KI-Potential für Marketer – Sieben Tipps für erfolgreich(er)es Digital-Marketing

KI Potential Digital Marketing
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Ein Angebot nur für bestimmte User ausspielen, die Versandzeiten eines Newsletters optimieren oder personalisierten Content liefern – Alltag für viele Marketer. Die Steuerung, Auswertung und Optimierung von Onlinemarketing-Kampagnen nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch, weil die zu analysierenden Datenmengen stetig zunehmen. Trotzdem soll dies alles stets so schnell und effizient wie möglich erledigt werden, denn Zeit ist Geld.

KI ist in der Lage, Unmengen an Daten in Rekordzeit auszuwerten. So haben Marketer mehr Zeit, an Strategien zu feilen und hochwertigen Content zu erstellen. Entsprechend ist das KI-Potential auch im Onlinemarketing enorm. Heute zeigen wir euch, wie ihr mithilfe von KI Suchmaschinenwerbung automatisiert, Conversion erhöht und Kosten minimiert, euer E-Mail-Marketing voranbringt, indem ihr den Versand optimiert, Content personalisiert, Content schreiben lasst, visuellen Content schneller gestaltet und Billboards mit Echtzeitdaten steuert.

KI-Potential: Suchmaschinenwerbung automatisieren

Am präsentesten sind KI-gesteuerte Lösungen im Onlinemarketing im Bereich SEA. Hier übernehmen KI-Features Routineaufgaben der Marketer, darunter Kampagnensteuerung, Bid-Management und Performance-Optimierung. Das Berliner Start-up Adspert entwickelte beispielsweise eine Lösung, die die Effizienz von Werbung, die Dichte der richtigen Keywords und das Placement von Google-Ads in Abhängigkeit von Marktgegebenheiten und Saisonalitäten in Echtzeit identifiziert.

KI-Potential: Conversion erhöhen, Kosten minimieren

Der Automobilzulieferer HELLA profitiert bereits davon: Nach seinem Einstieg bei Amazon hatte das Unternehmen aus Lippstadt Schwierigkeiten, die richtige Zielgruppe zu erreichen. HELLA entschied sich dafür, die Optimierung der Amazon-Ads an Adspert zu übergeben und so erste Erfahrungen mit KI zu sammeln – mit verblüffendem Ergebnis. Statt jede Kampagne und jedes Keyword manuell managen zu müssen, optimiert Adspert diese automatisch, sofort und zum passenden Gebot. Die Zahl an Conversions stieg um 153 Prozent und HELLA machte 119 Prozent mehr Umsatz. Die Kosten konnten wiederum um 13 Prozent reduziert werden.

KI-Potential: E-Mail-Marketing voranbringen

Im E-Mail-Marketing werden KI-Features ebenfalls bereits erfolgreich genutzt. Die Effizienz der kanalübergreifenden Kampagnen verbessert sich nachweislich, wenn KPIs zeitnah gemessen und das Ergebnis analysiert werden können. Es gibt KI-gesteuerte Lösungen, die die im E-Mail-Marketing entscheidende Frage bereits passgenau beantworten können. Sie lautet: Welcher Content sollte wann für wen auf welche Weise ausgespielt werden?

Der Marketing-Automation-Provider Emarsys stellt eine selbstlernende Lösung zur Verfügung, die die beste Versandzeit für jeden einzelnen Kunden timed. DSGVO-konform werden dafür Daten wie Klicks, Öffnungsraten, Conversions oder Versandhistorie genutzt. Das KI-Feature liefert zudem Empfehlungen, wann Versandkostenoptimierung, intelligentes Pricing und Discounting sowie Incentive-Optimierung sinnvoll sind.

KI-Potential: Content personalisieren

Personalisierung gilt als Schlüssel der erfolgreichen Kundenansprache. Das hat auch der Wäschehändler Cosabella erkannt. Die Italiener setzen auf KI-Technik aus Kalifornien: Das AI-as-a-Service-Unternehmen Sentient hilft, den Aufbau der Cosabella-Website zu personalisieren. Mit überzeugenden Ergebnissen: Der ROI wurde verdreifacht und der Kundenstamm um 30 Prozent angehoben.

