Co(rona)-Working-Space: Bedtime-Stories von Netflix und Power-Workout im Innenhof [Teil 7]

Corona-Working-Space Eis Workout
Quelle: Unsplash

Ja, wir haben ne Menge Mamas und Papas, die gerade im Homeoffice mit ihren Kids, dem neuen Alltag und »ganz nebenbei« 😉 ihrer Arbeit zu tun haben. Langweilig wird es im Co(rona)-Working-Space definitiv nicht. Also den Eltern jedenfalls. Und auch hier geht es heiter bis wolkig weiter mit Janas Einblicken in ihr sprichwörtlich aktives Family-Office-Programm.

Co(rona)-Working-Space: Mittwoch, 18.03.2020 – Tag 1 im Homeoffice

10:30 Uhr: Das ist also dieses Homeoffice mit Kindern? Meine Erstklässler-Tochter (6) hat gerade die ersten Aufgaben des Lernplans motiviert abgearbeitet und liest nun dem kleinen Bruder (4) ein Buch vor. Ich habe bereits um 6.00 Uhr angefangen, zu arbeiten, um wichtige Dinge zu erledigen, solange ich es kann.

Mit meinem Team habe ich mich via Chat über die anstehenden Aufgaben und natürlich auch über den ein oder anderen privaten Klatsch und Tratsch ausgetauscht. Diese gemeinsame Kaffeerunde zum Morgen wollen wir auf jeden Fall beibehalten.

Mit einem Bücherstapel habe ich mir einen Steh-Arbeitsplatz gebaut. Hinsetzen ist auch im Homeoffice nicht meins. Schon am Vortag habe ich mir einen Plan überlegt, wie ich allein mit den Kindern die kommenden Tage angehe.

Der Kühlschrank ist gut gefüllt, Klopapier-Situation ist stabil, die Kinder und ich sind gewaschen, angezogen und gekämmt. Ich habe schon einmal vorsorglich eine Großbestellung im Onlineshop für Bastelzubehör aufgegeben und wir sind entspannt. Die Sonne scheint durchs Fenster auf meine immer noch einträchtig zusammensitzenden Kinder und ich mache ein Foto … Wohlwissend, dass diese Momentaufnahme mir trügerische Sicherheit vorgaukeln könnte.

Aber nichts da. Es wird ruhig gespielt, gepuzzelt, ein Hörbuch gehört. Ich klappe um 15:30 Uhr meinen Rechner zu, es war ein produktiver Tag. Normalerweise würde nun der Freizeit-Stress starten: Kindersport, Leichtathletik, Musikschule, Spiel-Verabredungen und auch mein eigenes Training.

Ich – Meister der Work-Life-Balance und durchorganisiert bis ins Letzte – habe plötzlich einen freien Nachmittag. Was nun? Die Kinder brauchen doch sicher Bewegung? Und ich auch! Der Trainer hat mich bereits mit einem Home-Gym-Trainingsplan versorgt. Also los!

Unsicher baue ich mein Equipment im Innenhof auf. Werden die Nachbarn komisch schauen? In unserem 300 Einwohner-Dorf falle ich als Single-Working-Mom eh schon auf. Ich verstecke mich halb hinter meinem Auto und mache ein paar Burpees, während meine Kids Runden auf dem Rad um mich herum drehen und die ersten interessierten Gesichter hinter den Gardinen auftauchen. Aber Hauptsache überwunden.

Bewegung ist wichtig, gerade jetzt, wo mein Arbeitsweg nur noch 30 Sekunden dauert, statt wie bisher 45 Minuten mit dem Rad. Der Tag geht zu Ende, die Kinder sind zu einer vertretbaren Zeit im Bett, ich checke noch kurz meine Mails, teamse mit einer Kollegin über die aktuelle Situation, berichte von meinem tollen Tag und klopfe mir auf die Schulter.

Ich rocke das! Homeoffice mit Kids? Piece of Cake…

Co(rona)-Working-Space: Donnerstag, 02.04.2020 – Tag 12 im Homeoffice

10:30 Uhr: »Wie schön dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst…« Ob jemand Geburtstag hätte, fragt mein Gegenüber im Konferenz-Call …

Ich bin im Kunden-Telefonat per Videokonferenz. Die Jogginghose sitzt. Zumindest obenrum ist das T-Shirt frisch und (noch) ohne Flecken. Make-up wird überbewertet. Der Weichzeichner im Teams-Chat für den Hintergrund blendet das gröbste Chaos im Hintergrund aus.

Ich sitze bereits seit vier Stunden am Rechner. An Homeshooling war heute noch nicht zu denken und zum Frühstück gab es Eis am Stiel. Meine Kinder trällern lauthals weiter » … wir gratulieren dir Geburtstagskind!«. Sie stehen im Schlafanzug vor dem Sofa, auf dem all ihre Kuscheltiere aufgebaut sind. Die Teddybären haben Geburtstag und das wird zelebriert. Ich mute mein Mikrophon, um die Kinder zur Ruhe zu bitten. Ich sehe mich selbst im Chatfenster, wie ich wild gestikulierend meine Kindern anflehe, mich kurz telefonieren zu lassen.

