Hybride Konferenzen: Warum analoge Events ein Erlebnis bleiben [5 Lesetipps]

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Next Conference 2021 im Schmidts Tivoli Theater

Erinnert ihr euch noch daran, als es noch völlig normal war, in den Besuch einer eintägigen Konferenz zwei volle Arbeitstage zu investieren? An- und Abreise planen, Veranstaltungsort checken, ein Hotelzimmer reservieren. Die organisatorischen Aufgaben vor dem Antritt der Reise wirken nach fast anderthalb Jahren im Online-Pandemie-Modus fast ein wenig befremdlich. Schließlich sind wir doch alle ganz gut zurecht gekommen mit Remote Work aus dem Homeoffice und dem Bildschirm zwischen uns und unserem Gegenüber.

Warum also was ändern an digitalen Konferenzen, die genau wie Vorlesungen und Meetings auch ganz gut online abgebildet werden können? Lohnt sich der Besuch eine Konferenz vor Ort oder gibt es keinen spürbaren Mehrwert im Vergleich zum Livestream auf dem Bildschirm? Diese Fragen hat sich dotSource Marketer Sam während seines Besuchs der NEXT Conference in Hamburg gestellt.

Hybride Konferenzen: Anreise mit Hindernissen

Ich gebe es ehrlich zu: Als ich Anfang September die Einladung zur NEXT Conference 2021 in meinem Postfach fand, war ich sofort Feuer und Flamme. Nach Monaten voller Remote-Meetings und Webinaren also endlich wieder ein echtes Event. Ich entschied mich also ganz bewusst für den Besuch in Hamburg und gegen die bequemere Variante vor dem Bildschirm.

Da fünf Stunden allein im Auto mir nicht nur aus ökologischen Aspekten als keine gute Alternative erschienen, wählte ich die Fahrt mit der Bahn. Also nach dem Feierabend ab zum Bahnhof und rein in den IC Richtung Göttingen. Nach dem Umstieg, Aufenthalt in Göttingen und auf der Ausstiegstreppe im überfüllten ICE nach Hamburg sitzend, kamen dann die ersten Zweifel: »Lohnt sich dieser ganze Aufwand für ein paar Vorträge?«

Hybride Konferenzen: Covid-19-Style-Check-In und analoges Feel-good

Tags darauf dann endlich die lang ersehnte Konferenz nach so vielen Tagen der Offline-Abstinenz. Also online registriert, Corona-Testergebnis abwarten und ab in Schmidts Tivoli, wo man sich vorbildlich um die Kontaktnachverfolgung gekümmert hatte.

Den Goody Bag über der Schulter und das Eintrittsband am Handgelenk stand ich da nun auf meiner ersten Konferenz seit fast 100 Wochen. Und schon bevor die Moderatoren die Bühne betraten, wurde klar, welchen Mehrwert der Besuch einer analogen Konferenz bietet: Man ist einfach tatsächlich mittendrin, statt nur irgendwie dabei. Und wie ich da so saß vor meinem Care-Paket mit Snacks, Musik im Ohr und den Lichteffekte vor Augen wurde mir auch klar, warum es online (noch) nicht gelingen kann, dieses Erlebnis zu transportieren.

Hybride Konferenzen: Voll bei der Sache

Auch während der Vorträge wird eines klar: Säße ich zu diesem Zeitpunkt im Büro würde mich eine Chatnachricht, ein Anruf oder ein zusätzlich geöffneter Browser-Tab sofort aus meiner virtuellen Konferenzumgebung rausreißen. Dass das vor Ort ganz anders ist, wussten auch die Moderatoren zu schätzen, die über neue Zukunftstrends und Nachhaltigkeit sprachen. Echter Beifall von den Rängen statt Daumen nach oben im Chat fühlten sich auf beiden Seiten einfach um so vieles besser an.

Hybride Konferenzen: Get Together live und online für echte Mehrwerte

Dass eine deutlich größere Zahl von Zuschauern die Konferenz via Livestream verfolgte, wurde mir übrigens immer nur dann bewusst, wenn es explizit erwähnt wurde. Irgendwie wurde ich das Gefühl also nicht los, dass es mehr Trennendes als Verbindendes zwischen den Zuschauern im Internet und denen vor Ort gab. Diese Barriere zu durchbrechen, erachte ich als eine der größten Herausforderungen kommender Hybrid-Events.

Inspiriert von einer Session, in der Holoride (ein Spin-Off von Audi) präsentiert wurde, nutzte ich die Gelegenheit einer exklusiven Testfahrt im Audi e-tron. Eine Erfahrung, die reine Online-Events definitiv nicht bieten können. Und so saß ich im Auto, hatte eine VR-Brille auf und kämpfte mit zwei Kontrollern in den Händen gegen virtuelle Angreifer.

Hybride Events: Warum und wofür es sich lohnt

Als nach dem Ende der Sessions das get together bevorstand, wurde mir schlagartig klar, dass meine kurze Offline-Conference-Experience ein jähes Ende finden sollte. Denn bei der Planung meiner Reise hatte ich mich für eine frühzeitige Rückfahrt entschieden. Eines steht fest, bei der nächsten analogen Konferenz, werde ich Angebote zum Netzwerken auf jeden Fall nicht ausschlagen. Schließlich ist das ein weiterer ganz klarer Vorteil gegenüber reinen Online-Events.

Abschließend will ich noch meine Frage beantworten, ob sich der ganze Aufwand lohnt: Tut er!

Weniger wegen der Vorträge, sondern für die Experience, die in Corona-Remote-Zeiten zum echten Luxus avanciert ist. Wem es allein um die Inhalte geht, für den ist online die schnellere, günstigere und klimaneutralere Option. Wer als Veranstalter aber auch Besucher vor Ort nachhaltig begeistern will, muss echte Mehrwerte und Erlebnisse schaffen. Denn eines sollte uns nicht erst seit der Pandemie klar geworden sein: Um uns gegenseitig Powerpoints zu zeigen, müssen wir nicht durch die gesamte Republik fahren.

5 Lesetipps

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