KI-Potential: Content schreiben lassen

Doch damit nicht genug: KI kommt immer häufiger auch in der Content-Produktion und bei Content-Management-Aktivitäten zum Einsatz. Ob einfache Produkttexte oder sogar Inhalte mit journalistischem Hintergrund: Immer mehr Firmen setzen auf Automatisierung statt auf Autoren. Das Berliner Start-up Retresco zeigt mit seiner »rtr textengine« eindrucksvoll, welche Möglichkeiten automatische Textgenerierung eröffnet.

Zum Beispiel in der Fußballberichterstattung, einer an Floskeln und Wiederholungen nicht armen journalistischen Darstellungsform. Die KI erzeugt aus der Fülle der verfügbaren Daten in Echtzeit Spielberichte. Nach Abpfiff stehen sie sofort zur Verfügung. Diese Geschwindigkeit der Contenterstellung ist im Konkurrenzkampf um potentielle Klickzahlen viel wert.

Auch Produkttexte neigen zu Wiederholungen: Das Online- Möbelhaus home24 setzt bereits auf KI-basierte, SEO-optimierte Produktbeschreibungen von uNaice. Eigenen Angaben zufolge schafft der Content-Roboter bis zu 500.000 Produkttexte – und zwar pro Stunde. Zudem können KIs bereits eigenverantwortlich Content aus Produktbildern gewinnen. Es reicht, das Bild eines neuen Schuhs in das System einzupflegen und Google Vision zu aktivieren. Eigenschaften wie Form und Farbe werden automatisch in die Produktbeschreibung integriert. Schließlich unterstützen KI-basierte Produkte wie Frase oder Searchmetrics Marketer bei der SEO-Recherche. Sie erstellen Zusammenfassungen oder regeln Releases über das Content-Management-System.

KI-Potential: Visuellen Content schneller gestalten

Ob ein Hintergrundbild für eine Landingpage, ein Coverbild für einen Blogbeitrag oder ein paar Schnappschüsse für einen Printkatalog – die lästige Suche nach passenden Bildern gehört zum Alltag eines jeden Content-Creators. Das Programm von NVIDIA GauGAN (möglicherweise ausgesprochen wie der Nachname des französischen Impressionisten Paul Gauguin) schafft Abhilfe: Mit wenig Aufwand kreiert es aus ein paar Strichen ein fotorealistisches Bild. »GAN«, die Technologie dahinter, bietet so eindrucksvolle Anwendungsszenarien für Produktbilder, von denen beispielsweise die Fashionbranche profitiert. Die KI erspart lange und teure Fotoshootings, indem sie ein Produkt in verschiedene Posen transformieren kann.

KI-Potential: Billboards mit Echtzeitdaten steuern

Klassische Plakatwerbung hat es im Digitalzeitalter schwer. Außenwerbung muss so zielgerichtet und prägnant wie möglich sein, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu gewinnen. Eine wichtige Zielgruppe für Plakatwerbung sind Pendler. Für sie müssen die Inhalte der Plakate nicht brandaktuell sein, sondern sich eher an den Gewohnheiten dieser Zielgruppe orientieren. Das gelingt, wenn Echtzeitdaten verwendet werden, mit deren Hilfe der Content schnell und zielgerichtet an das Verhalten und die Stimmung der Pendler angepasst werden kann.

Ein beeindruckendes Beispiel für diese Art, Daten zu analysieren und in personalisierte Nutzeransprache zu übersetzen, ist das Stockholmer Projekt von Clear Channel. Die Firma ist ein Profi für Außenwerbung. Im März 2019 installierte sie im öffentlichen Nahverkehr Stockholms eine sogenannte Kunstgalerie der Emotionen (Emotional Art Gallery). Sie bestand aus 250 miteinander vernetzten Digital-Signage- Displays mit abstrakten Bildern, die positive Gefühle wie Glück, Frieden oder Ruhe vermitteln sollten. Doch wann welches Bild gezeigt wurde, das berechnete ein maßgeschneiderter Algorithmus, der – typisch Onlinemarketing – nur öffentlich verfügbare Echtzeitdaten wie die Google-Suche oder Verkehrsupdates nutzte, um die Emotionen der Pendler einzuschätzen und anzusprechen.

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