Ich drücke ihnen eine Banane in die Hand und schicke sie ins Kinderzimmer. Versuche wieder ins Gespräch zu finden und merke erst nach drei Sätzen, dass mein Mikrophon immer noch stumm geschalten ist.

Zum Mittag gibt es Nudeln mit Tomatensoße, das dritte Mal diese Woche. Ich überlege kurz, ob ich die Kinder vorher noch zum Umziehen schicke, verwerfe den Gedanken beim Blick auf die Tomatensoßeflecken von gestern auf dem Schlafanzug aber wieder.

Nach dem Mittagessen ziehe ich die Reißleine und melde mich bei den Kollegen ab. Das mitgeschickte GIF einer sich prügelnden Baseball-Mannschaft unterstützt die Eskalationsstufe visuell. Lagerkoller! Wir müssen raus.

Während wir eine ausgedehnte Wanderung durch den Wald machen, Zapfen und Stöcke sammeln und die Sonne genießen, bin ich dankbar für die flexible Einteilung der Arbeitszeit, die wir haben. Gerade an solchen Tagen ist arbeiten während der regulären Zeiten nicht möglich und dann haben die Kinder Priorität.

Nachdem wir uns ausgepowert haben, ist es etwas ruhiger. Spotify unterstützt mit dem unendlichen Vorrat an neuen Hörspielen für Kinder. Während ich die Arbeit wieder aufnehme, berichtet mir der Mini stolz, er hätte jetzt neue Freunde gefunden und zeigt mir die Feuerkäfer Finn, Lisa und Mario. Erleichtert darüber, dass er beschäftigt genug ist, dass ich drei Mails schreiben kann, beglückwünsche ich ihn zu seiner Sozialisierungs-Strategie und vertiefe mich wieder in die Mails.

Am späten Nachmittag geht es wieder trainieren. Die tägliche Sporteinheit ist eine liebgewordene Routine geworden, die für mich den oft nicht sehr konkret abgesteckten Feierabend einläutet. Meine Hemmschwelle ist mittlerweile stark gesunken und unter lauter musikalischer Begleitung werfe ich schwitzend und grunzend meine Langhantel in der Einfahrt umher.

Die Nachbarn begrüßen das wiederkehrende Schauspiel und schicken in dieser Zeit sehr gern ihre Kinder in den Innenhof, damit diese dem kostenlosen Unterhaltungsprogramm beiwohnen können. Auch eine Form der Nachbarschaftshilfe … man tut ja, was man kann.

Ein unruhiger Tag geht natürlich auch unruhig zu Ende und kurzfristig ist ein dringendes Projekt bei mir auf dem Tisch gelandet. Fertigstellung, wenn möglich, zum nächsten Tag. Ahhh … Notfall-Programm. Während die Oma über Skype die Kinder mit dem Vorlesen der »Kackwurstfabrik« bei Laune hält, bereite ich ein rudimentäres Abendessen zu. Die Gute-Nacht-Geschichte übernimmt heute mal mein Freund Netflix und ich sortiere mir schon mal meine Unterlagen zusammen und verschaffe mir einen groben Überblick.

Als die Kinder dann tatsächlich im Bett liegen, kann ich das erste Mal an diesem Tag wirklich produktiv arbeiten. Da ich nicht allein in der Nachtschicht bin, ist es gar nicht schlimm und als ich 23 Uhr den Rechner runterfahre, bin ich stolz darauf, was wir als Team auch in solchen Situationen gemeinsam hinbekommen und wie wir uns gegenseitig unterstützen.

Jeder tut, was er kann, sodass wir als dotSource gestärkt aus dieser Situation heraus gehen. Dieser Zusammenhalt motiviert, auch an besonders anstrengenden Tagen wie diesem.

Ich gehe erschöpft zu Bett … Die Feuerkäfer Finn, Lisa und Mario kommen mir im Flur entgegen. Ich überlege kurz, sage ihnen gute Nacht und bis morgen!

Co(rona)-Working-Space: Freitag, 17.04.2020 – Tag 2394579345 im Homeoffice

Die Kinder sind in den Osterferien beim Papa, ich schreibe diesen Artikel in der Sonne auf meinem Balkon. Eine ruhige, kinderfreie Homeoffice-Woche liegt hinter mir. Zeit durchzuschnaufen, Zeit zu reflektieren.

Und Zeit dankbar zu sein. Dankbar dafür, dass man Arbeit hat, dass man im Homeoffice arbeiten darf und kann und dass wir als dotSource diese Situation so souverän, transparent und vereint wuppen. Dankbar dafür, dass man in dieser Zeit gemeinsam an den Herausforderungen gewachsen ist, die Kollegen noch lieber gewonnen hat, dass im Umfeld alle gesund sind, dass man irgendwie doch alles schafft und vor allem, dass es, trotz allem, kein dauerhafter Zustand ist!

Hallo Schulen und Kindergärten: Ich freue mich sehr, wenn ihr wieder öffnet. Meine Kinder freuen sich auch schon. Und die Feuerkäfer erst…

Co(rona)-Working-Space & Remote-Business

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