Nachhaltigkeit als Business-Strategie [5 Lesetipps]

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Klimawandel, Greta-Effekt und »Fridays for future« haben in der letzten Zeit Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Vordergrund der politischen und wirtschaftlichen Agenda gerückt. Nachhaltig zu leben und zu arbeiten und sich sowohl im Privat- als auch im Berufsleben umweltfreundlich zu verhalten, bewegt sich also vom Nice-to- zum Must-have für eine sichere Zukunft.

Mit Blick auf diese Zukunft werden heute mit großer Geschwindigkeit neue Technologien und die Digitalisierung von Prozessen und Aktivitäten entwickelt und umgesetzt. Allerdings werden die Kosten für dieses exponentielle Wachstum – obwohl unsichtbar – immer höher.

Wie geht man also gleichzeitig mit der Herausforderungen der Digitalisierung auf der einen und Umweltschutzes auf der anderen Seite um? Was ist nötig, damit Unternehmen eine nachhaltige Denkweise in ihre (digitale) DNA integrieren?

Nachhaltige Digitalisierung ist die Zukunft

Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Unternehmen die Umwelt schützen wollen und Versprechungen für die Zukunft machen, wie Klimaneutralität für die nächsten Jahrzehnte. Doch viele dieser Lippenbekenntnisse bleiben auch nur Versprechungen. Um aus diesen Initiativen auch konkrete Taten zu machen, ist mehr Transparenz in der Ansprache und in den Aktionen erforderlich. Wie kann dies erreicht werden?

Da eine Herausforderung nur bewältigt werden kann, wenn sie auch wahrgenommen wird, ist es zuerst einmal entscheidend, die Auswirkungen von Digitalisierung zu messen, die nicht offensichtlich spürbar sind. So tragen Streaming-Dienste, Netzwerke, künstliche Intelligenzen sowie Datenzentren bereits drei Prozent zu den weltweiten CO2-Emissionen bei (Tendenz steigend), während auf den zivilen Luftverkehr lediglich zwei Prozent der Emissionen entfallenn.

Wenn das Unsichtbare sichtbar geworden ist, besteht der nächste Schritt darin, die Realität anzunehmen und entsprechend zu handeln. In diesem Zusammenhang äußerte sich Alexander Birken, Chief Executive Officer der Otto Group, kürzlich sehr mutig darüber:

» „Wir müssen uns sowohl als Teil des Problems wie auch der Lösung wahrnehmen. […] Vertrauen schaffen wir nur, wenn aus Reden transparentes Handeln, wenn aus klar formulierten Zielen auch messbare Taten werden“. «

Diese Statement muss meiner Meinung nach vom gesamten Sektor übernommen werden. Nur so können Unternehmen starten, nachhaltige Ansätze anzuwenden, und somit messbare Fortschritte zu erzielen.

Nachhaltigkeits-Strategie bestimmt die nächste Transformations-Phase

Der Weg zu dieser tatsächlichen Anwendung wird jedoch schmerzhaft und hart sein. Wie schon bei der digitalen Transformation, wird auch der »grüne Wandel« wichtige strukturelle Veränderungen mit sich bringen. Die Reduzierung des CO2-Verbrauch muss nicht nur auf der Produktebene – Welche Materialien sollten für die Produktion verwendet werden? Wie sollte hergestellt, verpackt und versandt werden? – sondern auch im Hinblick auf interne strategische wie operative Prozesse angegangen werden.

Damit diese Transformation erfolgreich sein kann, braucht es jedoch einen Plan und Leitfiguren. Die Regierungen einiger Länder sind bereits dabei, Minister in diese Aufgabe einzubeziehen. Auch das Verständnis und das Vertrauen aller Akteure sind dafür notwendig. Diese werden, wie schon erwähnt auch über Transparenz erreicht.

Das kann auch dafür sorgen, dass Kunden bereit sind, ein wenig mehr für nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen zu bezahlen. Vertriebspartner, Lieferanten und Stakeholder sollten verstehen, dass Investitionen in die Nachhaltigkeit langfristige Wettbewerbsvorteile bringen. Und Unternehmen erkennen, dass aus Ablehnung Unterstützung bei den eigenen Mitarbeitern wird, wenn sie eine aktive Rolle bei der neuen Transformation übernehmen können und spüren, dass sich die Aktionen für alle lohnen.

Nachhaltigkeits-Maßnahmen – Erste kleine Schritte

Es besteht kein Zweifel, dass bereits Maßnahmen ergriffen wurden, um nachhaltiger zu wirtschaften.

Im Onlinehandel ist die Minimierung von Retouren ein großes Thema. Durch den Einsatz von neuen Technologien wollen Marken und Händler das Einkaufserlebnis verbessern. Die Apps von ASOS oder Gucci sind gute Beispiele dafür. Andere Initiativen konzentrieren sich auf die Optimierung und Effizienz des Versand-Prozesses. So sind die Neukonfiguration von Lastwagen und deren Ausrüstung, um die Anzahl der Fahrten zu reduzieren, sowie die lokale Beschaffung-Strategien, die bereits umgesetzt werden.

Auch in anderen Branchen ist die Einsparung von Ressourcen durch digitale, intelligente Lösungen Realität. On-Demand-Printing-Services, die Überproduktion umgehen und bei denen nur Produkte hergestellt werden, die ein Kunde auch tatsächlich gekauft hat, sind ebenfalls eine Möglichkeit, die Verschwendung zu begrenzen. Ein weiteres Beispiel findet sich in der Landwirtschaft. Mit Smart und Precision Farming lassen sich zum Beispiel schon 80 Prozent Pestizide einsparen.

Auch in der Modebranche gibt es immer mehr nachhaltige Kollektionen und Kleidungstücke, die ressourcenschonend hergestellt werden. Otto, Zalando, Zara oder Adidas sind nur einige Beispiele dafür.

Es scheint ein guter Start zu sein. Doch müssen diese kleinen großen Schritte miteinander gegangen werden. Auf Unternehmensebene müssen umfassende Pläne erstellt werden, die aus jedem Blickwinkel auf alle Herausforderungen des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit reagieren. Nur so kann der Klimawandel aus einer wirtschaftlichen Sicht bewältigt werden.

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