Co(rona)-Working-Space – Meetings, Milchreis, Masterplan [Teil 1]

Corona Working Space Meetings
 
Ab ins Homeoffice
hieß es letzte Woche auch bei uns. Was das tatsächlich für uns bedeutet, möchten wir ab heute jede Woche gern mit euch teilen. Ob (Groß)Familie oder Single, Student oder Geschäftsführer – jeder (er)lebt seit einer Woche New Work 2.0.

Küchen- werden zu Arbeitstischen, Wohnzimmer zu Coworking-Spaces und Kochtöpfe zu Laptop-Erhöhungen. Der ein oder andere findet sich vielleicht in den chaotischen Family-Office-Szenarien oder aber der plötzlichen Isolation und: Wie damit umgehen? Den Anfang macht heute Sam: dotSource Marketer, unser Head of Visuals, verheiratet, zwei Kinder.

Co(rona)-Working-Space – Day 1 im Family Office

Die Corona-Krise hat uns fest im Griff und die deutsche Wirtschaft wird, wie auch das öffentliche Leben, auf ein Mindestmaß heruntergefahren: Kaum eine Branche, die nicht davon betroffen ist.

Wo immer es möglich ist, ziehen sich Menschen in ihre eigenen vier Wände zurück und versuchen von dort aus ihrer Arbeit nachzugehen. Doch was in einem kinderfreien Single-Haushalt im schlimmsten Fall bedeutet, die Kaffeesorte wechseln und auf eine Kantine verzichten zu müssen, stellt Familien vor völlig neue Herausforderungen.

Denn auf einmal kommt alles zusammen: Kinder, die nicht nur bekocht, sondern auch bei den Schularbeiten unterstützt werden müssen, die Gattin, die ihr Homeoffice am Küchentisch gegenüber aufschlägt und natürlich der nach wie vor bange Blick auf die Nachrichtenlage rund um die aktuellen Entwicklungen der Pandemie.

Co(rona)-Working-Space – Vier Kinder, Fernseher, Freizeitausgleich

Am Montag hatte ich mir kurzfristig freigenommen, um meinen Töchtern den erneuten Besuch ihrer Schulen, die (aus welchen Gründen auch immer) erst ab Dienstag geschlossen werden sollten, zu ersparen und damit die Ausbreitung des Virus weiter zu verlangsamen. Den gegenteiligen Effekt erzielte ich allerdings mit meinem Angebot an eine Freundin, an diesem Tag auch ihre beiden Kinder zu betreuen.

Da saß ich nun also mit vier Mädels im Alter von fünf bis zwölf Jahren und machte mir wieder mal so meine Gedanken über die Entwicklung eine Pandemie, die zu viele immer noch nicht ernst genug nehmen. Wie ernst die Lage auch für mich werden sollte, erfuhr ich nach dem Mittagessen. Die Mädels saßen satt und friedlich vor dem TV und ich konnte mich ins All-Company-Meeting einwählen, das erstmals ausschließlich online stattfand.

Co(rona)-Working-Space – Viel Klartext, Sicherheit und Support

Über die bevorstehende schwere Zeit fühlte ich mich in meinem Unternehmen schon vor dem Online Meeting bestens informiert. Nicht nur unsere Geschäftsführung und die Verwaltung, sondern auch unsere IT hatte in den letzten Tagen mit Hochdruck daran gearbeitet, dass eine komplette Agentur mit 304 Mitarbeitern von heute auf morgen ins Homeoffice wechseln kann.

Corona Working Space Meetings

Nach dem All-Company-Meeting fand ich mit einem nahegelegenen Wald eine gute Alternative zu den mittlerweile gesperrten Spielplätzen, baute dort mit den Kindern fernab von hustenden Menschenmengen eine kleine Hütte, aß selbstgebackene Muffins beobachtete weidende Schafe.

Co(rona)-Working-Space – Vier Zimmer, Küche, Bad

»Ach wie fehlt mir die konzentrierte Stille in meinem Büro« dachte ich mir schon eine halbe Stunde nach dem gemeinsamen Frühstück, das viel später begann, als wir es gestern vereinbart hatten. Dem Rat der Geschäftsleitung folgend, hatte sich am Abend nach dem All-Company-Meeting der familiäre Krisenstab zum Schmieden eines gemeinsamen Planes zusammengesetzt.

