen, die einen Sprachassistenten benutzen für sehr wahrscheinlich, in naher Zukunft auch über diesen online einzukaufen. Dafür müssen natürlich das Produkt bekannt, eine geeignete Zahlungsmethode und Lieferanschrift integriert und der Onlineshop oder die Plattform bei der gekauft wird, für Sprachausgabe optimiert sein.

Marken müssen also nicht mehr nur in der Textwelt (ganz oben) auffindbar sein, sondern auch bei der Anfrage über smarte Assistenten. Es reicht also nicht, dass Produkte und Services sprechen lernen, sondern es braucht auch die richtige Technologie dahinter, um den Audio-Content an Alexa und Co. anzubinden.

Kaum ein Onlineshop verzichtet heute noch auf digitalen Kundenservice. Noch muss der Nutzer dafür eben fleißig tippen. Wie schön wäre da nicht die Option, seine Frage zum Artikel oder einer Bestellung gleich ein – und mit einem Gegenüber – zu besprechen. Oder?

Voice im Conversational Commerce: Wo bleibt der Dialog?

»Dialogue Tech«, ein junges Unternehmen aus Hamburg, glaubt fest an die Notwendigkeit der »Rückkehr der Sprache in den Commerce«. Mit der Dialogue Engine stellen sie Onlineshopbetreibern ein KI-basiertes Tool zur Verfügung, über das Kunden in natürlichem Dialog mit dem Shop sprechen können. Die Engine soll via Plug and Play branchen- und kanalübergreifend einsetzbar sein.

Ein erster Schritt für mehr real Conversation im »Conversational Commerce«? Denn im Gegensatz zu Instant Messaging, Live-Agents oder Chatbots hat es Voice bei diesem Trend nicht so leicht. Sprachassistenten können uns zwar einfache Fragen beantworten, sich aber nicht mit uns unterhalten und einer Marke dabei helfen, via Sprache mit (potenziellen) Kunden zu interagieren.

Voice Commerce als Subtrend von Conversational Commerce beschränkt sich bislang auf Alexa-Skills oder Google-Actions. Simple Abfragen und Befehle zu aktuellen Angeboten oder den FAQ sind schon drin. Flixbus bietet voice-affinen Nutzern neben den FAQ immerhin die Möglichkeit, sich via Sprache über Gepäck und Bushaltestellen zu informieren und sogar Tickets zu buchen.

Infos zum Angebot des Tages oder über Zahlungsmöglichkeiten kann man dank Google-Action-Integration auch bei Otto bereits via Sprache erfragen. Doch auch hier zeigt sich: Bis zum »big picture«: voice search und voice reaction gibt es noch eine Menge zu tun.

Voice: Vom Trend zur Innovation

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