Magento 1 bald Commerce-Geschichte – Fünf Tipps für eine erfolgreiche Shop-Migration

Magento Update Tipps Shop Migration
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Das Wort Migration weckt in der Regel keine große Begeisterung. Vor allem wegen des großen Aufwands, der dahintersteckt. Ändert aber nichts an der Notwendigkeit. Und die Wahrheit ist, dass die Shop-Migration trotz (oder erst recht wegen) ihres oft gigantischen Ausmaßes als Investition in die Zukunft gesehen werden sollte. Denn der Umstieg ist eine großartige Gelegenheit, die bestehende eigene Commerce-Lösung, die an ihre Grenzen stieß, wettbewerbs- und zukunftsfähig zu modernisieren.

Und streicht ein Anbieter eine Lösung aus seinem Portfolio hat man ohnehin keine Wahl, als sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und das Beste daraus zu machen. So, wie alle, deren Shop bisher auf Magento 1 läuft. Denn das gehört schon bald der Commerce-Vergangenheit an. Endgültig. Magento wird ab Juni 2020 keinen Support mehr für Magento Commerce 1, Magento Open Source 1 sowie ältere Magento-Commerce-2-Versionen anbieten. Also, liebe Shopbetreiber mit alten Magento-Versionen: Migration ist keine Option mehr, sondern Pflicht.

Für alle, die bei Magento bleiben wollen, haben wir heute alle wichtigen Informationen und Tipps für eine gelungene Shop-Migration zusammengefasst. Natürlich ist auch der Umstieg auf eine andere Shoplösung eine Option, die sich zu evaluieren lohnt, aber das ist ein Thema für einen neuen Artikel 😉

1. Ausgangsituation evaluieren

Davon ausgehend, dass ihr diesen Artikel jetzt lest und euch der Zeit bewusst werdet, die ihr noch habt, um die Migration zu starten, erinnern wir euch daran, dass es wichtig ist, dass ihr von nun an eine Evaluierung der Performance eures Onlineshops plant und durchführt. Dabei hilft euch die Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie hoch ist die Seitgeschwindigkeit und die Lastspitze?
  • Wie schnell und komplex sind die internen Prozesse des Deployments und der Entwicklung?
  • Kann die E-Commerce-Lösung überhaupt weiterentwickelt werden?
  • Können Features und Funktionalitäten bei Bedarf ausgebaut werden?
  • Wie hoch ist die Conversion-Rate?
  • Sind das Design und die User-Experience der Seite frisch und benutzerfreundlich?

Wenn ihr genau wisst, wie der aktuelle Stand der Lösung ist, wo sie an ihre Grenzen stößt und was verbessert bzw. aktualisiert werden muss, solltet ihr darüber nachdenken, welche neuen Möglichkeiten sich aus der Umstellung des Webshop ergeben.

2. Neue Chancen erkennen

Die Migration von Magento 1 auf Magento 2, besser gesagt zu 2.3, ist kein reines Upgrade. Die Struktur muss komplett neu aufgebaut werden (Replattforming). Ihr könnt daher diese Transformation nutzen, um die eigene digitale Strategie anzupassen sowie die Bedürfnisse von Stamm- und Neukunden noch besser zu erfüllen. Wollt ihr neue Märkte erschließen und euch auf neue Zielgruppen konzentrieren? Wollt ihr nachhaltig wachsen? Welche Art von Technologie wird dafür benötigt?

Wollt ihr beispielsweise jüngere Zielgruppe begeistern, ist es eine Modernisierung des Look & Feel ein Muss sowie auch eine funktionierende Verschmelzung zwischen Content und Commerce. Wenn ihr andererseits zukünftig neue Marken oder Plattformen einbinden wollt, werden Skalierbarkeit und Flexibilität viel wichtiger.

Mit seiner globalen Community und seiner enormen Anzahl an Extensions bieten die Magento Updates daher optimale Voraussetzungen für die Umsetzung einer gewinnbringenden und ausbaufähigen Lösung, denn sie ermöglichen:

  • Bessere Skalierbarkeit und Performance: moderne Architektur, einfachere Entwicklung und Bedienung, besseres SEO.
  • Technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben: Bsp.: PHP 7.2
  • Bessere (mobile) User Experience mit einem PWA Studio.
  • Userfreundliche Content-Creation und -Verwaltung mit dem Page Builder (auch für nicht-technische Anwender).
  • Notwendige Sicherheit-Updates: Google reCAPTCHA-Validierung zur Kontrolle der Spam-Registrierung sowie die zwei-Faktor-Authentifizierung für das Admin-Konto.
  • Multiple-Lager-Verwaltung mit der Feature Multi Source Inventory (MSI).

3. Wenn die Zeit drängt: Agile Methoden als Erfolgsfaktor!

Im Hinblick auf die knappe Frist ist es ratsam, agile Vorgehen zu verwenden, um Prioritäten zu setzen, die Arbeit besser zu verteilen und schließlich den Go-Live-Termin einzuhalten.

Die Priorisierung durch kurze Entwicklungszyklen (ein bis zwei Wochen) ermöglicht beispielsweise, die wichtigsten Daten zuerst zu identifizieren und beizubehalten oder essenzielle Features schnellstmöglich fertigzukriegen.

Der Einsatz agiler Methoden in komplexen Projekten, die vor allem unter hohem Zeitdruck abgeschlossen werden sollen, bietet Entwicklungsteams zudem folgende Vorteile:

    • Sie schaffen Transparenz und erleichtern Entscheidungsprozesse durch täglichen Austausch in Stand-ups
    • Die Fortschritte können auch dadurch einfach kontrolliert und gesteuert werden.
    • Probleme im Projekt können ebenso durch regelmäßiges Feedback in Meetings und durch kurze Sprints schneller erkannt werden. Dies ermöglicht wiederum, Optimierungsmaßnahmen kontinuierlich zu ergreifen.

4. Teamspirit pflegen und fördern

So hilfreich agile Methoden für die schnelle Umsetzung komplexer Aufgaben sind, so entscheidend ist die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, um Silos zu vermeiden. Teamgeist und Ideenaustausch müssen Konstanten innerhalb des Workflows sein.

Der Einsatz von digitalen Kommunikationsanwendungen sowie tägliche und interaktive Besprechungen fördern regelmäßiges Feedback im Team und sorgen für reibungslose Freigabeprozesse. Außerdem vermeiden sie Missverständnisse und machen Fehler in einer frühen Phase erkennbar.

5. Zukunftsfähig durch kontinuierliche Entwicklung

Nach dem 2.3 kommt das Update zu 2.4. Die Migration endet nicht mit dem Go-Live-Termin. Es ist wichtig, eine Zukunftsvision und ein Projekt zu haben, das kontinuierlich in der Weiterentwicklung des Onlineshops agiert und somit zum Wachstum des Unternehmens beiträgt. Dabei hilft der Einsatz agiler Methoden, garantiert aber nicht, dass dies auch geschieht.

Das Projektteam muss über den Tellerrand schauen. Um relevant zu bleiben, lohnt es sich nicht, das nächste Update für ein paar Jahre liegen zu lassen. Es muss ab Beginn des Projekts in der Pipeline sein.

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