Wohlwissend, dass die Kritzeleien auf der Verpackung des für einsame Corona-Krisenzeiten neu erworbenen Würfelbechers nicht der Weisheit letzter Schluss sein würden, versuchte ich dem Plan am ersten Family-Office-Day bestmöglich zu folgen.

Corona Working Space Meetings

Also Tisch abräumen, Zähne putzen, Kinder mit Aufgaben versorgen und ab an den vom Frühstücks- zum Arbeitstisch umfunktionierten Esstisch im Wohnzimmer. Der erste Teams-Call mit den Kollegen aus dem Marketing war kaum vorbei, als mich meine Kinder das erste Mal fragten, wann es denn Mittagessen gäbe. »Läuft ja prima« … Ich schaute auf die Uhr und schickte die beiden kurz vor halb elf mit je einer Möhre in der Hand an die frische Luft.

In erstaunlich konstanten Abständen von etwa achteinhalb Minuten schafften es die beiden anschließend, mich so lange zu unterbrechen, bis ich kurz nach zwölf endlich am Herd stand und Milchreis zubereite. Also wieder den Laptop weg und damit den Schreib- zum Esstisch transformiert. Da es kaum ein Essen gibt, das ich mehr verachte als Milchreis, gönnte ich mir einen wilden Mix aus den Resten der letzten Mittagessen, räumte den Tisch ab und entdeckte das erste Optimierungspotenzial in meiner noch jungen Homeoffice-Routine: Den Tisch in der Küche.

Co(rona)-Working-Space – Wenig Routine, Radtour, Teilerfolg

Nach dem Mittagessen war auch meine Frau zu Hause und komplettierte mit ihrem Laptop auf unserem kleinen Küchentisch das Family Office. »Könnte schlimmer sein« und so zog ich für einen Augenblick eine außerplanmäßige romantische Pause in Erwägung, ließ meinen Blick über den Monitor zu ihr schweifen, sinnierte über achteinhalb Minuten, verwarf diesen Plan mit dem Erscheinen unserer jüngsten Tochter aber sofort wieder. Also weiter ging´s mit dem lauten Klappern ihrer antiquierten externen Tastatur, den Anrufen ihrer Kunden aus Frankreich, wo ein Unternehmen nach dem anderen die Produktion einstellte und natürlich dem riesigen Aufgabenberg für Schulkinder ohne Schule.

Corona Working Space Meetings

Der wirklich produktive Teil des ersten Tages im Familiy Office begann nachdem meine Frau mit den Kindern zu einer Radtour aufgebrochen war. Nur noch selten unterbrochen vom Klingeln ihres verwaisten Dienst-Smartphones, fanden die Worte für diesen Artikel deutlich zielstrebiger den Weg auf´s virtuelle Papier. Und dann dieses Bild, das mir meine Mutter wenigen Stunden zuvor über WhatsApp geschickt hatte: eine Horde Zombies und darunter der Text: »Eltern nach fünf Wochen ohne Schulen und Kitas«.

»Das kann ja noch was werden«…

Den holprigen Start in den ersten Famliy Office Tag meiner Karriere schon fast wieder vergessend, beendete ich selbigen nur unwesentlich später als sonst im Büro. Keinen Moment zu früh, um mit meiner Frau abzuklatschen, die von der Radtour zurückkam. Jetzt konnte sie wieder an die Arbeit und ich mich um die Kinder kümmern. Kurz darauf wurde mir ein wesentlicher Nachteil vom Home- bzw. Family Office gewahr: Das Bier zum Feierabend muss man am Küchentisch allein trinken. In diesem Sinne: Auf euch liebe Kollegen, wo immer ihr auch gerade dafür sorgt, dass unsere Erfolgsgeschichte auch in Krisenzeiten weitergeschrieben wird. Cheers.

Corona Working Space Meetings

Co(rona)-Working-Space – New Work 2.0

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